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„Was für ein Unsinn“: Putin belächelt Energiepläne – Habeck kontert

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Von: Nail Akkoyun

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Wladimir Putin spottet über die Energiesparpläne und weist jede Schuld von Russland. Bundeswirtschaftsminister Habeck will zeigen, „wie stark wir sind“.

Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin hat über die Energiepläne der westlichen Länder gelästert und den Politikerinnen und Politikern vorgeworfen, Russland für die eigenen Fehler verantwortlich zu machen. Es sei in vielen Ländern „zur Mode“ geworden, im Energiesektor herumzuspekulieren, sagte der Kreml-Chef der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

„Sie machen den Menschen mit diesen Problemen Angst, und dann treffen sie Entscheidungen, die unvernünftig und unberechenbar sind. Und der nächste Schritt ist: Sie suchen nach Schuldigen.“ Im gleichen Atemzug spottete Putin über die Energiesparvorschläge, die unter anderem in Deutschland angesichts der heiklen Situation diskutiert werden.

Er habe von Plänen erfahren, denen zufolge Menschen sich nur noch bestimmte Körperstelle waschen sollten, um Wasser zu sparen. „Nun, was soll denn das?“, fragte das Staatsoberhaupt. „Sie sind völlig verrückt geworden. Sparen Sie Wasser, sparen Sie Strom […] was für ein Blödsinn ist das denn einfach? Da haben sie selbst Fehler gemacht, wissen nicht, was sie tun sollen und suchen Schuldige“, sagte Putin über angeblichen Vorschläge, die so nie unterbreitet wurden.

Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) hat vor einem falschen Spiel Wladimir Putins gewarnt und will dem russischen Präsidenten zeigen, „wie stark wir sind“. (Archivfoto)
Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) hat vor einem falschen Spiel Wladimir Putins gewarnt und will dem russischen Präsidenten zeigen, „wie stark wir sind“. (Archivfoto) © Imago

Sorge um Gas-Engpass: Habeck warnt vor Wladimir Putins falschem Spiel

In Europa war die Sorge vor einem möglichen Gas-Engpass enorm gestiegen, als Russland zunächst die Lieferungen drosselte – angeblich aufgrund technischer Schwierigkeiten – und im Anschluss auch noch Routinewartungen an der Pipeline Nord Stream 1 für einen zwischenzeitlichen russischen Gas-Stopp sorgten. Inzwischen fließt das Gas aus Russland aber wieder nach Deutschland und in andere europäische Länder – wie schon vor dem zehntägigen Stopp ist der Durchfluss aber auf etwa 40 Prozent der Kapazität beschränkt.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat davor gewarnt, die Wiederaufnahme von russischen Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 als Zeichen der Verlässlichkeit zu werten. Russlands Präsident Wladimir Putin nutze die Verfügbarkeit von Gas immer wieder strategisch, um Deutschland und Europa zu spalten, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstagabend (21. Juli) im ZDF-„heute journal“.

Nach Spott aus Moskau: „Das wird Putin schon noch erleben, wie stark wir sind“

„Wir müssen akzeptieren, dass Putin diesen Gashebel gegen uns einsetzt“, sagte Habeck. Deutschland müsse sich daher Alternativen besorgen und sparsam sein. Der Wirtschaftsminister hob zudem den Zusammenhalt in Deutschland trotz hoher Energiepreise und Inflation hervor. „Wir sind ein starkes Land“, sagte Habeck. Es gebe ein starkes Zusammenspiel zwischen Menschen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. „Das wird Putin schon noch erleben, wie stark wir sind“, fügte Habeck hinzu, den viele Deutsche künftig gerne als Kanzler hätten.

Moskau behauptet seit geraumer Zeit, dass man mit denen als Folge des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen mehr sich selbst als Russland schade. Erst kürzlich gab Wladimir Putin jedoch zu Protokoll, dass die Maßnahmen gegen Russland eine „große Herausforderung“ seien. (nak/dpa)

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