Seit 1. Juli hat sich so manche Regel geändert

Von der Platzwahl bis zur Auswechslung: Acht neue Fußballregeln, die jeder kennen sollte

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In Zukunft wird einem Trainer die Rote Karte gezeigt, wenn er auf die Tribüne verwiesen wird.

Seit 1. Juli herrschen neue Regeln im Fußball vor. Ob bei der Platzwahl, dem Torwartabstoß oder der Auswechslung - es hat sich einiges geändert.

Eschwege – Aufmerksame Betrachter der Fußball-Vorbereitungsspiele zur neuen Saison, die bereits Ende des Monats beginnt, haben es schon festgestellt: Von den Schiedsrichtern werden viele neue Regeln angewendet.

Wir haben mit Kreislehrwart und Hessenliga-Schiedsrichter Felix Berger (SG HNU) gesprochen und uns acht Regeln herausgepickt, die jeder Fußballer kennen sollte.

Felix BergerKreislehrwart

1.Platzwahl:„Hier wird sich der ein oder andere umgucken“ – Felix Berger verweist auf die Änderung bei der Platzwahl, dass der Spieler, der den Münzwurf gewinnt, nicht mehr nur entscheidet, auf welcher Seite sein Team beginnt. Ab sofort darf entschieden werden, ob man die Seite wählen oder den Anstoß ausführen will.

2.Auswechslung:Der auszuwechselnde Spieler muss das Spielfeld künftig auf direktem Weg dort verlassen, wo er steht. „Damit wird etwas gegen das Zeitspiel getan. Denn bisher haben die Spieler das Feld an der Mittellinie verlassen“, sagt Berger und sieht diese Änderung als sinnvoll an.

3. Kritik von Außen:Wenn sich Trainer vom Spielfeldrand zu lautstark in Richtung des Schiedsrichters äußern, sind diese bisher verwarnt – oder direkt auf die Tribüne verwiesen worden. Ab sofort werden Gelbe und Rote Karten gezeigt. Es wird ermahnt, verwarnt und ausgeschlossen. Dies gilt für alle auf dem Spielbericht vermerkten Personen. „Somit auch für Physios, Betreuer, Ärzte, Platzwarte.“ Kurios: Wenn der Schiri eine Beleidigung nicht zuordnen kann, dann zielt die Strafe auf den ranghöchsten Trainer.

4. Schiedsrichterball: Den „Kampf um den Ball“ gibt es nicht mehr. Muss der Schiri das Spiel unterbrechen, erhält das Team den Ball, das diesen zuletzt gespielt oder berührt hat. „Gerade in einem undurchsichtigen Zweikampf war das vorher nicht klar geregelt.“

5. Schiedsrichter berührt unfreiwillig den Ball:Wird der Schiri angeschossen, hieß es bislang: Der Schiri ist Luft. Das Spiel wird fortgesetzt, als wäre nichts passiert. Berger: „Durch eine Abfälschung des Schiedsrichters darf jetzt aber kein Vorteil mehr entstehen. Der Schiri ist Luft? Das war also mal.“ Beispiel: Verteidiger X schießt den Ball, der vom Rücken des Schiris zurückprallt, dem Gegner vor die Füße fällt und dieser nun freie Bahn zum Tor hat. „Künftig gibt es dann Schiedsrichterball – für das Team des Verteidigers.“ Berger: „Zeitgemäße Änderung.“

6. Handspiel:Die Mutter aller Problem-Regeln. „Man hat weiterhin einen großen Ermessensspielraum“, so der 23-Jährige, „aber es wird schon etwas klarer.“ So gilt immer als Handspiel, wenn Arme über Schulterhöhe den Ball berühren. Dieses Beispiel belegt aber die weitere Problematik. Denn schießt sich ein Verteidiger aus Versehen selbst gegen die Hand, die sich oberhalb der Schultern befindet, liegt kein Vergehen vor; zum Beispiel, wenn dieser mit dem Gesicht zum eigenen Tor steht, den vor ihm auftippenden Ball über den eigenen Kopf zurück ins Feld spielen will und dabei den ausgestreckten Arm trifft. Eine absichtliche Ballberührung wird immer abgepfiffen, „aber es ist schwer, Absicht zu unterstellen.“

7. Abstoß:Der Torwart darf den Ball zum Mitspieler spielen, der im eigenen Strafraum steht. „Bisher musstest du als Linienrichter immer hellwach sein und genau schauen, ob der Spieler schon außerhalb stand.“

8. Freistoß-Mauer: Bilden drei (oder mehr) Verteidiger beim gegnerischen Freistoß eine Mauer, dann darf kein Mitspieler des Schützen hinzukommen und zum Beispiel versuchen, die Mauer wegzudrücken. „Da hat es immer Gerangel und Geschubse gegeben“, so Berger. Ab sofort gilt ein Ein-Meter-Abstand. Weitere Infos:

berger.felix@freenet.de.

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