Stammtorhüter ist verletzt

Niklas für Niklas: Ersatzmann des KSV Hessen als Glücksbringer

Auf dem Weg ins Tor: Niklas Neumann bringt dem KSV Hessen bisher Glück. Foto: Christian Hedler

Mit ihm hat die erste Mannschaft noch nicht verloren. Gegen Alzenau stand Niklas Neumann erneut für Stammtorhüter Niklas Hartmann im Tor - und wieder gelang brachte der Einsatz Glück.

Dieses Mal kam es nicht so überraschend. Zweimal hatte Niklas Neumann seinen Teamkollegen Niklas Hartmann im Tor des KSV Hessen Kassel vertreten. Einmal in der vergangenen Saison beim Heimspiel gegen Koblenz (1:1), dann in der Hinrunde bei der Partie gegen Ederbergland (4:1) im Auestadion. Hartmann war jeweils erkrankt ausgefallen, der 19 Jahre alte Neumann hatte kurzfristig von seinen Einsätzen erfahren – und seine Sache ordentlich erledigt. Neumann wird bisher zum Glücksbringer für Kassels Fußballer: Mit ihm hat die erste Mannschaft noch nicht verloren.

Dieses Mal stand nach der Trainingseinheit am vergangenen Montag fest, dass der Torhüter gegen den Tabellenzweiten Bayern Alzenau in der Startelf stehen würde, Hartmann hatte sich an der rechten Hand verletzt. In dieser Woche wird der Stammtorhüter noch einmal untersucht, wenn die Schwellung zurückgegangen ist. Alles sieht nach einem Bruch aus.

Neumann war also klar: Er muss ran. Doch erst mal hatte der junge Torhüter andere Dinge im Kopf. Am vergangenen Mittwoch schrieb er seine letzte Abi-Klausur im Fach Geschichte. Diesen Spagat hat er offenbar hinbekommen. Eine Anekdote dazu: Bevor die Klausurenphase begonnen hat, werden für die Prüflinge Plakate aufgehängt. Der „Blog 36“ – ein Internet-Blog von Löwen-Anhängern – hatte für Neumann ebenfalls eines gestaltet. Darauf steht: „Dumm kickt gut! Viel Erfolg beim Abitur, Niklas Hartmann!“ Ob Absicht oder Verschreiber, das weiß Neumann immer noch nicht genau. Er glaubt aber, dass es ein „Versehen“ war. „Trotzdem eine geile Aktion. Ich habe mich sehr gefreut“, sagt der 19-Jährige.

Niklas und Niklas – da kann man ja auch schon mal durcheinanderkommen. Sicher ist aber, dass sich Neumann nicht hinter Hartmann verstecken muss. Gegen Alzenau machten es ihm seine Vorderleute allerdings auch leicht. Nach der etwas wackeligen Anfangsphase, in der er einmal stark parierte, wurde Neumann selten geprüft, war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. So blieb es auch im dritten Spiel mit der Ersten dabei: Er ist ungeschlagen.

Sollte sich die Verletzung bei Hartmann wirklich als Bruch herausstellen, dann wird Neumann in den kommenden Wochen regelmäßig gebraucht werden. Sein Trainer Tobias Cramer hat da aber keine Bedenken. Nach dem Spiel sagte er über seinen jungen Torhüter verschmitzt: „Ich hole ja keine Blinden.“ Und: „Qualität ist nicht altersabhängig.“ Nach den Abi-Klausuren kann sich Neumann also auf seine nächste Aufgabe im Tor vorbereiten.

Fotos: Der Sieg des KSV Hessen Kassel gegen Alzenau in Bildern

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Quelle: HNA

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