Bei den Special-Olympics-Weltspielen im Handball

Drei Handballer aus dem Werra-Meißner-Kreis haben in Abu Dhabi Bronze gewonnen 

Stellt sich den Fragen der Journalisten: Maik Otto aus Weiße nborn. Der Handball-Torwart genoss es, mit Medienvertretern über das Spektakel in Abu Dhabi zu sprechen. Foto: Nico Beck/Screenshot: sky sport news hd

Abu Dhabhi - Eine sensationelle Leistung ist gekrönt worden: Bei den Special Olympics sind drei Personen aus dem Eschweger Raum mit der Bronzemedaille zurückgekehrt. 

„Waaaahnsinn“ – so das kurze, aber treffende Fazit von Erik Hogreve zu den Leistungen der von ihm trainierten Unified-Handball-Nationalmannschaft. Bei den Special Olympics, den Weltspielen, bei denen Sportler mit geistiger Behinderung ein Team bilden mit Akteuren ohne Handicap, gewann Deutschland die Bronzemedaille. „Der Jubel hat bei uns und den vielen deutschen Fans keine Grenzen gekannt“, berichtete der Trainer nach dem Sieg im Spiel um Platz drei aus Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. 

Die Glückwünsche, die gibt Hogreve sofort an sein Unified-Team weiter. Zu diesem gehören mit Torwart Maik Otto aus Weißenborn und Unified-Partner Nico Weiß aus Wanfried gleich zwei Spieler aus dem Werra-Meißner-Kreis, mit Hogreve sogar die einzigen Hessen.

Das Spezielle an den Special Olympics ist, dass Spieler mit geistiger Behinderung gemeinsam mit Spielern ohne Handicap eine Mannschaft bilden, zusammen Handball spielen und beweisen, dass der Sport verbindet und zusammenschweißt.

Stellt sich den Fragen der Journalisten: Maik Otto aus Weißenborn. Der Handball-Torwart genoss es, mit Medienvertretern über das Spektakel in Abu Dhabi zu sprechen. Foto: Nico Beck/Screenshot: sky sport news hd

Und wie gut die Mannschaften auch auf dem Spielfeld agieren, das wurde einmal mehr in Abu Dhabi deutlich. Nach der knappen Halbfinal-Niederlage gegen Spanien waren es eben Maik Otto und Nico Weiß, die im Spiel um Platz drei aus dem ohnehin sehr gut eingestellten und zusammen spielenden Hogreve-Team herausragten. „Maik hat in seiner Einsatzzeit eine spektakuläre und ganz wichtige Parade gezeigt“, sagt Hogreve über das Spiel gegen Kenia, in dem seine Mannschaft fünf Minuten vor dem Ende mit vier Toren schier aussichtslos zurücklag. „Mit einer Energieleistung haben wir Tor um Tor aufgeholt. Es war an Dramatik nicht zu überbieten.“ Mit der Schlusssirene passierte das Minuten zuvor kaum für möglich Gehaltene: Nico Weiß wuchtete den Ball in der allerletzten Spielsekunde in die Maschen zum 19:18, das die Bronzemedaille bedeutete. Auch wenn Nico Weiß, der für den VfL Wanfried spielt und über sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Handball-Abteilung des SV Reichensachsen vor einiger Zeit zum Unified-Team als Betreuer und Mitspieler stieß, der Matchwinner war, so hatte jeder Spieler seinen Anteil an diesem großen Erfolg. Egal ob mit Handicap oder ohne.

Nach dem Sieg über Kenia kosteten die Spieler ihren Triumph voll aus, ließen ihren Emotionen freien Lauf, freuten sich und waren überglücklich ob ihrer Leistungen. Torwart Maik Otto, der im Kreise des Nationalteams liebevoll „Bundes-Maik“ genannt wird, brachte im Interview mit Sky auf den Punkt, worauf es bei solchen Events ankommt. Auf die Frage, was er im Laufe der Zeit beim Unified-Team gelernt habe, nannte er: Verantwortung zu übernehmen, dass alle zusammenhalten und auf die Trainer hören müssten, aber die Freundlichkeit untereinander und vor allem der Spaß das Wichtigste seien.

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