31:24-Sieg in der Handball-Landesliga gegen das Schlusslicht

Nicht nur nach dem Heimsieg hat der ETSV allen Grund zur Freude

Überragender Torwart: Tobias Gleim. Archivfoto: WR

Handball-Landesligist Eschweger TSV hat am 18. Spieltag einen deutlichen 31:24-Sieg gegen Schlusslicht Zierenberg eingefahren. 

VON NICO BECK

Eschwege – Wenn selbst Trainer Christian Löbens mit dem Auftritt seines Handball-Landesligisten Eschweger TSV recht zufrieden gewesen ist, dann spricht das für die Leistung des Tabellenzehnten. „Dass ich überhaupt nichts zu verbessern habe, das ist wohl unmöglich“, so der Coach nach dem 31:24-Erfolg in eigener Halle gegen Schlusslicht HSC Zierenberg (14.). Am Sonntagabend aber war ein solcher Tag, an dem es nur ganz wenig zu kritisieren gab. „Hin und wieder die Konzentration und auch den Spielstand“ führte Löbens auf – vor allem das Ergebnis hätte deutlich höher ausfallen können, monierte er. „Sonst aber alles gut“, sagte er in Richtung seiner Spieler, die zahlreiche Randgeschichten lieferten. Wir nennen vier.

1. Die Torhüter: Die Gäste aus Zierenberg erzielten 24 Tore, scheiterten aber gleich 22-mal an den Eschweger Torhütern. Die Leistungen der ETSV-Keeper Cornel Medrea und Tobias Gleim waren herausragend. Löbens überraschte, als er mit Beginn der zweiten Hälfte Gleim für den bärenstarken Medrea einsetzte. Und was machte der zweite Torwart? Er setzte sogar noch einen drauf. Wahnsinn, was fünf Minuten vor dem Ende abging. Gleim hält mit dem Fuß, dann fährt er die linke Pranke aus und krönte sein bestes Saisonspiel Sekunden später mit einem gehaltenen Siebenmeter. „Ich war voll drin im Spiel, es war richtig geil“, sagt der etatmäßige Medrea-Ersatz, der seine Nummer eins sogar in den Schatten stellte. Obwohl auch diese ganz stark spielte. Trainer Löbens: „Tobi hat viele freie Würfe gehalten und ein klasse Spiel gemacht. Dank ihm ist der Spielstand nie groß zusammengeschmolzen.“

Ganz stark am Tag nach seinem 23. Geburtstag: ETSV-Spieler Fabian Otto. Foto: Markus Claus

2. Das Geburtstagskind:Mit acht Toren avancierte Eschweges Linksaußen Fabian Otto zum besten Werfer des Spiels. Am Tag zuvor wurde er 23 Jahre alt. Von Müdigkeit war dem trickreichen Modellathleten aber nichts anzumerken. „Ich habe am Freitag reingefeiert, von daher war das heute jetzt alles kein Problem“, erzählte er nach der Partie, die er offensiv entscheidend prägte. War es im ersten Durchgang Mike Guthardt, der die ETSV-Zügel in der Hand hielt und nicht zu bremsen war, so war es im weiteren Verlauf vor allem Otto, der aus einem sehr starken Eschweger Kollektiv herausragte. Hier sollte aber nicht vergessen werden, dass dem ETSV vom Tabellenletzten auch weitaus größere Räume geboten wurden als gegen andere Gegner in der Landesliga. Dennoch: Das Geburtstagskind imponierte. So in der 47. Minute, als er vorn am Innenpfosten scheiterte, zurücklief, einen Pass des Gegners abfing, den Spielzug initiierte und seinen zuvor vom Alu verhinderten Treffer nachholte. Ein klasse Auftritt des nun 23-Jährigen. Grund zur Freude hatte auch Alin Smeu, der in diesen Tagen Vater wurde. Hallensprecher Charly Montag wünschte beiden „ein super Spiel heute“ – dieser Wunsch erfüllte sich.

3. Der Neuzugang: In der 19. Minute erstmals auf dem Parkett, deutete Neuzugang Dino Bacic in seinen 24 Minuten auf dem Feld an, weshalb die Eschweger viel vom 28-jährigen Kroaten erwarten dürften. Als cleverer Verteidiger stellte er Räume zu; für alle noch offensichtlicher wurde seine Klasse im Angriff, als er dreimal mit Zuspielen aus der Trickkiste Jakob Manegold bediente. In der 39. Minute erzielte er sein erstes Tor. Ein Top-Einstand!

4. Die Geschlossenheit:Die zeigte sich vor allem bei sehenswerten Spielzügen, klaren Lauf- und Passwegen. Es war wunderbar zu sehen, wie der ETSV den Ball zielgerichtet durch die eigenen Reihen laufen ließ und immer den freien Mitspieler suchte. So wurde von Beginn an der Eindruck vermittelt: Hier steht ein Team auf dem Platz. Und das war auch so.

Eschweger TSV - HSC Zierenberg 31:24 (18:11)

Eschweger TSV: Medrea 10 (gehaltene Bälle), Gleim 12 - Smeu 2, Wagner 3, Otto 8, Bacic 1, Manegold 3, Ständer, Guthardt 6, Haaß 6, Manojlovic 2. 

HSC Zierenberg: J. Rudolph 6, Zimmermann 4 - Schindehütte 3, Richter 1, Barthel, Feyh 7, M. Kunz 4, A. Rudolph 3, Rode 4, Spangenberg 1, D. Kunz, Eckhardt 1. 

Zuschauer: 200. 

Spielfilm: 4:1 (7.), 8:6 (13.), 12:8 (21.), 18:11 (30.) - 19:13 (37.), 23:13 (40.), 27:17 (49.), 29:21 (55.), 31:24 (60.).

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