Bilanz des bisherigen Saisonverlaufs der Spielzeit 2020/21

SV Adler Weidenhausen führt in der Verbandsliga in mehreren Statistiken

Stand beim SV Adler als einziger Feldspieler die vollen 1080 Minuten auf dem Platz: Thomas Hammer (links) spielte in jedem der zwölf Ligaspiele durch.
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Stand beim SV Adler als einziger Feldspieler die vollen 1080 Minuten auf dem Platz: Thomas Hammer (links) spielte in jedem der zwölf Ligaspiele durch.

Einen Monat früher als geplant sind die heimischen Fußballer aufgrund der Coronakrise in die Winterpause geschickt worden. Wir ziehen eine Bilanz des bisherigen Saisonverlaufs. Heute: die Verbandsliga Nord.

Allgemeine Lage

Würde die Quotientenregelung greifen, dann wäre die derzeitige Tabelle kräftig durcheinandergewirbelt. Spitzenreiter Weidenhausen heimste pro Spiel deutlich weniger Punkte ein als beispielsweise Sand oder Bad Soden. Die Adler würden auf Rang vier abrutschten, Spitzenreiter nach Quotientenberechnung ist Aufsteiger Lichtenauer FV, der bei dieser Wertung den Durchmarsch von der Kreisoberliga über die Gruppen- und Verbandsliga bis in die Hessenliga perfekt machen würde.

Auf das zweite mit Spannung erwartete Derby der beiden Mannschaften aus dem Werra-Meißner-Kreis müssen die Fans leider verzichten. Das erste Duell zwischen Weidenhausen und Lichtenau erfolgte unmittelbar vor dem Saisonstart beim Kreispokal-Endspiel in Waldkappel und wurde allen Erwartungen gerecht (2:1 n.V. für Lichtenau), das Hinspiel in der Liga hätte am 22. November stattfinden sollen. Doch auch ohne diese Paarung hatten die zugelassenen Zuschauer an den Sportgeländen viel Spaß in dieser Liga, denn fast vier Treffer wurden in der Summe aller Spiele im Durchschnitt pro Partie erzielt. Es war immer mächtig was los auf dem grünen Rasen – und tabellarisch sind die beiden heimischen Vertreter voll im Soll in dieser Spielzeit, in die beide Teams mit hohen Ambitionen gestartet waren. In der Form bis zum Abbruch spielen beide bis zum Ende um den Titel mit.

SVA Weidenhausen

Was für eine turbulente Hinrunde: Der SV Adler erlebte eine wahre Achterbahnfahrt. Nach dem 1:1 am 1. Spieltag gegen die blutjunge SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II wirkte es, als wäre mit diesen beiden verlorenen Punkten bereits die komplette Saison gelaufen. Das war ein deutliches Zeichen, wie ausgeprägt der Ehrgeiz des Teams zum Saisonstart gewesen war. Davon erholt, folgten zwei klare Siege, aber die große Ruhe schien nicht einzukehren. Vor allem nicht, als gegen Eichenzell und Dörnberg verloren wurde und gegen Sandershausen nur ein mageren Remis heraussprang. Zu viel für Trainer Maikel Buchenau, der Anfang Oktober zurücktrat. „Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft einen anderen Impuls braucht“, sagte er als Begründung. Diesen Impuls schien dem Team dann Ronald Leonhardt zu geben. Der Ershäuser, seit sechs Jahren Co-Trainer, wurde zum Chef befördert, verlor zwar das erste Spiel, gewann aber die nächsten fünf Partien bis zum Abbruch vor zwei Wochen und führte sein Team aus dem Mittelfeld an die Tabellenspitze. Dennoch blieb der 52-Jährige stets bescheiden: „Viel verändert habe ich nicht. Vorher haben eben auch mal entscheidende Leute gefehlt.“

Torwart Johannes Klotzsch und Innenverteidiger Thomas Hammer waren die einzigen Akteure, die in den zwölf Partien jede Minute auf dem Platz standen, Sören Gonnermann fand nach kleineren Startschwierigkeiten auch zu seiner Stärke zurück und weist 13 Tore in elf Spielen auf. Apropos Tore: Mit 33 Treffern stellt der Adler den besten Angriff der Liga, hat aber auch die meisten Spiele absolviert.

Lichtenauer FV

Der Aufsteiger hat mächtig in den Kader von Neu-Trainer Rafal Klajnszmit aus Eschwege investiert. Dass dieser aber so harmoniert, das hätten nur die wenigsten Betrachter geglaubt. Die vorhandene Klasse wurde vom ersten Spiel an auf den Platz gebracht, in zehn Ligapartien nur gegen Barockstadt Fulda-Lehnerz II und gegen Willingen verloren. Dabei war von Beginn an klar, dass der LFV, der von Unternehmer Gerhard Klapp mächtig aufgerüstet wurde, einen guten Start hinlegen müsse, um ruhig arbeiten zu können und die Stimmung hochzuhalten. Das gelang mit Siegen gegen Sandershausen und Johannesberg. Insgesamt wurde in den ersten sieben Spielen eine 6:1-Siegesserie hingelegt. Der Durchmarsch scheint also gut möglich für den LFV.

Von Nico Beck

Torschützenliste Verbandsliga

1. Sören Gonnermann (Weidenh.) 13

2. Benedikt Rützel (Eichenzell) 11

3. Florian Heine (Willingen) 10

4. Enver Maslak (Türkgücü) 8

5. Serkan Aytemür (Vellmar) 7

Schützen des SV Adler Weidenhausen und Lichtenauer FV mit mindestens drei Toren:

9. Jan Gerbig (Weidenhausen) 6

18. Luis Goebel (Weidenhausen) 4

18. Pascal Itter (Lichtenau) 4

18. Kilian Löffler (Weidenhausen) 4

28. Alexandru Cucu (Lichtenau) 3

28. Dadah G. Baringo (Lichtenau) 3

28. Nicolai Lorenzoni (Lichtenau) 3

TOPS UND FLOPS

TOPS

Heimstarker Aufsteiger: Wahrlich außergewöhnlich ist die Bilanz des SV Dörnberg auf eigenem Platz. Fünfmal wurde zu Hause gespielt, viermal gewonnen (unter anderem 3:1 gegen Weidenhausen) und einmal die Punkte geteilt (4:4 gegen Eichenzell). Und das als Aufsteiger – Respekt!

Bubi-Truppe aus Osthessen: Diese Auftritte wurden der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II wohl kaum zugetraut. Die Mannschaft, in der fast kein Spieler älter als 21 Jahre ist und damit die mit Abstand jüngste der gesamten Liga darstellt, steht nach elf Spielen auf Rang fünf. Mit großem Einsatz und Lauffreude begeistert das Bubi-Team von Trainer Florian Roth und besiegte sogar Lichtenau 3:1. Gegen den SV Adler setzte es ein 1:1 – am ersten Spieltag war das ein gefühlter Sieg.

Ex-Bundesligaspieler in der Verbandsliga: Für den 1. FC Köln spielte Kevin Pezzoni in der Bundesliga. Vor der Saison gelang der SG Bad Soden ein überraschender Coup mit der Verpflichtung des erst 31-Jährigen. Das wertete die Liga auf. Der Abwehrspieler erzielte in acht Spielen ein Tor.

FLOPS

Ungewissheit vor Spielen: Oftmals wurde erst kurzfristig entschieden, ob ein Spiel stattfinden kann. Klar, Corona. Hier und dort nervte das schon, vor allem, wenn an einem Spieltag mehr als die Hälfte aller Partien nicht ausgetragen wurden.

Zweimal weit unten: Der SV Türkgücü Kassel ist aktuell Drittletzter, steht aber ganz unten in der Fairnesstabelle. In elf Spielen sammelten die Kasseler 34 Gelbe Karten, dreimal Gelbrot und zweimal glatt Rot. Das fairste Team ist Ehrenberg (19 Gelbe). Weidenhausen ist 5., Lichtenau 10.

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