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BG-Trainer Moors: „Ohne Baldwin fehlte uns Mentalität“

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Von: Helmut Anschütz

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Zwei Punkte wären gegen Gießen super gewesen: BG-Trainer Roel Moors zeigt’s an. Im Hintergrund sein Co-Trainer Olivier Foucart.
Zwei Punkte wären gegen Gießen super gewesen: BG-Trainer Roel Moors zeigt’s an. Im Hintergrund sein Co-Trainer Olivier Foucart. © Hubert Jelinek/Gsd

Nach dem 87:90 gegen Bundesliga-Absteiger Gießen haben sich die Playoffs für die BG Göttingen erledigt. Nach 10:7-Siegen in der Hinrunde gab es für die Veilchen in der Rückrunde bisher nur 6:10-Erfolge. Wir sprachen mit BG-Trainer Roel Moors.

Woran hat es Ihrer Meinung beim 87:90 gegen Gießen gefehlt?

Herz!

So einfach kann manchmal eine Antwort sein. Bei der Pressekonferenz sagten Sie, dass dieses „Extra“ gefehlt habe und die Gewinner-Mentalität abhandengekommen ist.

Mit der Verletzung von Kamar Baldwin haben wir zuerst einen guten Spieler verloren, aber noch mehr einen Spieler mit einer unglaublichen Mentalität, der auch viele andere Spieler mitgezogen hat in seiner Mentalität. Wir haben zwar nach seiner Verletzung noch gute Spiele gehabt und auch enge, aber wir haben sie fast alle verloren. Das ist der eine Punkt. Der zweite ist: Wir haben nicht mit dem gleichen Herz gespielt wie am Anfang der Saison.

Auch gegen die bereits abgestiegenen Gießener ging es ja gut los. Danach sind die letzten drei Viertel verloren gegangen in einem engen Spiel mit strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen.

Ich kann nur feststellen, dass viele Spieler zuletzt nicht auf ihrem Niveau gespielt haben. Wenn du dir alle Spieler anschaust, weißt du auch, welche Spieler gemeint sind. Aber es ist nicht meine Art, das in der Presse zu sagen. Es gibt in den letzten Wochen einfach zu wenige Spieler, die für das Team machen, was sie machen können. Entweder offensiv oder defensiv.

Einen Spieler, den Sie sicher nicht meinen, ist Harper Kamp, der mit 24 Punkten Topscorer war und in der Halle noch gefeiert wurde. War er der Spieler, der versucht hat, die Mannschaft noch zu tragen?

Ja. Und zwar nicht nur in diesem Spiel, sondern auch in denen davor war er der überragende Spieler, der mit dem meisten Kampfgeist auf dem Feld stand. Ich kann nur Respekt haben für ihn, weil ich weiß, welche physischen Probleme er auch hat. Und was er macht, um in jedem Spiel bei 100 Prozent zu sein. Aber ein Spieler reicht natürlich nicht.

Wenn man Sie in der vergangenen Saison oder auch in dieser auf den Klassenerhalt angesprochen hat, haben Sie ja immer gern darauf verweisen, dass Sie lieber nach oben schauen Richtung Playoffs. Jetzt sind sie am vorletzten Spieltag verspielt worden nach einer Serie von neun Niederlagen aus den letzten elf Spielen. Können Sie eine Bilanz ziehen?

Man muss da nicht weiter suchen. Die Bilanz aus den letzten sechs Wochen ist einfach schlecht. Wir spielen auch schlecht und nicht gut. Wir haben gute Phasen im Spiel, aber wir haben kein Spiel mehr gebracht, in dem wir 40 Minuten guten Basketball gespielt haben. Nicht in Bonn, wo die erste Halbzeit ein Drama war, aber da haben wir in der zweiten Halbzeit reagiert. Crailsheim war auch ein Drama. Und Gießen war ein Team, das ohne Druck spielt, und sie haben getroffen, Binapfl hat gegen uns seinen ersten Dreier der Saison gemacht, Kraushaar macht drei von sechs, normalerweise wirft er 20 Prozent. Das ist typisch ein Team gewesen, das für nichts mehr spielt.

Können Sie schon etwas in die Zukunft schauen?

Nein, das ist zu früh. Ich bin zu enttäuscht über diese Saison, um jetzt über die Zukunft zu sprechen.  (Helmut Anschütz/gsd-nh)

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