Basketball Bundesliga Männer

Kann die BG Göttingen Gießens Star John Bryant stoppen?

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Sie legen sich an: Mihajlo Andric (am Ball) gegen Bremerhavens Spielmacher Chris Warren. Gegen die Eisbären gehörte der BGer zu den Top-Spielern. 

Göttingen – Es ist das letzte Auswärtsspiel in der Vorrunde der Basketball-Bundesliga. Die BG ist am Freitag (20.30 Uhr) bei den 46ers in der Gießener Sporthalle-Ost zu Gast.

Ein Traditions-Duell, ein Evergreen, der stets heiß umkämpft ist und Spannung garantiert. Auch diesmal. Das größte Problem für die Veilchen heißt John Bryant.

Er ist eines der eher wenigen Gesichter in der Basketball-Bundesliga: John Bryant fällt allein schon wegen seiner Statur auf. Mit 2,11 Meter ein Hüne auf dem Parkett, wofür seine 127 Kilo sprechen. Für Gießen spielt er die zweite Saison, viele fragen sich, wie die Hessen diesen absoluten Topspieler bezahlen können. Vor Kurzem erhielt Bryant die deutsche Staatsbürgerschaft. In der BBL ist er nicht zuletzt durch seine Engagements in München und Ulm bekannt.

Am vergangenen Wochenende kam der Gießen-Riese beim 81:61-Sieg in Jena erstmals nach sechs Spielen Pause wegen Achillessehnenproblemen wieder zum Einsatz – und überzeugte sofort wieder mit einem sensationellen „Double-Double“ (zwei zweistellige Statistik-Werte): Zu 21 Punkten kamen unglaubliche 20 Rebounds hinzu. So ist Bryant auch bester BBL-Scorer (20,3 Punkte im Schnitt) und bester Rebounder (11,8 pro Spiel). Im 46ers-Team ist er auch noch bester Vorlagengeber. Fast ein Alleskönner! „Bryant ist so gut, er macht viele Mannschaften kaputt“, äußert BG-Coach Johan Roijakkers Respekt, dessen Team erst Freitag anreist.

Bryant aus dem Spiel zu nehmen, wird wohl kaum gelingen. Also wird die BG versuchen, den Hünen mit einer guten Teamleistung zu verteidigen. Auch dies ist eine überaus schwere Aufgabe.

Zudem sind die Gießener für ihren Tempo-Basketball bekannt. Kein Wunder, denn Trainer Ingo Freyer hat sozusagen den früheren Hagener Geist mit nach Mittelhessen genommen – und auch ehemalige Hagener Spieler wie Larry Gordon (10,9 Punkte pro Spiel) und David Bell (12,4). Mit Brandon Thomas (13,7) steht auch ein Kurzzeit-Göttinger im 46ers-Kader. Ex-BG-Coach John Patrick gefiel 2009 jedoch Thomas’ Defensiv-Leistung nicht und sortierte ihn schnell wieder aus.

Stark sind Gießens US-Boys auch von der Dreier-Linie mit einer 39-Prozent-Quote. Nur Bayreuth, München und Berlin sind besser. Zudem treffen sie fast 80 Prozent von der Freiwurflinie, nur Bamberg und Bayreuth sind erfolgreicher.

Da kommt den Veilchen zupass, dass sie mit dem Gefühl des Sieges gegen Bremerhaven bei den Mittelhessen antreten können. Das 85:79 gegen die Eisbären kam nach zuvor neun Pleiten goldrichtig – auch gerade vor den folgenden schweren Partien in Gießen, gegen Bayern München und Alba Berlin. Interessant: Mit 11:5-Siegen ist die Bilanz der BG gegen Gießen insgesamt positiv.

Gießen verpflichtete am Donnerstag Jared Jordan (34, früher Tübingen, Bamberg, Bonn). Der Amerikaner gilt als „Vorlagen-König“. Er ist Gießens sechster Import, weil Bryant jetzt einen deutschen Pass hat.  haz/gsd

Quelle: HNA

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