Handball-Landesliga: Pascal Gebhardt erlöst den ETSV eine Sekunde vor der Schlusssirene

Dramatisch bis zum Ende

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Nicht nur im Rückraum ist der ETSV-Akteur Klaus Stephan zu finden, sondern auch da, wo es wehtut. In dieser Szene wird dem 17-fachen (!) Torschützen mächtig von den Hünfelder Abwehrrecken zugesetzt.

Eschwege. Handballherz, was willst du mehr? 60 Minuten Spannung und Nervenkitzel, zwei Teams, die sich nichts schenkten und sich dabei fast immer fair begegneten. Dazu ein überragender ETSV-Angriffsmotor Klaus Stephan. Das alles bescherte einen Handballabend, der viel von dem hielt, was man sich von der Partie des neuen Tabellenvierten gegen seinen Vorgänger versprochen hatte.

ETSV-Hünfeld 35:34 (21:17). Es waren nur noch wenige Sekunden zu spielen, als ETSV-Kapitän „Henny“ Stelzner allein in Richtung Siegtreffer unterwegs war, um zum Entsetzen der Zuschauer mit seinem Wurf am jungen Dörge im Tor der Hünfelder zu scheitern. Doch das, was bei den Osthessen in der zweiten Hälfte so oft vorzüglich, nämlich mit einem langen Ball den eigenen Angriff in Position zu bringen, geklappt hatte, scheiterte im letzten Versuch. Klaus Stephan setzte seiner Leistung die Krone auf. Er fing den Pass ab und brachte Pascal Gebhardt in Position, der mit dem letzten Wurf des Spiels, exakt eine Sekunde vor Schluss, für die Entscheidung in einer Partie sorgte, die eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hatte.

Gleich vier Spieler (Hobbie, Siegel, Klug und Löbens) musste das Eschweger Trainerduo Findeisen und Richardt ersetzen. Die ebenfalls ersatzgeschwächten Gäste nutzten dies zu Beginn. Immer wieder wurde im Positionsspiel über den Kreis die Lücke gesucht und gefunden und so liefen die Gastgeber teilweise einem Drei-Tore-.Rückstand hinterher, ehe Mitte der ersten Halbzeit sich die Abwehrarbeit stabilisierte und im Angriff die Effektivität deutlich erhöht wurde. Da zudem Carsten Bachmann im Tor der Eschweger sein Gegenüber deutlich ausstach, wurde die Partie gedreht. Der ETSV setzte sich bis zur Pause mit vier Toren ab.

Höhepunkt der ersten Halbzeit das 13:11, als Klaus Stephan seinen Mitspieler Pascal Gebhardt perfekt in Szene setzte. Und nach langer Abstinenz konnte sich auch Karl Montag mit dem 18:14 in die Torschützenliste eintragen.

Dass die Schützlinge von Trainer Birkel keineswegs kampflos das Feld räumen wollten, zeigten sie nach Wiederbeginn, als sie mit drei schnellen Treffern den Anschluss schafften. Zwar konnte der ETSV seine Führung zunächst weiter verteidigen, doch die oft zu langsame Rückwärtsbewegung sorgte dafür, dass Fabian Sauer (10 Treffer) und Alex Jahn (7) immer wieder alleine vor Bachmann auftauchten. Beim 27:27 (47.) war der Ausgleich hergestellt, dem der HSV zwei weitere Treffer folgen ließ. Drei völlig unnötige Fehlwürfe aus dem Rückraum von Uwe Findeisen (2) und Philipp Eisenberg trugen in dieser Phase nicht zur Beruhigung der Nerven bei, genauso wenig wie die Tatsache, dass die Zeitspielregel von den Unparteiischen oft sehr großzügig für die Gäste ausgelegt wurde.

Doch mit unbändigem Willen und Einsatz aller Akteure wehrte sich der ETSV gegen die drohende Niederlage, lautstark unterstützt von den Rängen. Der überragende Protagonist des Abends, Klaus Stephan, sorgte mit seinen Treffern 16 und 17 jeweils für den Ausgleich zum 33:33 und 34:34, ehe Gebhardt für das Happy End sorgte. So zeigte sich auch Trainer Sandro Richardt nach dem Ende zufrieden und glücklich über den hart erkämpften Sieg, lobte die geschlossene Leistung und Moral, die den anvisierten vierten Tabellenplatz nun erreicht hat und bis zum Saisonende verteidigen will.

• ETSV: Bachmann, Scheuer - Spannknebel 3, L. Hohmann, Montag 1, Stephan 17/6 , J. Hohmann, Gebhardt 2, Eisenberg 1, Hefert 3, Findeisen 5/1, Stelzner 3. (sk).

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