Deutschland-Tour im Kreis: Radsport-Helden werben für die Region

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Ab über die Werrabrücke: An dieser Stelle beobachteten zahlreiche Zuschauer den Tross der Deutschland-Tour. 

Am Samstag durchquerte die Deutschland-Tour auf der 189 Kilometer langen dritten Etappe von Göttingen nach Eisenach unsere Region.

Sieger nach Schlusssprint wurde der Däne Kasper Asgreen. Schon um kurz vor 14 Uhr ging für Autofahrer hier nichts mehr. Alle Seitenstraßen entlang des Streckenverlaufs waren abgeriegelt. „So ähnlich sah es wohl auch einst an einem autofreien Sonntag aus“, sagte ein Passant, während eine Frau kurz ihr Auto abstellte, um einen Blick auf das Rennen zu erhaschen.

Von Großtöpfer (Thüringen) kommend erreichten die Radrennfahrer um die Tour-Stars Geraint Thomas, Julian Alaphilippe und Deutschlands Hoffnungsträger Emanuel Buchmann Frieda, ehe der Streckenverlauf über die B 249 in Richtung Eschwege verlief. Triathlet Philipp Mock positionierte sich an Strecken „taktisch clever“. Erst sah er das Peloton in Frieda, um 15 Minuten später in Aue das Fahrerfeld gleich ein zweites Mal in Augenschein zu nehmen. „Viele gute deutsche Fahrer sind mit dabei“, freute sich Mock, „das macht es attraktiv zuzuschauen.“

Prominenter Fahrer: der französische Tour-de-France-Held Julian Alaphilippe in der Ausreißergruppe.

Vor 13 Jahren durchquerte die Deutschland-Tour das letzte Mal unseren Kreis. Am 3. August 2006 gewann Sprinter Gerald Ciolek die in Witzenhausen gestartete 203 Kilometer lange Etappe am Zielort in Schweinfurt. Landrat Stefan Reuß war damals in einem Begleitwagen mit von der Partie. Nun verfolgte er das Rennen am Werratalsee. „Das war großes Kino“, so Reuß, „mit dem Rennen wird großartig Werbung für unsere Region gemacht und auch für die tollen Möglichkeiten für Radsportfreunde.“

Derweil kündigten in Eschwege Blaulicht, Sirenengeheul, unzählige Polizeiautos und Motorräder die aus Richtung Grebendorf heranrauschende Karawane an. Langstreckenfahrer Roberto Huke war bereits am Freitag bei der Zielankunft in Göttingen dabei. Dabei sah der ETSV-Sportler, wie der Norweger Alexander Kristoff die zweite Etappe der Deutschland-Tour gewann und die Gesamtführung übernahm. „Die Durchfahrt in meiner Heimatstadt lasse ich mir nicht entgegen“, betonte Huke, der über Radsport stundenlang philosophieren kann und sich freut, die Stars hautnah zu erleben. „Insbesondere auf Sprinter André Greipel habe ich mich gefreut“, so Huke, „er ist eine richtige Kampfsau.“

Im zwölf Kilometer entfernten Wanfried war Bürgermeister Wilhelm Gebhard stolz, die Radsportler aus unserem Kreis zu verabschieden. „Da die Tour medial begleitet wird, ist es eine gute Werbung für unsere traumhafte Landschaft in der Mitte Deutschlands“, fand Gebhardt, „und vor dem Hintergrund, dass wir in diesem Jahr auch die zentrale hessisch-thüringische Gedenk- und Festveranstaltung ,30 Jahre Mauerfall’ durchführen, passt es hervorragend, dass die Tour unsere Stadt durchquert hat.“

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