Hessenliga: Vor dem nächsten richtungsweisenden Spiel

Nach Sieg gegen Alzenau: Löwen wieder mitten im Aufstiegsrennen

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Am Ende auch noch Antreiber: Innenverteidiger Jan-Philipp Häuser zeigte sowohl auf dem Platz als auch nach dem Spiel beim Feiern in der Nordkurve eine starke Leistung.

Mit dem 2:0-Sieg des KSV Hessen Kassel gegen Alzenau meldet sich der Hessenligist zurück im Aufstiegskampf. Eine weitere Erkenntnis: Die Löwen sind reifer geworden.

Im vergangenen Jahr hatte der KSV Hessen Kassel zwei Endspiele. Eins in Koblenz um den Regionalliga-Klassenerhalt. Eins in Stadtallendorf um den Hessenpokal und den damit verbundenen Einzug in den DFB-Pokal. Beide Partien verloren die Kasseler Fußballer, weil sie im entscheidenden Moment nicht die beste Leistung abrufen konnten. Am Samstag im Auestadion war das ganz anders.

Zu Gast war der Tabellenzweite der Hessenliga, Bayern Alzenau. Und es war klar: Verlieren die Löwen, ist der Relegationsplatz und damit die Hoffnung auf den Aufstieg weit weg. Ein Sieg musste her, damit der Rückstand auf die Gäste im besten Fall nur noch einen Punkt beträgt. Er wurde geliefert. Vor 2700 Zuschauern gewannen die Löwen 2:0 (2:0) (Hier gibt es den Ticker zum Nachlesen), feierten endlich einen Erfolg in einem „Endspiel“ – und gehen gerüstet in die entscheidenden Wochen der Hessenliga.

Die Erkenntnis des Samstagnachmittags: Diese Löwen sind reifer geworden. Sie sind erwachsener. Zwar verschlief der KSV die ersten Minuten und hatte da Glück, dass Alzenaus Kapitän Salvatore Bari mit einem Heber an der Latte scheiterte (3.). Trainer Tobias Cramer merkte hinterher während der Pressekonferenz an: „Die ersten 15 bis 20 Minuten haben mir nicht gefallen. Es ist uns nicht gelungen, die Räume eng zu machen.“ Doch das Spiel drehte sich. Nach und nach übernahmen die Löwen das Kommando. Und spätestens als Mahir Saglik nach einem Eckball und dem doppelten Versuch von Sergej Evljuskin, der für den erkrankten Brian Schwechel die Doppelsechs mit Frederic Brill bildete, den Fuß hinhielt und das 1:0 erzielte, hatte der KSV das Spiel im Griff. Bis zur Pause erspielten die Löwen Chance um Chance. Hätten 3:0 führen können. Zumindest 2:0 stand es dann zur Halbzeit.

Das ging so: Sebastian Schmeer macht einen Ball im Mittelfeld fest, leitet weiter auf den sehr agilen Marco Dawid, und der geht mit Tempo Richtung Tor. Links Saglik, rechts Schmeer – doch Dawid macht es allein, lässt noch einen Alzenauer aussteigen und schiebt überlegt unten rechts ein. Auch Gäste-Trainer Angelo Barletta merkte hinterher an: „Wir haben komplett den Faden verloren. Es war Glück, dass wir zur Pause nur 0:2 zurücklagen.“

In der zweiten Halbzeit zeigte sich dann, dass diese Löwen wirklich eine reife Mannschaft sind. Sie gingen nicht zu viel Risiko. Sie hatten noch den einen oder anderen gefährlichen Konter, mit dem sie den Sack hätten zumachen können. Aber sie verteidigten es dann stark, ließen Alzenau nicht mehr zur Entfaltung kommen. Deren Top-Torjäger Hedon Selishta (24 Treffer) kam zu zwei Möglichkeiten, war aber ansonsten kaum zu sehen. Dass der KSV mit 17 Gegentreffern die zweitbeste Abwehr der Liga stellt, ist kein Zufall.

Der KSV ist nun wieder mittendrin im Aufstiegsrennen. Trainer Cramer lobte seine Mannschaft die „Charakter und Mentalität“ bewiesen habe. Aber er war im Kopf auch schon wieder weiter. Am kommenden Sonntag tritt der KSV ab 15 Uhr in Ginsheim an. „Das wird ein richtungsweisendes Spiel, weil wir da beweisen können, dass wir eine Topmannschaft der Hessenliga sind“, sagte der Coach. Reif genug dafür sind die Löwen. Das haben sie am Samstag gezeigt.

Fotos: Der Sieg des KSV Hessen Kassel in Bildern

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Quelle: HNA

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