Basketball-Bundesliga: BG Göttingen 78:92 gegen MBC

Ein Stockton reicht bei der BG Göttingen eben nicht

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Die Veilchen am Boden: Symptomatisch für die Pleite gegen den MBC, wie Göttingens Dominic Lockhart (am Ball) gegen Weißenfels Jovan Novak (20) ausgerutscht ist. Rechts der MBCer Turudic und Göttingens Williams (11).

Göttingen – Nach dem überraschenden Sieg in Bayreuth sah es für die BG Göttingen im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga erfreulich aus.

Davon kann nach der enttäuschenden und verdienten Heimpleite gegen den mitgefährdeten Mitteldeutschen BC keine Rede mehr sein. Nach einem leidenschaftslosen Auftritt verloren die Veilchen vor 3013 Zuschauern verdient mit 78:92 (35:47) und stecken wieder mittendrin im Abstiegskampf. Einmal mehr genügte allein Michael Stockton Erstliga-Ansprüchen mit 24 Punkten und acht Assists. Mehrere andere Spieler verdienten sich die Schulnoten fünf und sechs. Versetzung in die elfte Bundesliga-Saison gefährdet!

„Ich hatte das Gefühl, dass die Erwartungen in Göttingen zu hoch waren. Sie waren falsch“, meinte Trainer Johan Roijakkers. „Mehr ist nicht drin. Und wenn einer wie Willis in der Rotation fehlt, wird es schwierig. Wenn wir wie in Bayreuth gewinnen, ist das so, als ob Holland Fußball-Weltmeister wird.“ Derek Willis hatte sich in Bayreuth an der Wade verletzt, spielte gegen Weißenfels nur 84 Sekunden. Seine (Dreier-)Punkte fehlten den Veilchen. Sein Fehlen war aber nicht allein ausschlaggebend. Obwohl Roijakkers bestritt, dass die Pleite an der Einstellung gelegen habe, hielten viele Kritiker dem Team genau dies vor. „Bei uns hat der 100-prozentige Fokus im Kopf gefehlt“, meinte BG-Chef Frank Meinertshagen. „Wir waren zu nett und zu brav. Jetzt bleibt es spannend.“ Damit meinte er eben den Abstiegskampf, in dem die BG nun mittendrin steckt.

Die Göttinger lagen nur im ersten Viertel beim 2:0, 11:10 und 13:12 in Front. Von den ersten 15 Zählern markierte Stockton zehn. Doch ein Stockton allein reicht eben gegen so einen engagierten und willigen Gegner wie den MBC nicht, der die 63:105-Hinspielpleite vergessen machen wollte. Was ihm auch eindrucksvoll gelang.

Die BG spielte eine schwache und löchrige Defensive, durch die der MBC immer wieder zum Korb schnitt wie das heiße Messer durch die Butter. „Das tat weh“, gab Dominic Lockhart selbstkritisch zu. Auch er erwischte wie Dennis Kramer, Pendarvis Williams und Stephan Haukohl einen schwachen Abend. 13 Offensiv-Rebound gestattete die BG Weißenfels und damit 13 zweite Chancen.

Völlig verrückt auch: Der MBC erhielt keinen einzigen Freiwurf. MBC-Coach Poropat konnte dies nicht fassen. Das sprach auch dafür, dass die BG-Abwehr zu selten kräftig zupackte. Poropat: „Mit unserer Offensive haben wir aber die BG-Defensive geknackt.“

Nach 23 Minuten war der MBC auf 19 Punkte (37:56) enteilt. Dank eines 15:2-Laufes waren die Veilchen auf 52:58 wieder dran. Aber es half alles nichts: Der MBC ließ sich nicht mehr beirren, fuhr einen verdienten Sieg ein. Dass die BG den direkten Vergleich behielt, war kein Trost.

Diese Pleite macht den BGern keinen Mut für den weiteren Abstiegskampf. Und die Konkurrenz aus Bremerhaven schloss durch den Sieg gegen Bonn weiter auf.

BG Göttingen verliert 78:92 gegen MBC

Quelle: HNA

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