Basketball-Bundesliga Männer

Roijakkers‘ schönster Irrtum bei der BG Göttingen

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Zwei „Chefs“ freuen sich: Veilchen-Kapitän Michael Stockton (links) mit BG-Geschäftsführer Frank Me inertshagen nach dem Sieg gegen Ludwigsburg. 

Göttingen – Die BG Göttingen wird auch in der elften Saison in der Basketball-Bundesliga spielen. Das ist die beste Nachricht zum Schluss der zehnten Spielzeit im Oberhaus, die von einigen Höhen, aber auch langen Dursttrecken geprägt war.

.  Die Höhepunkte: Ohne Zweifel der Sensationssieg gegen Berlin. Am 26. Januar gab es dieses frenetisch bejubelte 91:85 gegen Alba, das später im Finale des Eurocup gegen Valencia mit 1:2 unterlag. Auch der Sieg im Pokal gegen Ludwigsburg (6. Oktober 2018) war ein Highlight – er brachte 50 000 Euro Prämie in die Kasse. Ganz wichtig war auch der Auswärtserfolg in Bayreuth (6. April), der die Nerven in einer langen Misserfolgsserie beruhigte. Und natürlich der Rettungs-Sieg in Crailsheim (88:63), der am 32. Spieltag den Klassenerhalt sicherte.

. Die Tiefpunkte: „Hatten wir nicht“, sagt Roijakkers selbstbewusst. Weh taten aber die Heimpleiten gegen Jena und den MBC. Und auch das Pokal-Aus gegen Bamberg, das Roijakkers nach Meinung von BG-Chef Meinertshagen geradezu abgeschenkt habe.

. Die Überraschung: Dazu zählte vor allem Derek Willis. „Seine Entwicklung war beeindruckend“, gibt es von Roijakkers ein dickes Lob für den „Rookie“ (Profi-Neuling). Zwölf Punkte, fünf Rebounds, 42,5 Prozent Dreierquote - der 2,06 m-Schlaks war die große Entdeckung „Er hat lange konstant gespielt, ist nach Rookie-Fehlern aber wieder zurückgekommen“, sagt der Trainer.

. Der Spieler der Saison: Da gibt es gar keinen Zweifel: Es war eindeutig Michael Stockton. Mit 16,4 Punkten im Schnitt belegt er Platz sieben in der BBL. Dazu kommen sieben Assists pro Spiel bei 30:01 Minuten Spielzeit. „MVP, MVP“ feierten ihn die BG-Fans beim letzten Heimspiel gegen Ludwigsburg. Damit wertschätzen sie den wertvollsten Spieler einer Mannschaft. „Er war unsere Lebensversicherung“, sagt auch Roijakkers. Natürlich hatte auch der Kapitän mal schwächere Spiele dabei. Aber im Schnitt war Stockton wieder Denker und Lenker, die rechte Hand von Roijakkers, der General auf dem Feld. Die Chance, dass er bleibt? „Ein Prozent“, sagt der Coach. „Da müssen alle schlafen, die einen Pointguard suchen.“

. Die Serien:In der Vorrunde setzten die Veilchen neun Spiele in Folge in den Sand, blieben vom 3. November bis zum 5. Januar sieglos. Und nach dem Sieg gegen Berlin (26. Januar) gab es zwölf Pleiten in 13 Spielen, unterbrochen vom Auswärtserfolg in Bayreuth. Nach der Pflicht in Crailsheim folgten als Kür noch die Siege gegen Ludwigsburg und in Jena. Roijakkers: „Wir haben mehr Spiele gewonnen als vergangene Saison.“ Und auswärts (sechs) mehr Siege geholt als zuhause (fünf). Schade für die Fans: Im Schnitt kamen 3221 zu den 17 Heimspielen.

. Der Chef-Streit: Zumindest nach außen hin rummste es mehrfach zwischen Coach Roijakkers und Geschäftsführer Meinertshagen. Der Pokal-K.o. gegen Bamberg war ein Anlass dafür, zum Dauerthema wurde das Personal-Problem um den fehlenden sechsten Ausländer. Nach fünf Spielen trennte man sich von Tre Coggins, die Stelle wurde nicht neu besetzt. „Aus Kostengründen“, so der Veilchen-Boss, der zwischen den Zeilen ausdrückte, dass die BG gut zu tun habe, um den neuen Drei-Millionen-Etat und die 250 000 Euro positives Eigenkapital für 2019/20 (Lizenzbedingungen) zu stemmen. Als einziges BBL-Team spielte die BG nur mit fünf Imports, während die Konkurrenz fleißig nachverpflichtete. Crailsheim hatte am Ende acht Ausländer im Kader. „Es bleibt die Mannschaft in der Bundesliga, die am besten nachverpflichtet“, sagt Roijakkers zu Saisonbeginn. Schön, dass sich seine Prognose in Sachen BG als Irrtum erwies.  gsd/nh

Quelle: HNA

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