Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen wird Realität vor Augen geführt

„Göttingen ist meine Heimat“: Ex-Trainer Johan Roijakkers (links) wurde von Geschäftsführer Frank Meinertshagen nachträglich verabschiedet.
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„Göttingen ist meine Heimat“: Ex-Trainer Johan Roijakkers (links) wurde von Geschäftsführer Frank Meinertshagen nachträglich verabschiedet.

Erstes Heimspiel, erste Heimniederlage – die BG Göttingen bekam beim 76:82 (37:46) gegen Brose Bamberg knallhart den Unterschied zwischen Vorbereitungsspielen und Pflichtspielen aufgezeigt.

Göttingen – Nach immerhin sechs Siegen in den sieben Vorbereitungspartien gegen Gegner unter Bundesliga-Niveau (außer dem Ligakonkurrenten Hamburg Towers) wurde den Veilchen die beinharte Liga-Realität sofort vor Augen geführt.

Vom Tempo-Spiel, vom schnellen Umschalt-Basketball aus den Tests war gegen die Franken wenig zu sehen. „In der Offensive haben wir über 40 Minuten ohne richtigen Rhythmus und zu langsam gespielt. Daraus resultieren auch unsere niedrigen Trefferquoten, obwohl wir viele offene Würfe kreiert haben“, kommentierte BG-Trainer Roel Moors. „Die Energie, die wir gebraucht haben, um immer wieder ins Spiel zurückzukommen, hat dann am Ende gefehlt, um das Spiel zu drehen.“

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen machte noch einen anderen Grund für die Niederlage aus: Die Zuschauer! „Man darf das nicht falsch verstehen“, sagte er. Die Spieler müssten sich erst wieder an Fans gewöhnen. „Sie waren teils überfordert, der Schub von den Fans blieb aus.“ Es sei „eine tolle und stimmungsvolle Atmosphäre“ gewesen, aber der Auftritt der BG sei „verkrampft und nervös“ gewesen. „Es gab zu viele Einzelaktionen, die Lockerheit fehlte“, so Meinertshagen weiter. „Bambergs Sieg war verdient, aber es war mehr drin für uns. Sehr ärgerlich! Wir können mit unserem Team aber noch eine Menge Spaß haben.“

Göttingens Kamar Baldwin war bei seinem ersten Spiel mit 23 Punkten zwar Topscorer der Partie, versenkte aber von 14 Zweier-Versuchen nur die Hälfte. Trotz der Niederlage „fühlt es sich gut an. Es ist schön, die Fans zurückzuhaben. Die haben eine tolle Atmosphäre geschaffen. Ich habe es genossen… Bamberg war heute sehr stark und hat sein Spiel durchgezogen“, sagte der 24-jährige US-Amerikaner bei MagentaSport.

Da eine Verabschiedung von Johan Roijakkers, der, bevor er 2020/21 zu Brose Bamberg wechselte, acht Jahre die Veilchen trainierte, in der vergangenen Saison wegen der Pandemie nicht möglich war, und diese Verabschiedung vor allem vor Publikum stattfinden sollte, war nun der richtige Zeitpunkt gekommen. Meinertshagen überreichte dem Niederländer eine Fotocollage, was die Fans mit einem Riesenapplaus quittierten.

Eben auch wegen der Pandemie während der vergangenen Saison erhielt BG-Neuverpflichtung Haris Hujic nun im Nachhinein die Auszeichnung als bester Spieler der abgelaufenen Zweiten Liga Pro A aus der Hand von BG-Kapitän Akeem Vargas. Hujic spielte für die Giants Leverkusen, die sich für die Bundesliga qualifiziert hatten, aber aus wirtschaftlichen Gründen auf den Aufstieg verzichteten.

Am zweiten Spieltag (Dienstag/Mittwoch/Donnerstag) ist die BG gleich spielfrei. Die für Mittwoch geplante Partie bei medi Bayreuth wurde abgesetzt, weil die Oberfranken die Qualifikation für den FIBA Eurocup spielen – der Wettbewerb, an dem die BG auch gern teilgenommen hätte, aber nicht nominiert wurde. Einen neuen Termin gibt es noch nicht.

Für die BG geht es nun am Samstag (18 Uhr) mit dem BBL-Pokal-Achtelfinale bei den Löwen Braunschweig weiter.  (haz-wg/gsd)

Bester Zweitliga-Spieler 2020/21: Veilchen-Neuzugang Haris Hujic (rechts) wurde stellvertretend von BG-Kapitän Akeem Vargas dafür ausgezeichnet.

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