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Der SV Adler schreibt Geschichte: Hessenliga-Aufstieg nach 0:0 gegen CSC perfekt

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Von: Maurice Morth

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Intensives 0:0: Jan Gerbig (Weidenhausen, rechts) behauptet den Ball gegen Toni Lecke (am Boden) und Christoph Reuter.
Intensives 0:0: Jan Gerbig (Weidenhausen, rechts) behauptet den Ball gegen Toni Lecke (am Boden) und Christoph Reuter. © Moritz Ziegler

Der SV Adler Weidenhausen hat es geschafft: Mit einem 0:0 gegen Verfolger CSC 03 Kassel sind ihm der Titel in der Fußball-Verbandsliga und der Hessenliga-Aufstieg nicht mehr zu nehmen.

Weidenhausen – Jubel, Jubel und nochmal Jubel – nach dem Abpfiff war kein Halten mehr: Dem SV Adler Weidenhausen ist vor gut 1500 Zuschauern auf dem Chattenloh am späten Sonntagnachmittag Historisches geglückt.

103 Jahre nach seiner Gründung steigt der Verein von der Verbandsliga in die Hessenliga auf – das gelang noch niemals zuvor einer Fußballmannschaft aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Das 0:0-Remis vor einer starken Besucherkulisse gegen den letzten verbliebenen Verfolger CSC 03 Kassel war das mittlerweile 21. Spiel in Serie ohne Niederlage (!) und brachte die wirklich mehr als verdiente vorzeitige Verbandsliga-Meisterschaft unter Dach und Fach.

Viel Spielkontrolle statt Offensivwirbel gegen den CSC 03

Dabei war im Spiel des SV Adler Weidenhausen gegen die erfahrenen Kasseler Mannschaft von Trainer Lothar Alexi vor allem viel Ruhe am Ball, statt zu viel offensivem Wirbel gefragt. „Wir haben heute sehr kontrolliert gespielt und sind nicht das letzte Risiko gegangen, das war bei dem einen oder anderen Pass zu sehen“, sagte Trainer Ronald Leonhardt nach dem Spiel.

Nach dem Spiel gab es auf dem Chattenloh kein Halten mehr: Nächste Saison wird in Weidenhausen tatsächlich Hessenliga gespielt.
Nach dem Spiel gab es auf dem Chattenloh kein Halten mehr: Nächste Saison wird in Weidenhausen tatsächlich Hessenliga gespielt. © Moritz Ziegler

Aber der Plan ging weitestgehend auf: Nur einmal kam der CSC in der ersten Halbzeit halbwegs gefährlich vor das Adler-Tor, einen schnell ausgeführten Freistoß konnte SVA-Keeper Johannes Klotzsch aber gerade noch so Angreifer Nico Schrader vom Fuß klauen (10.).

Ansonsten taten sich beide Mannschaft schwer, geordnete Angriffe vorzutragen. Den Spitzenteams war deutlich anzumerken, möglichst keinen entscheidenden Fehler machen zu wollen.

Sören Gonnermann beißt sich durch das Spiel

Eine Geschichte des Spiels: Bereits nach 15 Minuten packte sich Adler-Kapitän Sören Gonnermann an den Oberschenkel, der Torjäger biss aber bis zum erlösenden Abpfiff auf die Zähne. „Mit Sörens Verletzung hat sich das Offensivspiel geändert. Aber dass er sich durchgeschleppt hat, war ein Zeichen. Es ist immer wichtig, dass er auf dem Platz steht“, so Trainer Ronald Leonhardt.

Nach einem ersten harmlosen Schuss von Jan Gerbig (22.) wäre es dann auch noch ausgerechnet der angeschlagene Sören Gonnermann gewesen, der für die Führung des SVA hätte sorgen können: Nach einem Freistoß von Luis Goebel von halblinks schraubte er sich im Strafraum am höchsten, sein platzierter Kopfball wurde aber stark von CSC-Torwart Alexander Bartuli pariert (30.).

Nur wenige Augenblicke später hätten sich die Kasseler aber fast selbst ein Ei ins Nest gelegt: Ein Rückpass von Innenverteidiger Mario Wolf geriet zu lang, Torwart Bartuli konnte gerade noch so mit dem Fuß klären (40.). Mit einem minimalen Chancenplus für den SVA ging es in die Pause.

Besten Abwehrreihen der Verbandsliga

Glück dann nach dem Wiederanpfiff: Johannes Klotzsch flog unter einer CSC-Hereingabe hindurch und Kilian Löffler kratzte den Ball für seinen Torwart von der Linie (48.). In der 70. Minute war es dann wiederum Klotzsch, der mit einer guten Parade gegen Nico Schrader das 0:0 sicherte (70.).

Auf der anderen Seite hatten dann die Heimfans den Jubelschrei auf den Lippen: Aus 22 Metern fasste sich Jan Gerbig ein Herz, sein Schuss klatschte allerdings nur gegen die Torlatte (74.). Das war gleichzeitig auch die letzte wirklich nennenswerte Aktion in einer chancenarmen Partie, die zeigte, wieso beide Spitzenteams die besten Abwehrreihen der Verbandsliga aufweisen.

Die Stimmen zum Erfolg

Wir haben uns nach dem Aufstieg am Sonntag beim SV Adler umgehört:

Ronald Leonhardt, Trainer: „Ich bin hochzufrieden und stolz auf eine Riesensaison, die wir gespielt haben. Heute wird gefeiert – nur das.“

Ralf Kruse, Vorsitzender SVA: „Der absolute Wahnsinn. Keiner hat damit im Vorfeld gerechnet und dann haben wir so eine geniale Saison gespielt. Das ist unbeschreiblich. Einfach atemberaubend. Jetzt wird gefeiert.“

Holger Franke, Kreisfußballwart: „Im Namen des Kreisfußballausschusses gratuliere ich herzlich zum Aufstieg. Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass der Fußballkreis Werra-Meißner künftig in der Hessenliga vertreten sein wird. Die Adler haben eine herausragende Saison gespielt und mit einer großartigen Leistung absolut verdient den Aufstieg in die Hessenliga geschafft. Wir drücken unseren Fußballfreunden aus Weidenhausen fest die Daumen für die nächste Runde. Ich bin mir sicher, dass sie dieses Abenteuer bestehen können.“

Klaus Füllgrabe, Ehrenvorsitzender: „Ich dachte, der Höhepunkt wäre der Verbandsligaufstieg. Eigentlich bin ich sprachlos, ich fasse es nicht, dass wir in die Hessenliga aufgestiegen sind.“

Friedhelm Junghans, Bürgermeister Gemeinde Meißner: „Das ist der absolute Wahnsinn, was hier heute in Weidenhausen passiert ist. Diesen Aufstieg gab es noch nie, das ist ein riesiger Erfolg für Weidenhausen, für Meißner, für den gesamten Werra-Meißner-Kreis. Das sowas zu erreichen war, hätten wir einfach nicht gedacht.“

SV Adler - CSC 03 Kassel 0:0 

SV Adler Weidenhausen: Klotzsch - Beng, Löffler, Hamer, Görs (Renke/63.), Ullrich (T. Gonnermann/81.), Goebel, Gerbig, K. Krug, M. Krug, S. Gonnermann.

CSC 03 Kassel: Bartuli - Kessebohm, Wolf, Heussner, Beyer (Fethai/86.), Reuter, Köps, Lecke, Simoneit, Schrader (Steinhauer/77.), Salkovic (Matys/77.)

Schiedsrichter: Joshua Herbert (Schwarzbach).

Zuschauer: 1500.

(Maurice Morth)

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