Der Adler im Derby-Höhenflug

Fußball-Verbandsliga: SVA besiegt Lichtenauer FV – nun Topspiel gegen Bad Soden

Im Kreisderby einer der besten Akteure beim SV Adler Weidenhausen: Jan Gonnermann (Mitte). Er traf zum wichtigen 1:0 gegen den Lichtenauer FV, bewegte sich bis zu seiner Auswechslung klug als hängende Spitze.
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Im Kreisderby einer der besten Akteure beim SV Adler Weidenhausen: Jan Gonnermann (Mitte). Er traf zum wichtigen 1:0 gegen den Lichtenauer FV, bewegte sich bis zu seiner Auswechslung klug als hängende Spitze.

Der SV Adler Weidenhausen hat das Derby gegen den Lichtenauer FV in der Fußball-Verbandsliga mit 2:1 für sich entschieden. Schon morgen steht das Topspiel gegen die SG Bad Soden an.

Weidenhausen – „ So alt ist der doch noch gar nicht“, sagte Ronald Leonhardt, Trainer des SV Adler Weidenhausen, nach dem 2:1-Derbysieg gegen den Lichtenauer FV mit einem Lächeln angesprochen auf die Frage, den wievielten Frühling sein Spieler Jan Gonnermann eigentlich in der Fußball-Verbandsliga erlebe.

Der 34-Jährige hatte am Mittwochabend mit seinem 1:0-Treffer (13.) maßgeblichen Anteil am verdienten Heimsieg.

Dabei war aufgrund einer Muskelverletzung bis kurz vor Anstoß nicht klar, ob Gonnermann überhaupt auflaufen kann: „Er hat mir kurzfristig signalisiert, dass es geht. Sich dann knapp 70 Minuten so zu bewegen, den Gegner immer wieder anzulaufen und eklig zu sein, das war stark von ihm“, so Trainer Leonhardt, der ergänzt: „Er muss fit sein, dann wissen wir, wie viel Erfahrung er reinlegen kann.“

SVA nutzt den ersten Fehler des Lichtenauer FV eiskalt

Dabei sahen die gut 500 Zuschauer unter Flutlicht auf dem Weidenhäuser Chattenloh eine Anfangsphase, in der beide Mannschaften darauf bedacht waren, nicht ins offene Messer zu rennen. Erste Offensivakzente setzte der LFV, ein Kopfball des auffälligen Dmitri Maneacov (2.) und ein Schuss von Sinan Üstün aus 23 Metern (9.) verfehlten allerdings das Adler-Tor.

Auf der Gegenseite nutzte der SVA den ersten Fehler des LFV eiskalt aus: Abwehrspieler Arnold Breidt vertändelte im Vorwärtsgang auf der linken Seite des LFV den Ball gegen Sören Gonnermann. Der Torjäger zog mit dem Ball in Richtung Strafraum und legte quer auf seinen Bruder Jan, der unbedrängt zur Führung einschob (13.).

In der Folge mühten sich die Lichtenauer zwar um mehr Spielkontrolle, die Weidenhäuser wirkten mit ihrem starken Zentrum um Luis Goebel und Tim Gonnermann in der Spielanlage aber wesentlich reifer.

Jan Gerbig mit einem Schuss ins Glück

Sekunden vor dem Pausenpfiff hatten die Heimzuschauer wieder den Torschrei auf den Lippen: Jan Gonnermann brachte es aber nach einer guten Hereingabe von Rechtsverteidiger Eike Görs fertig, sich selbst anzuschießen, statt den Ball aus kurzer Distanz im Tor zu versenken (45.). „Dennoch war das eine richtig erwachsene erste Halbzeit von uns“, lautete das Fazit von Trainer Ronald Leonhardt.

Wer zum Wiederbeginn mit einem wütenden Aufbäumen des LFV rechnete, der wurde enttäuscht. Zu pomadig und wenig zielstrebig wirkte das Team von Spielertrainer Alexandru Cucu über weite Strecken des Spiels.

Stattdessen machte beim SVA wieder einmal Angreifer Jan Gerbig auf sich aufmerksam: Nach tollem Spielaufbau aus der Abwehr über Kilian Löffler und Kilian Krug landete der Ball auf der linken Seite bei Gerbig. Der zog in seiner typischen Manier nach innen, ließ zwei Gegenspieler stehen und setzte den Ball mit seinem starken rechten Fuß unhaltbar für LFV-Torwart Bantis neben den rechten Pfosten (65.) – 2:0.

Erwartete der eine oder andere Zuschauer eigentlich ein hitziges Derby, den sollte die Schlussphase entschädigen: SVA-Keeper Johannes Klotzsch kam nach einem langen Ball von Jan Kaufmann in die Spitze gegen LFV-Angreifer Dmitri Maneacov eine Millisekunde zu spät – Elfmeter und Platzverweis für Klotzsch.

Den Strafstoß gegen den eingewechselten SVA-Ersatzkeeper Veit Hildebrand verwandelte Benjamin Orschel mit viel Glück (88.).

Topspiel: SG Bad Soden morgen mit Ex-Profi Kevin Pezzoni zu Gast

Statt in Überzahl die Schlussoffensive zu starten – unter anderem beorderte Trainer Cucu Innenverteidigerkante Mimbala ins Sturmzentrum – brachten es die Lichtenauer fertig, sich über die gesamten fünf Minuten der Nachspielzeit in Zweikämpfen und Fouls zu verwickeln. Höhepunkt: die Gelb-Rote-Karte für Arnoldt Breidt (90+2.) Es blieb beim 2:1.

Am morgigen Samstag (16.30 Uhr) ist nun die drittplatzierte SG Bad Soden zum Topspiel auf dem Chattenloh zu Gast. Dann können sich die Zuschauer unter anderem auf die Ex-Profis Kevin Pezzoni (99 Spiele für den 1. FC Köln) und Christian Pospischil (81 Spiele für Kickers Offenbach) freuen.

Wer den gesperrten Johannes Klotzsch im Tor des SV Adler vertritt, wird sich laut Teammanager Stefan Stederoth erst kurzfristig klären. „Grundsätzlich müssen wir erst mal gucken, wie gut die Jungs die Belastung von Mittwoch verkraftet haben“, so Stederoth. (Maurice Morth)

SVA - LFV 2:1 (1:0)

SV Adler: Klotzsch - Beng, Löffler, Toro Moreno, Görs, Goebel, T. Gonnermann (Hammer/86.), K. Krug (Hildebrand/86.), J. Gonnermann (M. Krug/72.), Gerbig, S. Gonnermann.

Lichtenauer FV: Bantis - Dietz, Mimbala, Breidt, Üstün, Kurt (Hoffmann/46.), Orschel, Kaufmann, Eker (Gambetta/46.), Salioski (Fondos/78.), Maneacov.

Schiedsrichter: Christian Sinning (Ihringshausen, Fuldatal).

Zuschauer: 500.

Tore: 1:0 J. Gonnermann (13.), 2:0 Gerbig (65.), Orschel 2:1 (88./FE).

Besondere Vorkommnisse:

Rote Karte: Klotzsch (grobes Foulspiel/84.).

Gelb-Rot: Breidt (90+2.).

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