Hessenpokal-Viertelfinale am Mittwoch, 13. November - 19 Uhr

SV Adler vor dem Pokal-Kracher gegen Regionalligist: „ Müssen ein Wunder vollbringen! “

Sorgen für die berühmt-berüchtigte Pokal-Atmosphäre auf dem Weidenhäuser Chattenloh: die frenetischen Anhänger, darunter ein Teil der selbst ernannten „Adler-Ultras“. Sie singen, trommeln und sorgen mit diversen Choreo-Einlagen für eine besondere Motivation. Foto: Florian Künemund

Das größtmögliche Fußball-Pflichtspiel steht für den SV Adler Weidenhausen an: Am Mittwoch, 13. November (19 Uhr), hat der SVA das beste Team in Hessen zu Gast, Steinbach Haiger.

Weidenhausen – Zweimal ist dem SV Adler Weidenhausen im Fußball-Hessenpokal eine Sensation gelungen, am morgigen Mittwoch „brauchen wir aber noch mehr. Da wird eine Sensation nicht reichen. Wir müssen ein Wunder vollbringen.“ Das sagt der Teammanager des Verbandsligisten zum Viertelfinale des Landespokals, zu dem der Topfavorit und Regionalliga-Dritte TSV Steinbach Haiger begrüßt wird. Los geht es um 19 Uhr.

Die Ausgangslage

Steinbach – geografisch zwischen Wetzlar und Siegen gelegen – spielt in der 4. Liga und damit zwei Klassen über dem SV Adler. Gefühlt ist der Unterschied aber noch weitaus höher. Stederoth: „Der TSV ist ein Vollprofi-Verein, der mit Platz drei großartig in der Regionalliga steht und viele Spieler in seinen Reihen hat, die bei Bundesligavereinen ausgebildet wurden.“ Dass der langjährige Bundesligaspieler und Kapitän Nico Herzig nicht gesetzt ist, das beweist laut Stederoth die Stärke des Kaders. Unter allen im Hessenpokal gemeldeten Mannschaften ist Steinbach der Favorit auf den Einzug in den DFB-Pokal, in dem er zuletzt schon spielte, in der 1. Runde aber an Augsburg scheiterte. Weidenhausen rangiert im Mittelfeld der 6. Liga und ist neben weiteren Größen wie Offenbacher Kickers und Bayern Alzenau aus der Regionalliga ein absoluter Außenseiter im Pokal. Das war aber auch in den vorigen Runden der Fall.

Der Gegner

Steinbach Haiger ist schier übermächtig. Das Team von Trainer Adrian Alipour spielte die beste Vorrunde der Vereinsgeschichte in der Regionalliga, steht mit 36 Punkten auf Rang drei und schielt weiter auf den Aufstieg in die 3. Bundesliga. „Einen solch starken Gegner hier in der Region zu erleben, das ist schon etwas Besonderes für den Werra-Meißner-Kreis“, sagt Stederoth. Bester Torschütze ist Mittelstürmer Christopher Kramer mit acht Treffern in 16 Spielen. Der gebürtige Kieler wurde 2018 Torschützenkönig der Regionalliga und wird die Weidenhäuser Verteidigung vor besondere Probleme stellen. Bekanntester Akteur ist Verteidiger Nico Herzig (35). 46-mal spielte er für Aachen und Bielefeld in der 1. Bundesliga.

Der TSV startete stark in den November und beendete mit Siegen gegen Balingen (2:1) und Walldorf (4:2) seine zwei Spiele andauernde Sieglos-Serie.

Die vorigen Runden

Der Hessenpokal 2019/20 ist eine Weidenhäuser Märchengeschichte. Hauchdünn im Elfmeterschießen in der ersten Runde gegen Gruppenligist Schwalmstadt durchgesetzt, folgten zwei unvergessliche Begegnungen. Hessen Kassel wurde beim 4:1-Sieg an die Wand gespielt. Und auch der 2:1-Erfolg über Hessen Dreieich sorgte für landesweites Aufsehen. „Diese Siege gegen die beiden klar favorisierten Hessenligisten haben sich überall herumgesprochen“, sagt Stederoth.

Steinbach musste erst im Achtelfinale einsteigen und fuhr einen lockeren 5:0-Sieg gegen Friedrichsdorf (Gruppenliga) ein.

Der Optimismus

Weidenhausen hat bewiesen, was im Pokal möglich ist. Dass der Außenseiter auftrumpfen kann. Dass Sensationen gleich zweimal gelingen können. Kassel und Dreieich sprachen unisono von zwei entscheidenden Adler-Faktoren. Einerseits von der Atmosphäre am Chattenloh. Dietmar Hirsch, damaliger KSV-Hessen-Trainer, zeigte sich beeindruckt: „Es ist schon verrückt und ganz besonders, dass man als Zuschauer so nah am Spielfeld steht.“ Neben der Atmosphäre ist Stürmer Sören Gonnermann das personifizierte Highlight des SV Adler. Vier Tore gegen Kassel, eines gegen Dreieich ließen ihn zum Albtraum der Großen werden. Auch der TSV Steinbach wies auf seiner Internetseite bereits auf die Klasse Gonnermanns hin.

Der Vorverkauf

Eintrittskarten sind noch im Vorverkauf erhältlich (Männer 8 Euro, Frauen 6 Euro) bei der Firma Feige in Weidenhausen (Chattenlohstraße 15) und der Kfz-Werkstatt Neuenfeldt in Eschwege (Bahnhofstraße 13).

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