Finne steigt als Torwartcoach ein

Huskies setzen auch auf Torwart-Trainer: Antti Ore und Tim Kehler ergänzen sich 

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Erklärung an der Tafel: Tim Kehler während einer Trainingseinheit in der Eissporthalle.

„Der Sommer war zu lang.“ Tim Kehler lacht, als er diesen Satz spricht. Der Cheftrainer der Kassel Huskies wirkt gelöst, entspannt in diesen ersten Trainingstagen.

Er ist zurück an alter Wirkungsstätte – und doch ist vieles neu für den Kanadier. In der vergangenen Saison kam er im November, als die Huskies mitten in der Krise steckten. Erst als zweiter Coach neben Bobby Carpenter, nach dessen kurzem Intermezzo war er alleiniger Chef an der Bande. Doch die verkorkste Saison konnte auch Kehler nicht mehr retten. 

Nach dem vorzeitigen, abrupten Aus in den Pre-Playoffs gegen Crimmitschau begann er mit den Planungen für die DEL2-Saison 2019/20. Die Ergebnisse sind nun sichtbar, genau genommen in Kassel angekommen. Zwölf neue Spieler sind in der ersten Trainingswoche dabei, 13 sind es eigentlich. Aber Stephan Seeger, der sich in der Vorbereitung für einen festen Vertrag empfehlen will, musste noch einmal nach Kanada, kehre aber zeitnah zurück, erklärte Teammanager Manuel Klinge.

In der Defensive größer geworden

Die Huskies 2019/20, sie sind Kehlers Team. Er sagt: „Joe Gibbs hat mir die Gelegenheit gegeben, diese Mannschaft zusammenzustellen. Es ist ein Team, auf das die Huskies-Fans stolz sein werden.“ Es ist kanadisch geprägt, dazu hat Kehler in der Verteidigung und im Sturm personell einiges verändert. „In der Defensive sind wir größer geworden, haben mehr Talent, werden körperlich härter sein. Im Sturm hat uns in der vergangenen Saison Tiefe gefehlt. Wir wollen nun mit vier Reihen Druck, Tempo entfachen und schwerer auszurechnen sein.“

Überreden müssen habe er keinen Spieler, nach Kassel zu kommen, schickt Kehler hinterher. Auch wenn zuletzt die Huskies hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien, so weiß er: „Kassel hat alles andere als ein schlechtes Image in der Eishockeywelt. Ganz im Gegenteil. Es ist ein Standort mit einer großen Tradition, vielen Erfolgen und dem Ruf, Spieler zu entwickeln. Unsere Spieler hatten andere Angebote, aber sie haben sich bewusst für die Huskies entschieden.“ Auch weil der Chefcoach Kehler heißt, ist immer wieder zu hören.

Eines Tages zusammen trainieren

Das ist der Grund, weshalb Antti Ore nun in Kassel ist. Mit dem großgewachsenen Finnen sucht der Kanadier immer wieder das Gespräch. Wer die beiden sieht, dem ist schnell klar: Sie sind vertraut miteinander. „Ich habe in Frankfurt selbst noch unter Tim gespielt. Wir haben Kontakt gehalten und geplant, dass wir eines Tages mal gemeinsam zu trainieren, sollte sich die Gelegenheit ergeben. Jetzt ist dieser Tag gekommen“, erklärt der 39-Jährige.

Am 4. Dezember 2015 beendete eine Knieverletzung Ores Karriere als Torhüter, er stand also nicht auf dem Eis, als die Huskies auf dem Weg zum Meistertitel die Frankfurter 2016 im Viertelfinale sweepten. Am Sonntag ist er angekommen, am Samstag geht’s wieder zurück in die finnische Heimat. Denn Ore wird nicht durchgehend bei der Mannschaft sein. „Geplant ist, dass ich während der Saison alle zwei Monate für eine Woche nach Kassel komme“, erklärt er.

In Finnland arbeitet er als U18-Coach und betreibt einen Sportshop, dort leben seine Frau und die beiden Töchter, 13 und elf Jahre alt. In Kassel arbeitet er täglich schon mit den beiden Torhütern Jerry Kuhn und Leon Hungerecker, bevor die Mannschaft aufs Eis geht. „Gerade für einen so talentierten jungen Torhüter wie Leon ist es wichtig, dass er gezielt gefördert wird. Und das kann ein Torwart-Trainer am besten“, erklärt Kehler.

Die Arbeit hat begonnen. Und bis zur nächsten Reise nach Kassel hat Ore noch einen Plan: „Ein bisschen mein Deutsch auffrischen.“ Bis dahin läuft alles auf Englisch.

Ausblick: Saisoneröffnung am 25. August 

Diesen Termin sollten sich die Fans der Kassel Huskies schon einmal vormerken: Am nächsten Sonntag, 25. August, lädt der Eishockey-Zweitligist zur offiziellen Saisoneröffnung. Der ungefähre Zeitplan für den Nachmittag und Abend:

14.30 Uhr: Startschuss an der Eissporthalle 15 Uhr: Programm von Sponsor Skoda 16 bis 16.45 Uhr: Mannschaftsvorstellung, anschließend Gelegenheit für Autogramme und Selfies 18.30 Uhr: Beginn des Testspiels gegen den tschechischen Klub Karlsbad

Quelle: HNA

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