Eishockey-Trainer ist mit seiner Familie umgezogen

Warum Ex-Husky Boisvert wieder in Kassel lebt

Zurück an der Fulda: Ex-Husky Hugo Boisvert auf der Terrasse des Restaurants Fährmann in Fuldabrück. Im Hintergrund die Bergshäuser Brücke.
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Zurück an der Fulda: Ex-Husky Hugo Boisvert lebt wieder in Kassel.

Hugo Boisvert ist zurück in Kassel. Mit seiner Familie lebt der langjährige Kapitän und Co-Trainer der Huskies nun wieder an der Fulda. Warum? Wir haben mit ihm gesprochen.

Er war 2008 der Aufstiegskapitän der Kassel Huskies. Er machte beim Klub die ersten Schritte als Co-Trainer an der Seite von Rico Rossi, bevor er als Chefcoach nach Bietigheim wechselte. Und nun ist Hugo Boisvert zurück in Kassel. Aber nicht bei den Huskies. Wie das geht? Weil er diesmal seiner Frau Kim gefolgt ist.

Ein Rollentausch der anderen Art war es also, der den 44-Jährigen mit Kim sowie Tochter Adea (16) und Sohn Zavier (14) zurück in die Fuldastadt geführt hat. Zeit ihres gemeinsamen Lebens ging die Familie mit dem Ehemann und Vater, folgte ihm dorthin, wo er Eishockey erst spielte, später coachte. In Dresden, Kassel, Bietigheim.

Bis Boisvert im November als Cheftrainer beim DEL2-Klub der Bietigheim Steelers entlassen wurde. Und nun: „Kim hat ein Jobangebot bekommen. Wir haben uns deshalb als Familie entschieden, zurückzukehren“, erklärt Boisvert. „Immer umziehen ist nicht schön. Es war zu viel hin und her. Jetzt arbeitet einer von uns, und wir haben ein festes Zuhause.“

Denn Kassel, auch diese Entscheidung steht fest, soll die Basis der Familie für die nächsten Jahre werden. Acht Jahre haben die Boisverts bereits rund um die Fuldastadt verbracht. Vieles ist vertraut, vieles trotzdem neu. Die Kinder sind älter geworden: Adea besucht nun das Fröbelseminar in Kassel, Zavier die Soehreschule. Und während seine Frau als Eventmanagerin beim Restaurant Fährmann arbeitet und Englisch bei der MC-Gruppe unterrichten wird, ist Boisvert daheim. „Ich habe vorerst die Kinderbetreuung übernommen“, sagt er und lacht. „Im Moment hat Eishockey noch nicht begonnen. Wenn die Saison läuft, wird es sicher komisch.“

Hinter ihm liegt keine einfache Zeit. Nach drei Jahren als Co-Trainer bei den Huskies nahm der Deutsch-Kanadier bei den Steelers seinen ersten Job als Cheftrainer an, gestaltete dort den Umbruch nach dem Ende der Ära Gaudet. „Im ersten Jahr sind wir Zweiter nach der Hauptrunde geworden. Das hatte keiner gedacht“, blickt er zurück. Allerdings unterlagen die Steelers dann im Playoff-Viertelfinale Dresden. Und im November der darauffolgenden Saison trennte sich der Klub von seinem jungen Chefcoach.

Boisvert wirkt aufgeräumt, wenn er heute darüber spricht. „Für mich waren das viele Erfahrungen. Du musst gesund bleiben, wir hatten viele Verletzungen. Im Leben gibt es gute und schlechte Zeiten. Mein Gefühl von Corona hat quasi im November angefangen.“

Denn was folgte, ist bekannt: Im März wurde die DEL2-Saison nach der Hauptrunde abgebrochen, die Playoffs abgesagt, kein Meister gekürt. Das macht die Jobsuche nicht einfacher. Doch er hat den langen Sommer genutzt. „Es war eine gute Zeit“, sagt er. „Du hast Ruhe, alles zu analysieren, was war gut, was war falsch. Ich habe mich weitergebildet, viel gelesen, Kontakte gepflegt.“

Dass nun Corona den Neustart der Eishockeysaison erschwert, nimmt Boisvert pragmatisch. „Ich mache mich nicht verrückt. Ich weiß, ich muss geduldig sein. Im Sport ergeben sich immer Chancen. Und wenn die nächste Möglichkeit kommt, bin ich bereit.“

Denn egal wohin Boisverts beruflicher Weg führen wird: Sein festes Zuhause wird er trotzdem behalten und von überall aus gut erreichen können – Kassel, im Herzen Deutschlands.

(Von Michaela Streuff)

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