Auf einem guten Weg: Renée Stein trotz Ausscheidens bei der Karate-EM zufrieden

Diesmal reichte es „nur“ fürs Viertelfinale: Renée Stein (links) schied bei der Nachwuchs-Karate-EM in Budapest gegen eine Spanierin aus, war mit ihrer Leistung aber dennoch zufrieden. Foto: Gitti Kraußer/Deutscher Karateverband

Renée Stein (15) aus Herleshausen ist trotz ihres frühzeitigen Ausscheidens bei der Karate-EM zufrieden mit ihrer Leistung.

Als Renée Stein am Dienstag um 8.30 Uhr in einer Lufthansamaschine auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens aufsetzte, hatte die 15-jährige Karatekämpferin aus Herleshausen ihr Lächeln wiedergefunden. Die Enttäuschung über das frühe Ausscheiden bei der Nachwuchs-Europameisterschaft im ungarischen Budapest war gewichen: „Ich habe gut gekämpft und bin zufrieden, obwohl eine Medaille drin war.“

Im letzten Jahr war sie noch mit einer Medaille aus Dänemark zurückgekommen. In der Kategorie Kumite U16 bis 47 Kilogramm Körpergewicht präsentierte sich Stein bärenstark und sicherte sich Silber. Auch in ihrer neuen Gewichtsklasse Kumite U16 bis 54 Kilogramm Körpergewicht fand die Herleshäuserin gut ins Turnier. Dabei vertraute die Karateka von Beginn an ihrer passiven Kampfweise. Lange wägte sie ihre Konkurrenz in Sicherheit, um dann überfallartig mit Schlägen, Hebeln und Würfen das Kampfgeschehen zu dominieren.

Im ersten Kampf hatte sie gegen die Österreicherin Alessandra Lederer keine Probleme. Nach einem Tritt zum Bauch machte die Athletin von Bushido Waltershausen (Thüringen) mit Schlägen an Bauch und Kopf drei weitere Punkte und siegte mit 5:0. Nach einem souveränen und nicht gefährdeten 7:0-Sieg gegen Joana Garrancho (Portugal) bekam es Stein im Viertelfinale mit der Spanierin Lona Labato zu tun. Der erste echte Brocken. Durch einen Beinfeger aus dem Nichts geriet Stein schnell mit 0:3 in Rückstand. Daraufhin wurde die 15-Jährige aktiver und öffnete immer mehr ihr Visier. Aber es half nichts, die Kreis-Sportlerin des Jahres 2019 konnte nur noch mit einem Schlag zum Kopf punkten.

„Ich wurde von der Gegnerin gut gescoutet, sie war gut vorbereitet und hatte auf alle meine Angriffe eine Antwort“, erklärte Stein, die nach der 1:4-Niederlage ausgeschieden war. Aber das Ausscheiden ist für Stein kein Beinbruch. Im Gegenteil. „Es war mehr drin, aber man darf nicht vergessen, dass Renée erst 15 ist und in ihre Klasse erst noch reinwachsen muss“, sagte Bundestrainer Noah Bitsch, der mit dem Auftritt von Stein „sehr zufrieden“ war. Laut Bitsch hat Stein noch viel Potenzial: „Wir sind auf einem richtig guten Weg und ordnen die Leistung auch so ein.“

„Wenn ich das nächste Mal auf die Spanierin treffe, werde ich eine gute Taktik haben“, sagte Stein, die erstmal nicht in den Karateanzug schlüpfen wird, weil sie sich einer Operation unterziehen muss. „Bei jedem Schlag hatte ich leichte Probleme, aber ich habe das Schmerzgefühl unterdrückt“, erzählte Stein, die schon in der Vorbereitung mit einem knöchernen Strecksehnenausriss am Ringfinger zum Zuschauen verdammt war. Erst eine Woche vor der EM gab ein Erfurter Handchirurg grünes Licht. Bis zum Weltcup im Mai in Limassol (Zypern) will Stein wieder fit sein.

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