Basketball-Bundesliga Männer: 103:99-Sieg in Chemnitz

BG Göttingen behält im Krimi die Nerven

Dunks sind seine Spezialität: Göttingens neuer Center Tai Odiase hämmerte auch in Chemnitz mehrere Bälle in den Niners-Korb. Er kam auf 17 Punkte.
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Dunks sind seine Spezialität: Göttingens neuer Center Tai Odiase hämmerte auch in Chemnitz mehrere Bälle in den Niners-Korb. Er kam auf 17 Punkte.

Nach dem ersten Heimsieg gegen Braunschweig holte sich die BG Göttingen bei Aufsteiger Niners Chemnitz den ersten Auswärtserfolg in der Basketball-Bundesliga.

Chemnitz/Göttingen – Beim 103:99 (92:92, 47:47) nach Verlängerung war bis zur letzten Sekunde Nervenstärke gefragt – und die bewiesen die Veilchen in diesem unterhaltsamen, temporeichen und offensiv orientierten Spiel bravourös.

„Ich bin extrem froh über den Sieg, weil das ein sehr schweres Spiel war. Ich denke, dass viele Teams hier Probleme haben werden. Ich habe großen Respekt vor unserem Gegner, der vor zwei Tagen ein sehr anstrengendes Spiel hatte und heute mit viel Intensität und Herz gespielt hat“, meinte BG-Trainer Roel Moors nach dem zweiten Krimi-Sieg in Folge.

Diese fünf Protagonisten standen beim BG-Erfolg in der Messe Chemnitz im Blickpunkt:

. Luke Nelson (24 Punkte, 3 Dreier, 6 Vorlagen): Spielte mit 34:29 Minuten am längsten. 16 Punkte und 8 Assists schon in der ersten Halbzeit. Vier wichtige Punkte in der Overtime. Spielt am kommenden Wochenende für die englische Nationalmannschaft.

. Jorge Gutiérrez (11 Punkte, 13 Vorlagen): Sein couragierter Dreier 26 Sekunden vor Schluss zum 99:98-Führungswechsel in der Verlängerung war der Matchwinner. Es war sein erster Dreier für die Veilchen überhaupt. Der Mexikaner: „Die Defensive und das Rebounding waren entscheidend für uns. Mein Team braucht mich. Das war ein sehr physisches Spiel, wir waren am Ende müde, aber mental stark.“

. Mathis Mönninghoff (10 Punkte, 10 Rebounds): Wann er sein letztes Double-Double erzielt hat, lässt sich nicht so schnell eruieren. Coach Moors brachte ihn jetzt schon mehrfach in der Starting Five. hat unter dem neuen Trainer an Selbstvertrauen gewonnen. Mönninghoff: „Ich fühle mich super-wohl, spüre die Wertschätzung vom Coach. Ein Double-Double habe ich, glaube ich, noch nie geschafft.“

.  Aubray Dawkins (24 Punkte, 9 Rebounds): Sieben Zähler im ersten Viertel in Folge. Im dritten Viertel drei Dunks in Serie. Elf Zähler schon im ersten Viertel. Nach „Trefferpause“ im zweiten in der zweiten Halbzeit wieder zur Stelle.

. Tai Odiase (17 Punkte, 8 Rebounds): Die Dynamik des Big Man entlädt sich immer wieder in krachenden Dunks. Zeigte wieder sein immenses Durchsetzungsvermögen.

Während das Rebound-Verhältnis fast ausgeglichen war, sprach ein wichtiger Fakt für die BG: Sie leistete sich nur acht(!) Ballverluste (gegenüber 15 der Sachsen) – man kann sich nicht erinnern, wann es mal so wenig waren.

Eines der wenigen Mankos: Die BG konnte die 15 Dreier der Chemnitzer nicht unterbinden. Zugute kam den Veilchen allerdings, dass die Partie ohne Zuschauer ausgetragen wurde – wer weiß, welchen Einfluss die lautstarken Niners-Fans in der „Crunch Time“ gehabt hätten?

Coach Moors abschließend: „Es ist nicht leicht, bei den Niners zu gewinnen, denn Chemnitz hat viel individuelles Talent und ist ein gutes Erstliga-Team. Ich bin stolz auf meine Jungs. Wir hatten das Momentum, als wir mit zehn Punkten geführt haben, haben das aber zu leicht wieder abgegeben. Trotzdem haben wir gekämpft und uns aus dieser schwierigen Situation befreit, um zu gewinnen.“  haz/gsd

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