Staaten ermöglichen Verwandten-Treffen

Tränenreiches Wiedersehen in Süd- und Nordkorea

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Bewegende Momente: Nach langen Jahren der Trenunng konnten sich jetzt Verwandte aus Süd-und Nordkorea endlich wieder treffen.

Seoul  - Nach jahrzehntelanger Trennung haben Verwandte aus Süd- und Nordkorea  ein tränenreiches wie schmerzvolles Wiedersehen gefeiert.

Südkoreanische Sender zeigten am Donnerstag Bilder aus einem Hotel in Nordkorea, wie sich Väter und Mütter mit ihren wiedervereinigten Söhnen und Töchtern weinend in den Armen lagen, Geschwister gegenseitig Fotos von ihren Eltern zeigten und sich lang getrennte Eheleute unterhielten. Erst die jüngste zaghafte Wiederannäherung zwischen beiden Ländern ermöglichte die ersten kurzfristigen Familientreffen dieser Art seit mehr als drei Jahren. Nur bis zum Samstag können sich die Verwandten sehen.

„Ich hätte nie gedacht, dass es so lange dauern wird“, sagte nach den südkoreanischen Berichten die 88 Jahre alte Lee Sun Hyang aus Südkorea zu ihrem 17 Jahre jüngeren Bruder aus dem Norden. Für viele Teilnehmer ist es die letzte Chance, ihre Liebsten noch einmal zu sehen. Die meisten hatten sich durch die Teilung des Landes und den Korea-Krieg (1950-53) aus den Augen verloren. Bis heute ist für sie und andere Betroffene in der Regel kein Kontakt über die abgeriegelte Grenze hinweg per Brief, E-mail oder Telefon möglich.

Sprachlos und weinend sitzen sie nebeneinander

Der 66 Jahre alte Kim Myong Bok aus Südkorea brachte seiner ein Jahr älteren Schwester Kim Myong Sook aus dem Norden die letzten Worte ihres Vaters. „Bevor er 2004 starb, sagte er, dass er seine älteste Tochter vermisst und es ihm leid tut, dich zurückgelassen zu haben.“ Die Tochter saß zunächst sprachlos und weinend neben ihrem Bruder. 1951 wechselte ihre Familie die Seiten, nur sie blieb damals zurück.

Der 93-jährige Südkoreaner Kang Neung Hwan sah seinen heute 64 Jahre alten Sohn zum ersten Mal. Als Kang 1951 den Norden verließ, wusste er nicht einmal, dass seine Frau schwanger war.

Kim und Kang waren zwei der 82 älteren Südkoreaner, die am Donnerstag mit Bussen über die Grenze zum Treffpunkt in einem Feriengebiet an der Ostküste Nordkoreas gebracht wurden. Dort wurden sie von einer Gruppe aus rund 180 nordkoreanischen Verwandten erwartet. Einige der Teilnehmer aus dem Süden wurden aufgrund ihrer Gebrechlichkeit von jüngeren Familienmitgliedern begleitet. Unter den Südkoreanern war die 95-jährige Kim Song Yoon die Älteste. Sie sah ihre jüngste Schwester und zwei weitere Verwandte wieder.

In einer zweiten Runde soll dann am Sonntag eine Gruppe von knapp 360 Südkoreanern nach Nordkorea gebracht werden, wo auf sie 88 ältere Verwandte warten werden. Die 82 Südkoreaner, die unter Zehntausenden für das Begegnungsprogramm registriert waren, wurden für die Treffen per Los ausgewählt.

Unter den Teilnehmern seien auch zwei ehemalige südkoreanische Fischer gewesen, die vor Jahrzehnten nach Nordkorea verschleppt worden seien, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der 52-jährige Südkoreaner Park Yang Gon sah dabei seinen älteren Bruder zum ersten Mal seit 1972 wieder, nachdem dieser damals mit seinem Schiff vor der Westküste plötzlich verschwunden war.

Nach heftigen Spannungen im vergangenen Jahr sind die Treffen Zeichen einer vorsichtigen Annäherung beider Länder. Auf die Treffen hatten sich beide Seiten in diesem Monat geeinigt. Auch wollen sie nach einem Abkommen auf gegenseitige Verleumdungen in Zukunft verzichten. Die Spannungen hatten sich nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest vor einem Jahr deutlich verstärkt.

dpa

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