Er will doch nur spielen: D-Jugendlicher der JSG Sontra/Wichm./Wehretal

So erlebt der elfjährige Jan Iwan aus Sontra die Zeit ohne Fußball mit seinem Team

Vermisst das Fußballspielen mit seinen Teamkollegen: Jan Iwan von der JSG Sontra/Wichmannshausen/Wehretal.
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Vermisst das Fußballspielen mit seinen Teamkollegen: Jan Iwan von der JSG Sontra/Wichmannshausen/Wehretal.

Jan Iwan aus der D-Jugend der JSG Sontra/Wichmannshausen/Wehretal hat seit über 100 Tagen kein Fußballspiel mehr bestritten. Der Amateurfußball steht still. Wie weite Teile des Landes. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus lassen Mannschaftssport derzeit nicht zu. Der Jugendfußball ist seit drei Monaten von der Bildfläche verschwunden, Trainingseinheiten sind nicht erlaubt.

Durch Trainingseinheiten im eigenen Garten versucht sich der Elfjährige fit zu halten. Aber so richtig zufrieden ist der Mittelfeldspieler nicht, wenn das runde Leder in den einbetonierten Handballtoren zappelt. „Es ist ganz anders“, sagte der aus Sontra stammende Iwan, „man merkt, dass man nicht mehr so fit ist. Wenn man zu Hause ist, dann geht man mal nur eine halbe Stunde raus.“ Iwan baut sich sogar manchmal Hütchen auf, um an seinem Dribbling zu feilen, aber eine Alternative zum fast zweistündigen Mannschaftstraining seien die heimischen Übungen nicht. „Der Zweikampf und der Kampf um den Ball fehlen mir schon. Allein geht das nicht“, gestand der Linksfuß und ergänzt im Telefonat einen wichtigen Aspekt: „Mir fehlt es sehr, gemeinsam im Team etwas zu erreichen.“

Die Atmosphäre und die Stimmung in der Kabine hat Iwan nicht vergessen. Laut ihm seien die Scherze, das gemeinsame Lachen und die Witze enorm wichtig, um Spaß am Sport zu haben. Sein Trainer Michel Etienne habe bei aller Ernsthaftigkeit immer einen guten Spruch auf den Lippen. „Das tut uns gut. Es ist nicht so toll, dass wir uns nun gar nicht mehr sehen“, so Iwan, der den gemeinsamen Jubel mit seinen Mitspielern vermisst: „Mit Torhüter Bastian Werner, Hanna Dietel und Phil Lieberum habe ich nach den Toren immer abgeklatscht. Das war immer cool. Aber das ist ja seit einiger Zeit leider verboten.“

Trotzdem ist in diesen Tagen der Fußball nicht völlig aus dem Leben von Iwan verschwunden. Der Bayern-Fan freut sich Woche für Woche auf die Spiele des Rekordmeisters und dabei hat Iwan vor allem einen Spieler im Auge. „Robert Lewandowski hat ein wahnsinniges Talent. Ich finde ihn einfach toll, er ist einfach nicht zu stoppen. Er hat immer das Glück und auch den richtigen Instinkt, am richtigen Platz zu stehen“, schwärmt Iwan, der in seiner Freizeit gern schwimmt und mit dem Mountainbike den neuen Pumptrack in Sontra auf Herz und Nieren testet.

Jan Iwan taucht auf der Konsole auch gern mal für wenige Stunden in die Welt des virtuellen Fußballs ein. Auf der Nintendo Switch sucht er sich dabei für einen größeren Anreiz auch gerne ganz besondere Herausforderungen. „Ich spiele auch mal mit Mannschaft, die nicht so gut sind. Zuletzt hatte ich Kaiserslautern. Ich habe es nach ein paar Monaten geschafft, von der dritten in die erste Liga aufzusteigen“, berichtete Iwan, der am Ende des Telefonats nur noch einen Wunsch hatte: „Es wäre toll, wenn Corona vorbei wäre und ich auch mal mit meiner Mannschaft aufsteigen könnte.“

Von Marvin Heinz

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