30. Betriebsfußball-Turnier des Postsportvereins Eschwege ist auch das letzte

Finalteilnehmer: (links) der FC Eschwege, (rechts) die Schiedsrichter aus dem Werra-Meißner-Kreis. A uch die Turnierorganisatoren Günter Eichenberg (links) und Frank Beck (rechts) fieberten mit. Fotos: Marvin Heinz

Das 30. Betriebsfußball-Turnier des Postsportvereins Eschwege war auch das letzte. Wir waren vor Ort.

Mit einer gehörigen Portion Wehmut im Gepäck schnappt sich Frank Beck am Sonntagnachmittag um 15.52 Uhr das Mikrofon. Der Vorsitzende des Postsportvereins hatte die Aufgabe, bei der 30. und letzten Auflage des traditionellen Hallenturniers für Betriebsfußballteams die Siegermannschaft mit dem Wanderpokal und einem Geldpreis zu ehren. Ehe der 54-Jährige den Fokus aufs Turniergeschehen lenkte, nutzte er den Moment und bedankte sich bei seinen Weggefährten: „Ihr habt durch euren Einsatz in den vergangenen drei Jahrzehnten das Turnier erst möglich gemacht.“

Einer davon: Günter Eichenberg. Der 73-jährige Fußball-Abteilungsleiter ist seit der ersten Stunde dabei und hat die Entwicklung in den vergangenen Jahren kommen sehen. „Es wurde immer schwieriger, Mannschaften zusammenzukriegen für ein zehn Teilnehmer starkes Turnier“, erzählte Eichenberg, der sah, dass zuletzt immer mehr Firmen mit Gastspielern an den Start gegangen sind. Im Notfall wurden Alte- Herren-Mannschaften eingeladen, um einen Spielbetrieb zu gewährleisten. Auch diesmal musste der Spielplan kurzfristig noch korrigiert werden, weil der Vorjahressieger – eine Lehrermannschaft – nicht antreten konnte. Für Eichenberg besonders ärgerlich: „Viele Firmen schließen eine Teilnahme aus, weil das Verletzungsrisiko zu groß ist.“

Trotz erheblicher monetärer Einschränkungen, die mit der Privatisierung der Post in den 1990er-Jahren einhergegangen sind, hat es der Verein Jahr für Jahr geschafft, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Laut Eichenberg kommen zu wenig Kicker nach: „Viele Zeitarbeiter wissen gar nicht, dass es uns gibt.“ Vor zwei Jahren gewann der Postsportverein das Turnier. Bei der letzten Auflage lief es nicht so rund. In der Folge einer 0:1-Niederlage gegen die Firma Sahm sowie einer 1:5-Klatsche gegen die Schiedsrichter konnten die Mannen um den Betreuer Marco Kramm das letzte Spiel gegen den SC Germerode mit 2:0 gewinnen und sicherten sich Platz drei in Gruppe A.

Von einer ganz besonderen Atmosphäre sprach Kevin Ruttert (31) vom Finanzamt Eschwege-Witzenhausen, der an diesem Wochenende zum ersten Mal dabei war: „Obwohl wir Letzter geworden sind, könnten wir kaum einen schöneren Tag mit unseren Kollegen erleben.“ Felix Berger (24) lobte das hohe Niveau des Turniers, aber auch das harmonische Miteinander. „Man kommt in Kontakt und dann habe ich auch mal gefragt, warum die Post nicht ankommt und der Einkommensteuerbescheid noch auf sich warten lässt“, sagte Berger mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.

Seine Mannschaft, ein Team bestehend aus Schiedsrichtern aus dem Werra-Meißner-Kreis, gewann die Vorrundengruppe A und zeigte sich im Halbfinale gleich in Spiel- und Torlaune. Marc-Philipp Auerswald brachte die Unparteiischen nach Vorarbeit Pascal Immigs gegen die Sparkasse in Front. Tobias Kroh erhöhte zwei Zeigerumdrehungen später auf 2:0, ehe dem Sparkassen-Mitarbeiter Kevin Christl nur der Anschlusstreffer vorbehalten blieb. Im Finale bekamen es Berger, Immig und Co. mit dem FC Eschwege zu tun. Der B-Ligist konnte dank eines strammen Schusses von Adnan Shalla die Mitarbeiter von Sahm mit 1:0 in die Schranken weisen. Nachdem Auerswald für die Schiedsrichter die Führung besorgte, ließ der FCE die Muskeln spielen. Erst drückte Kevin Cohrs den Ball über die Linie, ehe Liban Ibrahim einen sehenswerten Angriff vergoldete und den Turniersieg perfekt machte. 

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