TTC Albungen und SV Ermschwerd die ranghöchsten Tischtennisclubs

Eine Saison für die Geschichtsbücher: Erstmals seit 20 Jahren gibt's wieder ein Verbandsligaderby

Treffen sich in der Verbandsliga: der TTC Albungen mit Kalle Simon (linkes Foto) und der SV Ermschwerd um ihren Neuzugang Wahid Habibie. Der 20-Jährige ist indonesischer Nationalspieler und aktuell die Nummer 953 der Welt. Fotos: Schellenberger, facebook/screenshot

Albungen. 300 Zuschauer, Spannung bis zum Schluss und Emotionen pur sind bei den Tischtennis-Derbys zwischen dem TTC Albungen und dem SV Ermschwerd im vergangenen Jahr geboten worden. Die Bezirksoberliga-Duelle der beiden ranghöchsten Herrenmannschaften des Kreises elektrisierten und pulverisierten bei beiden 8:8-Remis die regionalen Besucherrekorde.

Wir blicken auf die neue Saison, in der es erneut zum Kreisduell kommt. Nun allerdings eine Etage höher in der Verbandsliga. Und das hat fast historischen Wert.

Die Ausgangslage

Erstmals in der 55-jährigen Vereinsgeschichte schafften es die Männer aus Albungen, in die Verbandsliga aufzusteigen. Als Vizemeister nahm der TTC an der Relegation teil, gewann diese und stieg auf. Dass mit dem SV Ermschwerd, dem Bezirksoberliga-Meister, ein zweites Kreisteam in der Verbandsliga aufschlägt, stellt seit der Jahrtausendwende ein Novum dar. Zuletzt duellierten sich vor gut 20 Jahren Reichensachsen und Weißenborn in dieser Klasse.

Die Teams

Dirk Hohmann verstärkt Albungen an Position vier, aufgestellt ist die Mannschaft nur mit der Sollstärke von sechs Spielern, obwohl Gerrit Kimpel beruflich oft verhindert sein wird. Wegen der neuen Ersatzregelung, dass unbegrenzt ausgeholfen werden darf, rückten mit Timo Beck, Maik Krengel und Philipp Pudörius gleich drei Aufsteiger aus dem Vorjahresteam in die Zweite (Bezirksklasse).

Wahid Habibie: der neue Spitzenspieler aus Indonesien. 

Den Knaller des Jahres präsentiert der SV Ermschwerd und verpflichtete mit dem Indonesier Wahid Habibie eine richtige Granate. Der 20-Jährige trainiert dem Vernehmen nach regelmäßig mit Stars wie Timo Boll, ist Nationalspieler und rangiert bereits unter den besten 1000 Spielern der Welt. Nicht aufgestellt ist der Tscheche Dusan Snasel, der unbesiegte Spitzenspieler der Meistersaison. Er wurde an der Schulter operiert und wird durch seinen Landsmann Petr Vicherek ersetzt. Zur Rückrunde wird Snasel wohl wieder dabei sein. 

Die Ziele

Für beide zählt ab September nur der Klassenerhalt. Selbst für Ermschwerd mit den beiden Neuzugängen. Habibie ersetzt Snasel und wird wohl kaum zu besiegen sein. Jedoch kann er mit zwei Einzeln und zwei Doppeln höchstens vier der benötigten neun Punkte für einen Sieg holen. Fünf müssen die Teamkollegen beisteuern. Und Vicherek gilt mit einem TTR-Wert von 1933 Punkten als schlagbar. Um in dieser ausgeglichenen Liga klar oben zu stehen, müsste Snasel noch dabei sein. In Addition aller TTR-Werte der Stammspieler liegt das Team mit einem Schnitt von 1858 dennoch auf Rang drei hinter Weiterode (1877) und Breitenbach (1864) und hat gute Karten, sich schnell vom Keller abzusetzen. Das dürfte für Albungen - mit 1820 Punkten vor Burghasungen (1818) und Ihringshausen II (1784) an drittletzter Stelle der zehn Mannschaften - schwerer werden. Dennoch will die Klasse mit Kampfgeist und Einsatzwillen gehalten werden.

Das Derby

Das Spiel der Spiele im Werra-Meißner-Kreis findet in der Hinrunde am dritten Spieltag (Sa., 28. Oktober) in Ermschwerd statt. Da mit erneut großem Zuschauerinteresse gerechnet wird, behält sich der SVE vor, in die Großsporthalle nach Unterrieden auszuweichen. 

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