Fehlende Planungssicherheit

Werra-Meißner: Neue Spielpause schlägt sich in Finanzen der Vereine nieder

Gängiges Bild auch im Werra-Meißner-Kreis: Aufgrund der seit Anfang des Monats geltenden neuerlichen Verordnungen zum Stop der Ausbreitung des Coronavirus ist der Amateursportbetrieb ausgesetzt. Damit fehlen den Vereinen auch wichtige Einnahmen.
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Gängiges Bild auch im Werra-Meißner-Kreis: Aufgrund der seit Anfang des Monats geltenden neuerlichen Verordnungen zum Stop der Ausbreitung des Coronavirus ist der Amateursportbetrieb ausgesetzt. Damit fehlen den Vereinen auch wichtige Einnahmen.

Der Amateursportbetrieb im Werra-Meißner-Kreis ruht aufgrund der Coronapandemie wieder bis mindestens Ende des Jahres. Das macht sich auch bei den Vereinen bemerkbar.

Werra-Meißner - Während der Fußball im Werra-Meißner-Kreis nach der Coronapause seit dem September wieder für einige Spieltage rollte, mussten die meisten Handballteams nach nur einem Spiel ihren Saisonbetrieb wieder pausieren. Alle Vereine hatten Hygienekonzepte entwickelt, um einen Spielbetrieb auf dem Platz oder in der Halle gewährleisten zu können. Viele vergaben Dauerkarten, damit die Kontaktnachverfolgung im Fall einer Infektion leichter fällt. Wir sprachen mit heimischen Vereinsvertretern über die finanziellen Auswirkungen der Spielpause bis mindestens Ende des Jahres.

SV Reichensachsen

„Mit den Dauerkarten wurden Einnahmen generiert, mit denen man planen konnte“, sagt Petra Heckmann, Handball-Abteilungsleiterin beim SV Reichensachsen. 50 Dauerkarten hatte der Verein für die Spiele der Damen in der Landesliga und Bezirksoberliga verkauft. „Für uns war das eine erhebliche Menge. Viele regelmäßige Besucher sicherten sich diese, um keine Ungewissheit darüber zu haben, ob sie auch am Spieltag bei der Obergrenze von 100 Zuschauer in die Halle kommen würden“, so Heckmann.

Durch den aufgrund des Hygienekonzeptes eingeschränkten Verkauf von Getränken und Speisen gebe es am Spieltag selbst kaum Einnahmen für den Verein. Darüber, was mit den Dauerkarten passiert, sollte die Saison nicht mehr fortgesetzt oder verkürzt werden, habe der SV Reichensachsen aber noch keine Entscheidung getroffen. „Wie es aktuell weiter geht, wie es überhaupt weiter gehen kann mit der Saison, das weiß ja kein Mensch“, so die Abteilungsleiterin.

Adler Weidenhausen

Um die 130 Dauerkarten hat der Fußball-Verbandsligist SV Adler Weidenhausen laut dem Vorsitzenden Ralf Kruse an die Zuschauer verkauft, die sowieso regelmäßige Besucher auf dem Weidenhäuser Chattenloh sind.

„Wir hatten uns im Vorfeld wegen der unsicheren Situation Gedanken gemacht und entschlossen, die Karten nur für die Heimspiele im Jahr 2020 zu vergeben“, so Kruse. Deswegen sei man nun als Verein nicht so sehr im Zugzwang. Man hoffe darauf, dass die ausgefallenen Spiele im Frühjahr nachgeholt werden und zumindest die Hinrunde zu Ende gespielt werden könnte. „Wir sind von dieser Pause aber nicht existenzbedroht“, sagt Kruse.

Eschweger TSV

„Die Einnahmen durch die Eintrittskarten und den Verkauf im Foyer am Spieltag sind schon elementar wichtig für uns“, sagt Michael Spannknebel, Abteilungsleiter der ETSV-Handballsparte. Letzteres sei in dieser besonderen Situation auch nicht in dem Maße wie üblich möglich. „Ich denke mal, das tut jedem Handballverein weh“, sagt Spannknebel.

Wegen eines Wasserschadens in der Halle der Beruflichen Schulen sind die Landesliga-Handballer des ETSV gezwungen, für eine Saison in der Heuberghalle zu spielen. Rund 80 Dauerkarten verkauften die Eschweger laut Michael Spannknebel bei 100 in der Halle zugelassenen Personen. „Diese behalten selbstverständlich erst mal ihre Gültigkeit bis wir Neuigkeiten vom Verband haben“, sagt der Abteilungsleiter. Intern habe man noch keine Entscheidung darüber getroffen, was passiert, sollte die Saison nicht normal weitergespielt werden können.

VfL Wanfried

In die Großsporthalle der Elisabeth-Selbert-Schule in Wanfried gingen ohne die erforderlichen Hygienekonzepte 250 bis 300 Zuschauer, sagt Bastian Franck, Handball-Abteilungsleiter beim VfL Wanfried. „Es ist eine relativ simple Rechnung, um zu wissen, was an Zuschauer- und Kioskeinnahmen so verloren geht.“ Dementsprechend seien die Coronapandemie und die neuerliche Spielpause für alle Vereine ein „massiver finanzieller Einschnitt“, so Franck.

Sollte wieder länger kein Handballsport mehr betrieben werden können, müsse man sich Gedanken über finanzielle Lösungen machen. Ein ganzes Jahres ohne Handball wäre für die Zuschauer und die Mannschaften ein ganz hartes Brot, so Abteilungsleiter Bastian Franck. „Je früher die Spiele weitergehen, umso leichter fällt uns das alles“, sagt Franck. Die Hoffnung, dass es im Januar mit der Saison weitergeht, habe man beim Landesligisten aber noch längst nicht aufgegeben. (Maurice Morth)

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