Interview mit dem Profi vom FC-Arsenal

Weltmeister Shkodran Mustafi: Vom Lebensmittel-Dieb zum Gourmet

Steht bei Arsenal London in England unter Vertrag: Shkodran Mustafi aus Bebra.
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Steht bei Arsenal London in England unter Vertrag: Shkodran Mustafi aus Bebra.

Weltmeister aus Fulda. Das ist das Leben des Shkodran Mustafi. Er wuchs in Bebra auf und ist heute beim FC-Arsenal.

Bebra - Osthesse trifft Osthesse: In der Sky-Serie „Meine Geschichte“ hat Moderator Riccardo Basile aus Fulda Shkodran Mustafi auf den Zahn gefühlt, der in Bebra aufgewachsen ist. Neben seinem Werdegang sprach der Arsenal-Profi auch über seine Zeit in Osthessen. „Wir haben früher sehr bescheiden gelebt. Es fällt mir jetzt gar nicht so leicht, darüber zu sprechen“, kommt Mustafi das einzige Mal während der gesamten Folge ins Stocken. „Wir haben in der Nähe eines Rewe-Markts gewohnt. Dort bin ich hingegangen und habe aus dem Container Lebensmittel rausgeholt, die weggeworfen wurden. Mir hat das nichts ausgemacht“, blickt der Fußballprofi zurück.

Shkodran Mustafi: Kindheit war die schönste Zeit seines Lebens

Ob der Innenverteidiger diese Zeit bedauere? „Meine schönste Zeit war definitiv meine Kindheit“, betont er auf die Frage, ob denn nicht die Weltmeisterschaft 2014 die schönste Zeit in seinem Leben war. Gerne schaut er auf die Tage zurück, in denen er Familie, Cousins und Freunde um sich hatte. „Es wurde jeder Cent umgedreht. Klassen- und Sportkollegen hatten immer mehr als ich, aber mir hat das nicht viel ausgemacht. Mir hat ein Ball gereicht.“ Bereits früh habe er gelernt zu akzeptieren, nicht alles haben zu können.

Wie fußballverrückt der Nationalspieler ist, zeigt die Tatsache, wie er teilweise zu den Trainingseinheiten des SV Rotenburg gelangte. Der Grund: Seine Mutter hatte keinen Führerschein und Vater Kujtim stand als Schichtarbeiter nicht immer zur Verfügung. „Dann musste ich meine Inlineskates schnüren und die sechs Kilometer nach Rotenburg düsen“, erinnert sich der 26-Jährige gerne zurück. „Auf dem Hinweg war es auch ganz okay, bei der Rückfahrt war ich aber immer mal am Kämpfen und musste die ein oder andere Trinkpause einlegen“, kommt Mustafi ins Schmunzeln.

Der damalige Wechsel zu Rotenburg und die damit verbundenen Inlineskater-Fahrten sollten sich bezahlt machen, denn mit etwas Glück, Disziplin und Arbeit verwirklichte er sich den Traum Profifußballer. „Mein erster Gedanke war: ,Wow, ein Bundesligist’. Ich hätte damals alles in Kauf genommen, um diesen Traum zu verwirklichen“, sagt er in Bezug auf die Unterzeichnung eines Dreijahres-Vertrags beim Hamburger SV.

Er musste seine Familie zurücklassen: Mit nur 14-Jahren

Gesichtet wurde Mustafi 2006 bei einem Hallenturnier. Er war damals 14 Jahre alt. Dementsprechend schwer ist ihm auch der Abschied gefallen. „Es war ein trauriges Gefühl, da man die Familie zurücklässt und nicht sieht, was daheim passiert“, erinnert sich der Vater zweier Kinder zurück.

Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in London, verdient bei den Gunners Millionen und verwirklichte sich unter anderem den Traum, einen Ferrari zu fahren. In seiner freien Zeit geht er gerne mit seiner Familie in die Stadt. Seine Lieblingsbeschäftigung dabei: Häufig essen gehen und die verschiedensten Gerichte probieren. Der gebürtige Bebraer mauserte sich also sozusagen vom Lebensmittel-Dieb zum Gourmet.

Fragesteller Basile, der durch seine langen schwarzen Haare auffällt, spielte während seiner aktiven Zeit bis 2017 unter anderem für Borussia Fulda und den SV Neuhof und traf dabei in der Verbandsliga auch auf den SV Adler Weidenhausen und die SV 07 Eschwege. (Nico Beck und Michel Ickler)

Link zum Video: sport.sky.de/fussball/artikel/fussball-video-riccardo-basile-trifft-shkodran-mustafi-in-meine-geschichte/12120763/34348

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