Basketball-Bundesliga Männer

Derbe 79:98-Pleite - Gießen tütet die BG Göttingen ein

Hartes Duell der Center: Göttingens Tai Odiase am Ball gegen Gießens alten Haudegen „Big John“ Bryant, der den Zweikampf der Riesen für sich entschied. Links Gießens Scottie James, rechts Brendan Thomas.
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Hartes Duell der Center: Göttingens Tai Odiase am Ball gegen Gießens alten Haudegen „Big John“ Bryant, der den Zweikampf der Riesen für sich entschied. Links Gießens Scottie James, rechts Brendan Thomas.

Was für eine Enttäuschung! Nach zuletzt vier guten Spielen in der Basketball-Bundesliga kassierte die BG Göttingen gegen die Gießen 46ers eine auch in dieser Höhe verdiente 79:98 (47:47)-Klatsche und verpasste es, die allerletzten Zweifel am Klassenerhalt zu beseitigen.

Göttingen – Somit bleibt es auch dabei: Seit der Saison 2017/18 konnte der Gastgeber im Duell Göttingen gegen Gießen nie gewinnen.

Rihards Lomazs brachte die BG mit dem ersten von neun Dreiern in der ersten Halbzeit in Führung. Doch nach zwei Göttinger Schrittfehlern wendete sich das Blatt alsbald. Zwar sorgten Mathis Mönninghoff und Nelson Weidemann mit Dreiern noch für 10:8- und 13:11-Führungen, doch in der Folge ließen die Veilchen in der Defensive die Zügel schleifen.

Immer wieder kamen die Hessen frei zum Wurf und versenkten den Ball auch im BG-Korb. Zylka wurde so zum erfolgreichsten 46ers-Werfer in der ersten Halbzeit mit 14 Punkten. Veilchen-Spielmacher Deishuan Booker milderte den Rückstand mit einem Dreier zum 24:28 nach den ersten zehn Minuten.

Zu Beginn des zweiten Viertels tauchte Aubrey Dawkins auf: Dreier und Alley-oop-Dunk nach Zuspiel von Marvin Omuvwie zum 29:30. Doch schnell zog Gießen wieder auf sieben Zähler weg (34:41), ehe Lomazs erneut scorte und die BG 45:44 in Front brachte. Dawkins glich mit zwei Freiwürfen zum 47:47 zur Halbzeit aus.

„Wir können zufrieden sein, dass wir nicht hintenliegen. In der Eins-gegen-Eins-Verteidigung zeigen wir zu wenig Intensität. Es fehlt an Körperspannung und Einstellung“, meinte Frank Meinertshagen in der Pause.

War die Kritik des BG-Chefs zur Halbzeit schon sehr berechtigt, hätte sie nach dem dritten Viertel noch drastischer ausfallen müssen. Denn was die Veilchen im dritten Durchgang ablieferten, war fast gar nichts. Nach zwei kurzen Führungen durch Luke Nelson ergriffen die Hessen ihre Chance im Abstiegskampf beim Schopf und zogen nach einem Technischen Foul gegen Nelson wegen Meckerns (wieder einmal) langsam, aber stetig auf und davon.

Die Veilchen trafen nicht mehr, kassierten direkt unterm eigenen Korb einen Punkt nach dem anderen (am Ende 40!), weil sie bei den Rebounds nicht zupackten (Verhältnis am Ende 24:37) und traten absolut phlegmatisch auf. So entschied Gießen den dritten Abschnitt mit 29:12 für sich, womit beim Gesamtstand von 59:76 die Entscheidung schon gefallen war.

Im vierten Viertel änderte sich in der Folge nichts mehr. Aubrey Dawkins und Rihards Lomazs waren letztlich die einzigen beiden Göttinger Spieler, die zweistellig trafen. Auch das Center-Duell zwischen Tai Odiase (106 kg) und John Bryant (127 kg) entschied der hessische Routinier klar für sich – nicht nur nach Punkten.

Die Gießener konnten spielen, wie sie wollten, tüteten die BG ein. Die Göttinger waren in vielen Situationen nur Beobachter. Lomazs und Dawkins trafen zwar noch Dreier, hatten aber Glück, dass ihnen die Schmach des 100. Gegenpunktes erspart blieb. BG-Außen Mathis Mönninghoff bei MagentaSport: „Das war ein Schritt zurück, wir hatten uns so viel vorgenommen. Wir müssen wacher und aggressiver sein.“ Am Sonntag (15 Uhr) folgt das vierte BG-Heimspiel in Serie gegen s.Oliver Würzburg.

BG: Booker 9/davon 2 Dreier, Weidemann 9/2, Nelson 9/1, Onwuegbuzie, Kramer 2, Omuvwie, Lomazs 18/4, Mönninghoff 7/1, Kamp, Odiase 3, Dawkins 22/4.

Gießens beste Werfer: Zylka 23/6, James 18, Bryant 15/3, Garrett 14/3, Pjanic 12. (hazgsd)

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