Wikileaks-"Maulwurf" klagt über Schikane in US-Haft

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Demonstranten fordern die Freilassung von Bradley Manning.

London - Der in US-Militärhaft sitzende mutmaßliche Wikileaks-“Maulwurf“ Bradley Manning hat erstmals selbst über Schikane geklagt. Er werde unter anderem gezwungen, sich jeden Abend komplett auszuziehen.

Nackt müsse er vor Gefängniswärtern strammstehen, beklagte er in einem Brief, den die britischen Zeitung “Guardian“ am Freitag in bearbeiteter Fassung abdruckte.

Dem 23-jährigen Soldaten der US-Armee wird vorgeworfen, als geheim eingestufte Daten aus Pentagon-Computern an die Internetplattform Wikileaks von Julian Assange weitergegeben zu haben. Sollte dies richtig sein, wäre Manning für die aufsehenerregenden Enthüllungen über Verfehlungen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan mitverantwortlich.

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Manning hatte sich nach eigenen Angaben über die Haftbedingungen im Militärgefängnis von Quantico (US-Bundesstaat Virginia) offiziell beschwert. Als die Beschwerde am 2. März zurückgewiesen worden sei, hätten die Schikanen zugenommen. Er dürfe in der Zelle keinen Sport treiben und nur ein Buch oder eine Zeitschrift lesen. “Ich darf meine Zelle nur für eine Stunde verlassen“, schreibt Manning. “23 Stunden am Tag muss ich auf meinem Bett in meiner Zelle verbringen.“ Alle fünf Minuten kämen Wachen. “Sie fragen mich, ob ich okay bin.“

dpa

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