Basketball-Bundesliga

Top-Center Osetkowski weg, Kurzarbeit bei der BG Göttingen

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Weg nach Super-Saison: Göttingens 2,06 m-Center Dylan Osetkowski (rechts) visiert mit seiner Löwenmähne gegen Ulms Grant Jerrett den Korb der Süddeutschen an. Am Mittwoch hätten die BGer in Ulm antreten müssen... 

Was für eine bittere Entwicklung! Wegen der möglichen Auswirkungen des Coronavirus hat Dylan Osetkowski Basketball-Bundesligist BG Göttingen verlassen – auf eigenem Wunsch, so der Klub in einer Pressemitteilung.

Der Vertrag mit dem 2,06 Meter großen Top-Center wurde im gegenseitigen Einvernehmen (wie es sonst nur bei Rausschmissen plakativ heißt) aufgelöst, beinhaltet aber die Option, dass er zu den Veilchen zurückkommt, falls der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden sollte.

„Wir hatten am vergangenen Freitag eine Teamsitzung, in der besprochen wurde, wie es weitergeht“, berichtet BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. Die BG hatte dabei allen Spielern angeboten, nach Hause reisen zu dürfen. „Dylan ist bisher der einzige, der dieses Angebot wahrgenommen hat. Wir haben absolutes Verständnis für seine Entscheidung“, sagte BG-Headcoach Johan Roijakkers. „Wir haben absolutes Verständnis für seine Entscheidung.“ Osetkowski sei bereits in die USA zurückgereist, um in dieser für alle nicht einfachen Zeit bei seiner Familie zu sein, heißt es in der Klubmitteilung weiter.

Osetkowski ist bei der BG zwar der bislang einzige Abgänger – in der Bundesliga aber längst nicht. So hat auch Derek Willis Ulm bereits verlassen und der Kanadier Kaja Kazami-Keane vom MBC.

Osetkowski war von der BG nachverpflichtet worden, wurde nach einigen Startproblemen in seinen bisher 17 Spielen zur großen Nummer bei den Göttingern. In fünf von sechs ausfeinanderfolgenden Spielen legte der Hüne mit der Löwenmähne jeweils ein „Double-Double“ auf (zwei zweistellige Statistikwerte mit Punkten und Rebounds): Gegen Berlin (24 Punkte, 11 Rebounds), beim MBC (21 + 12), gegen Ulm (16 + 11), in Berlin (22 + 11) und gegen München (11 + 10). Eine sensationelle Erfolgs-Quote!

Kurzarbeit angemeldet

Ein eher düsteres Bild zeichnete Meinertshagen von der wirtschaftlichen Situation der BG. So hat man jetzt Kurzarbeit für die etwa zehn Angestellten des Klubs angemeldet. Meinertshagen: „Wir müssen versuchen, finanziell zu überleben. Die Situation mit den Dauerkarten-Inhabern und den Sponsoren müsse man rechtlich prüfen. Wenn die ausgefallenen Spiele für die Betroffenen ersetzt werden müssten, wäre dies „eine ganz schwere Nummer“, so der BG-Chef. Möglicherweise drohe sogar das Aus. „Aber daran glaube ich nicht. Ich bin vorsichtig optimistisch“, schwächt Meinertshagen ab. Im Raum stehe aber eine Verlust-Summe von knapp einer Million Euro im gut 3,3 Millionen Euro betragenden Gesamtetat. Der Veilchen-Boss: „Wir sind ein kerngesunder Klub.“ Man habe genügend Ersparnisse, aber eben auch nicht so viel, um einen drohenden hohen Fehlbetrag zu kompensieren. Meinertshagen: „Ich fürchte, nicht alle Erstligisten werden überleben.“  haz/gsd-nh

Quelle: HNA

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