Bindbeutel folgt als Kreisschiedsrichterobmann auf Mühlhausen

Der Akt der Amtsübergabe: Tobias Bindbeutel (links) ist der neue Chef der Schiedsrichter im Werra-Meißner-Kreis. Viel Glück wünscht ihm der bisherige Amtsinhaber Friedhelm Mühlhausen. Im Hintergrund Marco Buchenau. Alle Fotos: Marvin Heinz

79 von 110 Schiedsrichtern aus dem Fußballkreis Werra-Meißner kamen am Donnerstagabend in der Eschweger Stadthalle zusammen, um den Kreisschiedsrichterausschuss zu wählen.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Versammlung.

Ist Friedhelm Mühlhausen noch mal als Kreisschiedsrichterobmann angetreten?

Nein. Aber das war keine Überraschung. Der aus Blickershausen kommende Mühlhausen signalisierte seinem Ausschuss früh, dass er nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Im Rahmen der Versammlung bedankte sich Mühlhausen vor allem für „das harmonische Miteinander in den vergangenen Jahrzehnten“, wie er sagte.

Wer hat dieses besagte Miteinander früh erlebt?

Stefan Reuß. Der Landrat des Werra-Meißner-Kreises und Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes hat vor 32 Jahren die Schiedsrichterausbildung unter Lehrwart Mühlhausen genossen und bestätigte: „Friedhelm hat sehr früh die Talente gefördert und an die Hand genommen.“ Einzig im Mühlhausen-Gespann war für Reuß kein Raum. „Ich konnte nicht mitfahren, weil die Körpergrößenverhältnisse nicht stimmten“, sagte Reuß mit einem Lächeln auf den Lippen, ehe er wenig später an die Schiedsrichter appellierte, an ihrer Auslegung festzuhalten: „Man muss eine klare Linie haben. Natürlich schmeckt die nicht jedem, aber man muss sie haben.“

Wer wurde als Mühlhausens Nachfolger vorgeschlagen?

Tobias Bindbeutel, 44 Jahre alt, aus Kleinalmerode. Sein Club ist der Sportverein Dohrenbach. Er ist ein bekanntes Gesicht in der Fußballszene der Region und vor allem auch unter den Schiedsrichtern. Unter Mühlhausen arbeitete der Ingenieur für Elektrotechnik acht Jahre als Beisitzer im Ausschuss mit. „Meine Mannschaft und ich brauchen eure Unterstützung“, sagt Bindbeutel am Ende seiner Vorstellung, ehe 75 Schiedsrichter für den Familienvater votierten. Vier Schiedsrichter enthielten sich ihrer Stimme.

Wie sieht das Team von Bindbeutel aus?

„Ich wünsche mir frische Impulse durch neue Leute“, so Bindbeutel, der sich für seine erste Amtsperiode vor allem die Schiedsrichtergewinnung und -erhaltung auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei helfen soll der 28-jährige Pascal Immig (TSG BSA) aus Abterode, der nach 15 Jahren als Schiedsrichter in der Funktion des stellvertretenden Kreisschiedsrichterobmanns die Zukunft mitgestalten will. „Wir müssen zeitgemäße Dinge anpassen“, so Immig, der in Zusammenarbeit mit dem neuen Öffentlichkeitsmitarbeiter Fabian Bechmann (24, FC Hebenshausen) den Nachwuchs über die sozialen Medien erreichen will. Sebastian Schäfer (24, FC Großalmerode), Holger Franke (46, FC Eschwege) und Marco Buchenau (45, Lichtenauer FV) verstärken als Beisitzer den Ausschuss.

Auf welche Änderungen können sich die Schiedsrichter freuen?

Mehrtägige Lehrgänge in den Winterpausen und Coaching bis auf Kreisebene plant der neue Kreislehrwart Jürgen Backhaus. „Jeder soll von uns mal eine Bewertung bekommen, die von den Vereinen ist doch immer sehr subjektiv“, so der 54-jährige Schiedsrichter des SV Reichensachsen. Auch „eine möglichst einheitliche Regel-auslegung“ liege Backhaus am Herzen. Als Kreisschiedsobmann und Lehrwart lenkte der Qualitätsmanager im Verkehrsgewerbe 34 Jahre lang die Geschicke im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Seine Zielsetzung lautet nun: „Wir wollen Freude an unserer Tätigkeit als Schiedsrichter vermitteln. Was sein muss, das muss natürlich sein, aber eben auch nicht mehr.“

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