Die Sportler des Jahres im Werra-Meißner-Kreis

Rückblick: So erzielten Celina Wagner und Christian Graf ihre WM-Siege

Holte den Weltmeistertitel nach Schwebda: Taekwon-Do-Kämpfer Christian Graf. Foto: privat

Eschwege. Celina Wagner (18) und Christian Graf (40) sind vom Werra-Meißner-Kreis und dem Sportkreis als regionale Sportler des Jahres ausgezeichnet worden. Die Keglerin aus Sontra und der Taekwon-Do-Kämpfer aus Schwebda wurden Weltmeister. Wir blicken auf ihre Leistungen zurück.

Den großen Applaus, den haben Celina Wagner und Christian Graf während des Sportehrentags in der Eschweger Brüder-Grimm-Schule sichtlich genossen. Für einen kurzen Augenblick fühlten sie sich an ihre größten Erfolge erinnert. Denn auch in den Niederlanden, wo die Weltmeisterschaften im Sportkegeln und im Taekwon-Do stattfanden, hätte der Applaus für die Sieger aus dem Werra-Meißner-Kreis kaum größer ausfallen können. Mit diesen Leistungen haben sich die beiden Sportler an die Spitze der Welt katapultiert:

Celina Wagner

„Wir haben uns eigentlich gar nichts ausgerechnet“, sagt die 18-Jährige vom KV Sontra über die Zeit vor dem ersten Betreten der Bahn im Juli dieses Jahres. Mit „wir“ bezieht sie sich auf ihren langjährigen Kegelpartner im Team-Doppel-Mixed, Eric Hardt aus Wetzlar, mit dem sie in dieser Kategorie der Altersklasse U18 in Eygelshoven startete. Sie zogen ins Finale ein, in dem sie auf das deutsche Duo Laura Panneck (Gütersloh) und Justin Ehling (Herfa) trafen. In diesem zeigten Wagner/Hardt ihr ganzes Können. Der 18-jährige Wetzlaer spielte groß auf und zog zu Beginn davon. Gegner Ehling, der für Bosserode in der zweiten Liga kegelt, zeigte daraufhin Nerven. Dann war es Wagner, die cool blieb, konstant gut traf und Panneck mit 381 Holz in Schach hielt. So reichte es zum Titel, das neue Weltmeister-Duo lag sich in den Armen und sang später mit einem breiten Grinsen die Hymne.

Im Trikot der Nationalmannschaft: Sontras Vorzeigekeglerin Celina Wagner. Foto: privat

Dieser Titel war der Lohn für Wagners Nervenstärke. Erst wurde sie als amtierende Deutsche Meisterin von der Bundestrainerin nicht für das Einzel nominiert, im Team-Doppel wurde sie leicht angeschlagen ausgetauscht und als sie im Tandem-Mixed dann endlich so richtig durchstarten durfte, landete sie als Favorit mit Partner Hardt nur auf Rang drei. Doch wie heißt es so schön: Ende gut, alles gut. Vonseiten der Stadt Sontra wurde Wagner gelobt: „Du bist ein sportliches Aushängeschild!“

Christian Graf

800 Kämpfer aus 35 Nationen und rund 100 Schulen und Klubs hofften in Barneveld auf eine perfekte Tagesforn und den Gewinn eines Weltmeistertitels. Einer davon war zum Ende des vergangenen Jahres Christian Graf vom TV Schwebda. In der Disziplin Formenlaufen/Tul ab 39 Jahren lieferte der heute 40-Jährige den Wettkampf seines Lebens ab. Es ging dabei um einen vorgeschriebenen Ablauf von Verteidigungs- und Angriffstechniken gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner. Eine Jury beurteilte Ausführung, Geschmeidigkeit, Kraft, Atemtechnik, Anspannung, Entspannung, Balance sowie Übereinstimmung von Ausgangs- und Endpunkt.

Zwei Teilnehmer führten einen bestimmten Tullauf parallel auf und warteten auf die Entscheidung. Das Ganze passierte im K.o.-System – einer schied immer aus. Durchgesetzt hatte sich Graf, der Bestnote um Bestnote erhielt und eine außergewöhnliche Leistung zeigte. Seine Freude war nach diesem Erfolg so groß wie der riesige Jubel der mitgereisten Anhänger aus Deutschland, die ihrem neuen Weltmeister applaudierten und „außer sich“ waren (Trainer Robert Borja). (nic/flk/mhz)

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