Wenn der Schiri den Elfmeter schießt

Vorbereitung: KSV Hessen Kassel stellt neues Team vor und testet gleich zwei Mal

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Wenn Fußball auf Eishockey trifft: Die Spieler des KSV Hessen Kassel standen sich im unterhaltsamen Test der Eishockeyjugend Kassel gegenüber.

Ein launiges Spiel gegen den Nachbarn, ein bemmerkenswerter Sieg beim ernsthaften Test – und als Krönung ein Schiedsrichter, der auch noch Elfmeter (ver)schießt.

Beim Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel war am Wochenende einiges los. Wir fassen es mal zusammen:

Fußball trifft Eishockey

KSV und HNA hatten dieses etwas andere Spiel gelost am Rande des Rekordderbys in der vergangenen Saison. Nun war es also soweit. Fußball trifft auf Eishockey. Der KSV Hessen auf die Eishockeyjugend. Und klar: Ernsthaft geht anders. Das zeigte schon die Kleidung. Runtergelassenen Stutzen. Fehlende Schoner. Ein Mahir Saglik in Regenjacke, der den ersten Kopfball mit Kaputze ansetzte – und am Ende viermal traf.

Wie heißt es so schön? Da blühte der Flachs. Bei den Zuschauern: „Jetzt sind die Tore schon so groß, und die schießen immer noch den Torhüter an.“ Bei den Spielern: „Das hat schon richtig viel Spaß gemacht heute. Vielleicht fordern wir den KSV jetzt auch auf dem Eis heraus, wenn wir einen passenden Termin finden“, sagte Tom Geischheimer, dem das letzte Tor des Spiels zum 3:13-Endstand vorbehalten war. Die anderen beiden Treffer für die Eishockeyjugend erzielten Ernst Reschetnikow und Christian Bachmann, der sich im Freudentaumel das Trikot auszog.

Auch in der Analyse war im Anschluss viel Augenzwinkern im Spiel. KSV-Verteidiger Ingmar Merle erklärte in vorgespieltem Ernst: „Das müssen wir jetzt in aller Ruhe analysieren. So viele Gegentore, das darf einfach nicht passieren.“ Und Geischheimer ergänzte: „Wir haben zwar hoch verloren, aber in der Wertung der getunnelten Spieler konnten wir uns 5:2 durchsetzen.“

Der etwas andere Test: KSV Hessen gegen Eishockey-Jugend Kassel

Schiri trifft Latte

Der Vorteil eines Regelwerks? Man kann es so und so auslegen. KSV-Vorstand Jens Rose jedenfalls, frischgebackener Jung-Schiedsrichter, überraschte mit ungewöhnlichen Eingriffen in den Spielverlauf. Den ersten Treffer der Eishockey-Jugend legte er mit einem Zuspiel auf. 

Der KSV-Vorstand als Schiedsrichter: Jens Rose hat die Partie des KSV gegen die Huskies souverän geleitet.

Den Einwand, dass der Schiri neuerdings nicht mehr Luft sei, er also hätte abpfeifen müssen, konterte Rose so: „Ich habe zu spät realisiert, dass ich selbst am Ball war.“ In der Schlussphase verhängte er einen Elfmeter gegen die Eishockey-Spieler, trat dann kurzentschlossen selbst an – scheiterte aber erst an Torhüter und im Nachschuss an der Latte. Lob gab es trotzdem: „Für einen Handballer nicht schlecht“, scherzte der sportliche Leiter Jörg Müller.

Fans treffen Spieler

Die Anhänger der Löwen kamen voll auf ihre Kosten. Ob Autogramme von Spielern, Selfies mit dem neuen Trainer Dietmar Hirsch und dem neuen sportlichen Leiter Jörg Müller – für jeden Geschmack war etwas dabei. Und Moderator Klaus Bachmann stellte den KSV-Fans die neuen Spieler vor. Wie etwa Innenverteidiger Alexander Mißbach, der von seinen vielen Stationen erzählte und am Ende gefragt wurde, ob er sich das Auestadion denn schon angesehen hätte. Daraufhin antwortete der 25-Jährige, der aus Erndtebrück gekommen war, ganz trocken: „Naja, mit dem TSV Steinbach war ich ja schon hier.“

Löwen treffen Wacker

Bedeutend ernsthafter ging es für den KSV am Samstag zu. Beim ambitionierten Regionalligisten Wacker Nordhausen stand der erste richtig ernste Test an. Und siehe da: Die Löwen setzten mit dem 3:1 (2:1)-Sieg ein echtes Ausrufezeichen. Kein Wunder, dass Trainer Dietmar Hirsch sehr zufrieden war. „Eine tolle Leistung gegen eine Top-Mannschaft“, sagte er, betonte die große Ausgegelichenheit im Kader. Die taktische Vorgabe, den Gegner früh und aggressiv anzugehen, sei hervorragend umgesetzt worden. Die Tore für die Kasseler erzielten Mahir Saglik (6.), Sebastian Schmeer (42.) und Nasuf Zukorlic (86.).

Quelle: HNA

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