Bei Verbandssitzung wird über die Zukunft des Spielbetriebs gesprochen

Wie geht es weiter im Fußball? Darauf hofft Kreisfußballwart Holger Franke

Holger Franke, Chef des Fußballkreises Werra-Meißner.
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Holger Franke, Chef des Fußballkreises Werra-Meißner.

Nicht nur in Hallensportarten wird in diesen Tagen darüber diskutiert, wie der Spielbetrieb bis zum Saisonende im Jahr 2021 weiterlaufen könnte. Sondern auch im Fußball.

Deshalb findet am Donnerstag, 29. Oktober, eine Vorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) statt, an der auch die Verantwortlichen der Bezirke und Kreise teilnehmen. Wir haben am Dienstag mit Holger Franke, dem Kreiswart des Fußballkreises Werra-Meißner, gesprochen. Ob sich die Beschlüsse der gestrigen Ministerpräsidenten-Konferenz auf den Fußball auswirken werden, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Holger, welche Position wird der Kreisfußballausschuss Werra-Meißner bei der Versammlung am Donnerstag einnehmen?

Wir vertreten die Auffassung, dass der Spielbetrieb zumindest vorerst fortgesetzt werden sollte, solange es die Rahmenbedingungen zur Coronapandemie erlauben und behördliche Verfügungen dies zulassen. Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass der Verband seiner bisherigen Position treu bleibt, wonach die Entscheidung über den Spielbetrieb vor Ort gefällt werden kann und es nicht zu einer Beschlussfassung kommt, die den Spielbetrieb hessenweit aussetzt. Die regionalen Unterschiede hinsichtlich einer Vielzahl von Faktoren von den Infektionszahlen bis hin zum Meinungsbild der Vereine sind riesig. Ein „alles über einen Kamm scheren“ aller Fußballkreise würde den individuellen Bedürfnissen vor Ort sicher nicht gerecht.

Wieso diese Position?

In den vergangenen Wochen haben wir es so gehandhabt, dass in allen Fällen, in welchen begründete Corona-Verdachtsmomente an uns herangetragen wurden, die Spiele konsequent abgesetzt wurden. Dies haben die Klassenleiter aber nicht im Alleingang entschieden, vielmehr wurden stets die gegnerischen Mannschaften mit ins Boot geholt. So konnten einvernehmliche Entscheidungen im Sinne des Gesundheitsschutzes getroffen und jegliche absehbaren Risiken vermieden werden. Mit dieser Herangehensweise haben wir im Fußballkreis Werra-Meißner bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

Was würde ein Saisonabbruch – in welcher Form auch immer – bedeuten?

Wir sind uns sehr im Klaren darüber, dass die derzeitige Position eine Momentaufnahme ist und wir möglicherweise schon in Kürze aufgrund veränderter Rahmebedingungen unsere Bewertung neu überdenken müssen. Alle Entscheidungen sind derzeit nur von begrenzter Dauer und können nur „auf Sicht“ getroffen werden. Die Winterpause ist bei uns relativ nah, der letzte Spieltag ist für den 15. November vorgesehen. Ich würde mir wünschen, dass wir einige Spiele noch durchbringen. Im Sommer haben wir uns für das alternative Spielmodell entschieden. Dies haben wir bewusst getan. Nicht nur, weil wir hierin ein attraktives Spielsystem gesehen haben. Es gibt weniger Spieltage, dies könnte sich für uns im Laufe der Spielrunde als großer Vorteil erweisen.

Was erwartest du von der Sitzung?

Ich erwarte zunächst einmal gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Positionen. Ich bin überzeugt, dass jeder Kreisfußballwart für seinen Fußballkreis nur das Beste will und höchst verantwortlich handelt. Gleiches tut auch das Präsidium des HFV. Aus der Sitzung sollte das Signal gesendet werden, dass in krisenhaften Situationen solidarisches Verhalten oberstes Gebot ist. Dies bedeutet aber nicht, dass alle einer Meinung sein müssen. Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass es Sache der Politik ist, klar zu definieren, wann und unter welchen Voraussetzungen gespielt werden darf und wann eben nicht. Nur dann hätten wir gleiche Bedingungen für alle.

Wie waren die Rückmeldungen der Vereine im Vorfeld?

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Sitzung habe ich unsere Vereine natürlich mit einbezogen, denn deren Interessen habe ich zu vertreten. Eine große Mehrheit spricht sich – noch – für die Fortsetzung des Spielbetriebes aus. Es wurde aber auch sehr deutlich, dass die Sorge wächst und sich viele Vereinsvertreter einer großen Verantwortung ausgesetzt sehen, die nicht unbegrenzt gestemmt werden kann.

Welchen Eindruck hast du vom bisherigen Verlauf des Ligabetriebs in der Region bezüglich der Hygienekonzepte?

Die Einhaltung des HFV-Hygienekonzeptes ist mit hohen organisatorischen und logistischen Herausforderungen verbunden. Für kleine Vereine bedeutet es eine enorme Kraftanstrengung, die Vorgaben zu erfüllen und einzuhalten. Hier spreche ich ein großes Lob an unsere Vereine und alle ehrenamtlich tätigen Personen aus. Die überwältigende Anzahl der Vereine im Kreis setzt die Vorgaben in vorbildlicher Art und Weise um. Auch zu den am vergangenen Wochenende in Kraft getretenen Regelungen haben mich viele positive Rückmeldungen erreicht, wonach die Vorgaben umgesetzt und von den Zuschauern und Mitwirkenden auch akzeptiert wurden. So zum Beispiel beim Tragen der Mund-Nasen-Maske. Festzuhalten bleibt, dass die Grenze des Leistbaren aber erreicht ist.

Von Nico Beck

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