Wahrscheinlich fünf Kandidaten bei Präsidentenwahl

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Joachim Gauck (Foto) wollen SPD und Grüne ins Rennen schicken, auch die Linke, die Freien Wäler und die NPD wollen jetzt Kandidaten gegen den von Union und FDP favorisierten Christian Wulff für die Wahl zum Bundespräsidenten antreten lassen.

Berlin - Bei der Bundespräsidentenwahl am 30. Juni werden wahrscheinlich fünf Kandidaten antreten. Auch einige kleinere Parteien wollen jetzt eigene Bewerber ins Rennen schicken.

Neben dem von Union und FDP nominierten Favoriten Christian Wulff (CDU) und dem rot-grünen Gegenkandidaten Joachim Gauck werden wohl auch die Linke, die Freien Wähler und die NPD Personalvorschläge für das höchste Staatsamt machen.

Die Linke will am Montag entscheiden, ob sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. Die Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst sind dafür und werden dem geschäftsführenden Vorstand und der Spitze der Bundestagsfraktion aller Voraussicht nach einen Namen vorschlagen.

Feste Kriterien für die Kandidatensuche gibt es zwar nicht. Da die großen Parteien Männer aufgestellt haben, liegt die Nominierung einer Frau allerdings nahe. “Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass es eine Person ist, die wirklich eine große Lebensweisheit ausstrahlt“, hatte Lötzsch zudem vor einigen Tagen gesagt. Die Linken-Chefs lehnen sowohl Wulff als auch Gauck ab.

Die Freien Wähler aus Bayern, die bei der Wahl von Horst Köhler im vergangenen Jahr Schwarz-Gelb zu einer Mehrheit verholfen hatten, wollen nach den Worten von Parteichef Hubert Aiwanger diesmal “höchstwahrscheinlich“ ebenfalls einen eigenen Kandidaten aufstellen. “Namen werden aber noch nicht genannt.“ Die endgültige Entscheidung soll die bayerische Landtagsfraktion in der kommenden Woche treffen. Die Freien Wähler werden zehn Wahlleute nach Berlin schicken.

Die rechtsextreme NPD, die drei Sitze in der Bundesversammlung hat, will wie im vergangenen Jahr den Liedermacher Frank Rennicke nominieren. Laut Gesetz darf jedes der diesmal 1244 Mitglieder der Bundesversammlung einen Wahlvorschlag machen. Fünf Bewerber für das höchste Staatsamt gab es zuletzt 1994. Nur einmal traten noch mehr Kandidaten an. Der FDP-Politiker Theodor Heuss setzte sich 1949 gegen sechs Konkurrenten durch. Bei sieben von 13 Wahlen in den vergangenen 61 Jahren musste sich die Bundesversammlung allerdings nur zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Einmal gab es gar keine Konkurrenz: 1989 war der CDU- Politiker Richard von Weizsäcker der einzige Kandidat.

dpa

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