Ein Zittersieg im Schicksalsspiel

Eschweger TSV gewinnt erstes Saisonspiel im Kellerduell gegen Dittershausen 25:24

Abgezogen: Johannes Brill erzielte ein Tor für den Eschweger TSV. Ihm und den anderen jungen Spielern war die Anspannung im Kellerduell sichtlich anzumerken. Brill flog wie Mike Guthardt mit Rot vom Feld. Foto: Claus

Eschwege. Der Eschweger TSV hat den ersten Saisonsieg in der Handball-Landesliga eingefahren. Zu Hause siegte der Tabellenletzte in einem niveauarmen, aber nervenaufreibenden Kellerduell gegen den Vorletzten Dittershausen 25:24. Ein Spielfilm:

• 1. bis 15. Minute: Schon in der Frühphase zeigte Eschweges Torwart Cornel Medrea, dass er in glänzender Verfassung ist. Drei Paraden zum Einstand – stark. Das Problem nur: Der ETSV schlug kein Kapital daraus, weil er vorne selbst viel zu viele Fehlwürfe und -pässe dabei hatte. So stand es 2:2 nach acht Minuten. Ab der zehnten Minute lief es dann aber besser. Auch aufgrund der roten Karte gegen Gästespieler Moritz Gerlach wegen Notbremse und des daraus resultierenden Siebenmeter-Tores setzte sich der ETSV bis auf 8:3 ab. Alles deutete schon jetzt auf den ersten Zweier in dieser Spielzeit.

15. bis 30. Minute: Jetzt aber folgten sechs Minuten ohne Treffer der Gastgeber. Die wirkten trotz des beruhigenden Vorsprungs nervös. Gerade den jüngeren Spielern war anzumerken, dass die Nerven blank liegen angesichts der Bedeutung des Keller-Krimis. Immer wieder schlichen sich technische Fehler in der Offensive ein, sogar Ballverluste im Aufbauspiel. So kam Dittershausen auf 8:6 ran. Unruhe brachte noch zusätzlich die nächste rote Karte wegen Notbremse – diesmal gegen ETSVler Mike Guthardt. Dank des starken Medreas zwischen den Pfosten blieb Eschwege trotz der Schwächephasen immer in Front. Halbzeit: 13:11.

• 30. bis 45. Minute: Zum zweiten Mal zogen die Kreisstädter direkt nach Wiederbeginn davon. In Minute 35 stand es 16:12. In doppelter Überzahl beim Stand von 18:16 gelang es dem ETSV nicht, das Polster aufrechtzuerhalten. Er erzielte kein eigenes Tor, sondern kassierte das 18:17 per Siebenmeter (40.). Johannes Brill verursachte diesen und flog ebenfalls wegen eines Foulspiels als letzter Mann vom Parkett. Kurios. Jetzt wurde es so richtig spannend.

• 45. bis 60. Minute: Die Partie war weiter offen, Eschwege blieb knapp vorn. Bis zur 55. Minute. Dittershausen glich erstmals seit dem 1:1 aus – zum 22:22. Dann 23:22. Wegen eines Fehlwurfs von Philipp Haaß und des Passes von Tomislav Zidar zum Gegner aber gingen die Gäste tatsächlich mit 24:23 in Führung. 2:15 Minuten waren noch zu spielen. Alle dachten: Nun kippt das Spiel. Nachdem Alin-Georgian Smeu mit einem geschickten Sprungwurf ausglich und der ETSV direkt wieder in Ballbesitz kam, nahm Trainer Matthias Müller eine Auszeit. Seine Ansage fruchtete: Fabian Otto tankte sich sieben Sekunden vor Ende durch und erzielte das 25:24. Dittershausen schloss noch mal aus schwierigem Winkel ab. Medrea hielt. Die Spieler feierten ausgelassen mit dem Trainerteam. Ein wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf.

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