2. Basketball-Bundesliga: Pommer informiert Sponsoren in Göttingen über Erstliga-Situation

Bundesliga-Chef heute bei der BG

Jan

Göttingen. Couragiert klatschten sie ihre 100 über 300 Kilometer mitgereisten Fans ab – wenigstens diese Blöße wollten sich die Spieler der BG Göttingen nach der 68:100-Packung in Vechta nicht geben. Es war ein gebrauchter Tag für die Veilchen. Nicht die Pleite an sich war enttäuschend – in Vechta kann man inzwischen verlieren. Enttäuschend war eher, dass man sich den 23-Punkte-Vorsprung im direkten Vergleich abnehmen ließ. Nun wird bis zum Saisonende immer Vechta vor der BG stehen, falls Punktgleichheit herrscht. Vom Heimspiel-Nachteil in einem eventuellen Finale ganz zu schweigen.

„Die schlimmste Leistung seit Monaten“, war auch BG-Vertriebschefin Anna Jäger frustriert, die am Samstag noch beim BBL-Allstar-Tag in Nürnberg die Interessen der BG wahrnahm. „Mit so einer Leistung kommen wir zwar in die Playoffs, aber nicht durch die Playoffs. Das darf einem Team wie unserem nicht passieren. Jetzt wird es interessant, wie die Mannschaft darauf reagiert.“ Manchmal kann so ein Desaster auch eine heilsame Wirkung haben.

Die Reaktion kann es am Samstag in der S-Arena geben gegen Crailsheim, wo es vor Vechta die bis dato einzige Auswärtsniederlage gab. Die Schwaben sind Vorletzter, ehe die BGer zu Schlusslicht Leipzig müssen. Gegen die Sachsen (erst sechs Punkte!) gab es die erste der beiden Heimschlappen in der Vorrunde.

Für große Frust-Bewältigung ist aber zumindest bei den BG-Chefs keine Zeit. Sie haben für heute Abend eine schon strategische Veranstaltung initiiert – mit einem prominenten Gastredner: Bundesliga-Chef Jan Pommer spricht vor rund 150 BG-Sponsoren und BusinessClub-Mitgliedern. Der BBL-Boss informiert über die Situation in der 1. Liga im Zusammenhang mit der BG.

Konstruktiv vorausschauend

„Wir können glücklicherweise schon im Januar anfangen, über die nächste Saison zu sprechen“, sagt Jäger. „Wir wollen konstruktiv vorausschauend arbeiten.“ In der Vergangenheit war dies kaum der Fall. Die BG versucht jetzt schon das Feld zu bereiten für ein mögliches Erstliga-Comeback. Auch wenn es nun diese herbe Schlappe gegeben habe, könne man, so Jäger, derzeit „alle aus unserem Umfeld mitnehmen“. Was bedeutet: Informieren, die derzeitige Situation veranschaulichen, rechtzeitig Grundlagen legen.

Übrigens: Statt des freien Montags setzte BG-Coach Johan Roijakkers gestern noch eine „Video-Einheit“ an. Auf dem Programm stand „der Schocker von Vechta“. Während sein Trainer-Kollege Pat Elzie den Triumph seines Teams „sehr beeindruckend“ fand, redete Roijakkers die Pleite runter: „Wir waren Erster, weil wir noch nicht auswärts gegen die starken Teams gespielt haben. Wir sind noch nicht so gut, wie viele denken.“ Wie nach der Leipzig-Heimniederlage ist jetzt aber die Chance zu einem Neuanfang da. (gsd) Foto: nh

Von Helmut Anschütz

Quelle: HNA

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