Zwei ganz besondere Geschichten am ersten Spieltag

Matthias Diegel und Christoph Schülbe sind die Fußballer des Wochenendes

Erlebte einen ganz besonderen Tag: Christoph Schülbe. Das linke Foto zeigt seinen Treffer zum 2:0 im ersten Kreisoberligaspiel seines Teams überhaupt, das er an seinem Geburtstag mit zwei Toren maßgeblich entschied. Fotos: Armin Schülbe/MArvin Heinz

Matthias Diegel und Christoph Schülbe haben am ersten Fußball-Spieltagwochenende im Jahr 2020 im Werra-Meißner-Kreis ganz besondere Geschichten geschrieben.

VON NICO BECK

CHRISTOPH SCHÜLBE

Abterode – „Mehr geht nicht“ – in diesem Punkt sind sich alle Fußballer der SG Abterode/Eltmannshausen am Sonntag einig gewesen. Mehr ging deshalb nicht, weil im ersten Kreisoberligaspiel der Vereinsgeschichte eine faustdicke Überraschung gelandet wurde und Christoph Schülbe an seinem 27. Geburtstag der Matchwinner war. Bereits nach diesen Zeilen ahnt auch der Leser: Mehr geht nicht. Aber der Reihe nach.

In weiser Voraussicht verschob der Stürmer der Spielgemeinschaft seine kleine Geburtstagsfeier. „Wenn ich reingefeiert hätte, dann wären einige wohl nicht so fit gewesen“, sagt er, der auch das Zusammensein mit der Familie von Sonntag auf den gestrigen Montag verlegte. „Generell ist es schon so, dass Fußball einen großen Stellenwert einnimmt und man dann auch so was mal schnell macht.“

Die Glückwünsche vor dem Heimspiel in Abterode der Kreisoberliga, Gruppe 2 gegen die TSG BSA wurden stets mit einem freundlichen Wink in Richtung des Spiels versehen, „fast jeder hat irgendwas gesagt wie ‘Belohn dich heute’ oder ‘Heute kannst du dich selbst beschenken’.“ Er habe sich natürlich gefreut, jedoch rein sportlich nicht viel erwartet, „Im Vorfeld wurde ja überall klar gesagt, dass BSA die stärkste Mannschaft in unserer Gruppe ist.“ Und dann trat Abterode/Eltmannshausen auch noch ohne Mittelstürmer Dirk Sterzing an. Das konnte nicht gutgehen. Ging es aber doch. Vor allem, weil Christoph Schülbe an seinem Ehrentag spielte, als gäbe es keinen Morgen. Erst lief er an zwei Gegenspielern vorbei und hob den Ball über den Torwart, beim zweiten Treffer zum 2:0 war er der Gedankenschnellste, als sein Bruder Philipp vom Elfmeterpunkt scheiterte, der Abpraller vom Torhüter aber ins Feld zurückflog. Schülbe war zur Stelle und ließ sein Team jubeln. „Nach dem Spiel gab es dann gleich zwei Sachen zu feiern“, sagt er grinsend über den 2:1-Heimsieg, „so ein Debüt in dieser Liga hinzulegen, das war schon super.“ Schülbe weiß, dass seine Tore letztlich entscheidend waren, will sich aber nicht als alleiniger Matchwinner verstehen: „Unser Zusammenhalt ist unsere größte Stärke. Das hat man auch in diesem Spiel wieder gesehen. Als BSA besser wurde und den Anschluss geschafft hat, da sind wir nach wie vor alle füreinander gelaufen und haben alles reingeworfen, um zu gewinnen.“ Und das gelang. Wie gesagt: Mehr ging nicht.

MATTHIAS DIEGEL

Ulfen – Leicht müde hat Matthias Diegel beim Telefonat gestern Vormittag noch gewirkt, als er vom Spiel seiner SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund am Sonntag erzählte. Aber wer mag es dem in Reichensachsen wohnenden Fußballer verdenken? Nur gut zehn Stunden vor dem Anpfiff des C-Liga-Auswärtsspieles seiner SG HNU III beim VfB Rommerode II wurde er zum zweiten Mal Vater. „Eine kleine Cleo“, sagt der stolze Vater, der darauf verweist, dass es dem Neugeborenen und seiner Frau gut gehe und auch Schwesterchen Rosa ganz stolz sei.

Warum er mit nach Rommerode fuhr, das sei eine spontane Entscheidung gewesen. Zeitlich habe es gepasst, „und schlafen konnte ich eh nicht, obwohl ich die Nacht kaum ein Auge zugemacht habe. Meine Frau war auch einverstanden.“ Seinen Mitspielern hatte er nichts angekündigt, die bei Diegels Ankunft wohl glaubten, eine Fata Morgana zu sehen. „Aber es geht bei uns nur um die Gemeinschaft. Ich wusste, dass es personell knapp wird bei uns, deshalb wollte ich die Dritte auffüllen und auch für meine Tochter ein Tor schießen.“ Hierfür haben ihm nur wenige Zentimeter gefehlt, denn beim 3:0-Erfolg traf er nur den Pfosten. Das 1:0 bereitete er Pascal Eisenberg mustergültig vor, sodass der kleinen Cleo dieser Treffer in Ansätzen gewidmet werden konnte. „Nach dem Spiel bin ich dann aber gleich los“, sagt er grinsend.

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