Umfrage: „Entscheidungen sind nur Flickwerk“ - „Spieler kommen wieder“

Das sagen Tischtennisspieler zur Spielunterbrechung und den weiteren Plänen

Sprühflasche sprüht Reiningungsmittel auf Tischtennisplatte
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Bekanntes Szenario: das Reiningen der Tischoberflächen im Tischtennis.

Nach Fußballern, Handballern und anderen verschiedenen Hallensportarten hat auch der Hessische Tischtennis-Verband reagiert und aufgrund der aktuellen Corona-Situation den Spielbetrieb ab sofort bis zum 31. Dezember ausgesetzt. Noch im November will der HTTV entscheiden, ob, wie und wann der Spielbetrieb in allen Klassen fortgesetzt wird.

Wir haben uns bei Spielern der Region umgehört. Sehr kritisch wird der HTTV-Vorschlag betrachtet, ab Januar die ausgefallenen Spiele der Vorrunde nachzuholen, um am Ende der Spielzeit wenigstens eine „Einfachrunde“ auf dem Papier zu haben. Die Kritiker sprechen sich, wenn sich die Bedingungen nicht eindeutig bessern, für einen Abbruch der Saison und einen Neustart nach dem Abklingen der Pandemie aus.

Ralf Lenze (TuS Weißenborn): Beim Bezirksklassenclub TuS Weißenborn ist man mit dem Aussetzen der Punktspiele einverstanden, befürwortet einen Abbruch der Saison, wenn sich die Situation nicht bessert. Obwohl es für den TuS nach dem Saisonstart sportlich recht gut aussieht. Abteilungsleiter Ralf Lenze: „Mit der vom Verband geplanten Einfachrunde können wir uns nicht anfreunden, denn das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Wir sollten diese Saison abhaken und uns auf die Zukunft und eine neue Runde konzentrieren.“ Auch der TuS hat von dem Recht Gebrauch gemacht, ein Spiel abzusagen. „Uns war das Risiko einfach zu groß.“ Lenze teilt die Befürchtung nicht, dass die Rückzüge verschiedener Teams im Kreis dem Tischtennissport schaden werden und Akteure aufhören: „Wenn sich alles normalisiert hat, kommen diese Spieler auch wieder!“

Michael May (TTV 79 Eschwege): Auch der Vereinsvorsitzende des TTV 79 ist mit der Aussetzung einverstanden, „obwohl das sicher keine optimale Lösung des Problems ist“. May hofft, dass sich „die Corona-Situation bessert und der HTTV die Punktrunde nicht absagen muss, denn der Spielbetrieb muss weitergehen.“ Dass es beim TTV in der ersten Mannschaft in der Bezirksoberliga nicht läuft, spiele bei den Entscheidungen keine große Rolle. Viel hänge jetzt vom Verlauf der Pandemie und den politischen Entscheidungen ab, der Tischtennissport stehe vor einer entscheidenden Phase. May: „In den kommenden Wochen wollen wir den internen Trainingsbetrieb und die Kontakte auf jeden Fall aufrecht erhalten, wenn wir in die Halle können.“

Patrick Börner (TTC Albungen): Der Mannschaftskapitän des in diesem Spieljahr durch Abgänge arg gebeutelten Verbandsligisten ist wie seine Mannschaftskameraden mit der Aussetzung der Punktspiele einverstanden: „Das war notwendig!“ Es komme dem TTC etwas entgegen, der alle bisherigen Punktspiele ersatzgeschwächt oder mit nur vier Akteuren bestreiten musste und noch ohne Punktgewinn ist. Börner: „Spaß macht uns das so natürlich nicht wirklich, aber wir haben vor, die Serie aus sportlichen Gründen durchziehen.“ Sofern dies coronabedingt überhaupt möglich ist. „In den nächsten Monaten wird sich vermutlich nicht viel ändern und alle angedachten Entscheidungen sind deshalb nur Flickwerk“, sagt Börner, der wenig Sinn darin sieht, den Spielbetrieb im Januar neu anzusetzen.

Lucas Harbich (TSV Frieda): Mit einem „lachenden und weinenden Auge“ betrachtet der TSV-Sprecher die aktuell eingetretene Situation. Lachend, weil das Team an der Bezirksklassenspitze steht. Weinend, weil die Absage der Spiele die gute Serie unterbricht und der TSV „doch sehr gern weiterspielen würde“. Man könne es den Friedaern unter diesen Umständen nicht verdenken, dass sie nicht für den Abbruch der Saison sind. So aber müsse man abwarten, wie sich die Pandemie entwickelt und wie der HTTV entscheidet. Wenn es auf eine Weiterführung hinausläuft, so Harbich, könne man „die Saison verlängern, das gute Hygiene-Konzept des HTTV weiter befolgen oder wie beim Fußball zwei Spiele in einer Woche oder am Wochenende ansetzen.“

Christian Rimbach (TSV Wichmannshausen): Mit der Aussetzung der Spiele ist auch der TSV Wichmannshausen einverstanden, mit einem Abbruch der Punktrunde wäre es Bezirksklassen-Mannschaftskapitän Christian Rimbach aber nicht s. Nicht nur, weil die „Erste“ überraschend gut in die Saison gestartet und noch ungeschlagen auf Platz zwei der Bezirksklasse rangiert. Überhaupt: Der TSV hat vier Mannschaften im Wettbewerb, und alle vier sind bisher noch ohne Niederlage in guten Positionen. Christian Rimbach sagt: „Mit Absageforderungen machen es sich einige zu leicht. Wir sind unter den gleichen Bedingungen wie alle in die Saison gestartet, haben das vorgegebene Hygiene-Konzept konsequent umgesetzt und sind gut damit gefahren. Wir wollen weiterspielen.“ Beim TSV würde man sich auch nicht gegen eine Verlängerung der Saison sträuben, „im Mai muss ja nicht Schluss sein“. Und wenn es doch zur Absage kommt? Rimbach: „Dann nehmen wir das sportlich hin.“

Von Siegfried Furchert

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