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Fußball-Hessenpokal-Endspiele in Waldkappel: Eintracht-Absage trübt tollen Tag

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Von: Marvin Heinz

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Die Frankfurter Eintracht sicherte sich den Pokal sowohl bei den C- als auch bei den D-Juniorinnen.
Die Frankfurter Eintracht sicherte sich den Pokal sowohl bei den C- als auch bei den D-Juniorinnen. © Marvin Heinz

Am Sonntag war der TSV Waldkappel Ausrichter der Hessenpokal-Endspiele der Frauen und Juniorinnen. Eine gelungene Veranstaltung mit einem großen Wermutstropfen.

Waldkappel – Die Enttäuschung war allen Beteiligten deutlich ins Gesicht geschrieben. Seit Wochen hatten die Mitglieder des TSV Waldkappel viel investiert, um dem Hessenpokal-Finale der Frauen einen würdigen Rahmen zu geben. Das Spiel zwischen dem TSV Jahn Calden und Eintracht Frankfurt III kam aber nicht zustande.

Die von Ludwig „Lutz“ Anders trainierten Caldener Frauen gewannen kampflos den Titel, weil Frankfurt am Samstagabend kurzfristig absagte. Der Einzug der Caldenerinnen in den DFB-Pokal hatte ohnehin bereits zuvor festgestanden.

Viel ehrenamtliche Arbeit umsonst

„Per WhatsApp habe ich die Nachricht bekommen, dass das Spiel nicht stattfindet. Frankfurt hat abgesagt, weil Corona im Spiel sei“, sagte Henrik Stöber. Der Vorsitzende der Fußballabteilung des TSV war sichtlich angefressen und sprach sehr deutlich von einem „Desaster“. 30 Kuchen wurden gebacken, 3000 Brötchen geordert, 70 Ehrenamtliche waren im Einsatz. Es war alles angerichtet für ein tolles Spiel.

„Bitter, dabei wollen wir in unserer Region den Mädchen- und Frauenfußball fördern und populärer machen. Von Frankfurt gab es gegenüber uns bis heute keine Rückmeldung“, sagte Stöber, dessen Farben mit bis zu 500 Zuschauern gerechnet hatten: „Wir haben viel Zeit und Energie investiert. Ich habe meinen Urlaub abgebrochen. Sehr ärgerlich, dass unser Desaster nie in Frankfurt ankommt.“

Bei den B-Juniorinnen gewann Viktoria Großenglis mit 2:1 (n. V.) gegen den FSV Hessen Wetzlar.
Bei den B-Juniorinnen gewann Viktoria Großenglis mit 2:1 (n. V.) gegen den FSV Hessen Wetzlar. © Marvin Heinz

TSV Waldkappel erwägt Kontaktaufnahme mit SGE

Auch die Jugendtrainer der „Diva vom Main“ rechneten noch mit ihrer dritten Mannschaft. „Ich habe gedacht, sie kommen. Bis jetzt habe ich nicht gehört, dass sie nicht kommen“, sagte ein sichtlich überraschter SGE-Nachwuchscoach im Gespräch mit unserer Zeitung.

Laut den Verantwortlichen will man sich direkt an den Europa-League-Sieger wenden. Es wird sogar ein Brief an Eintracht-Präsident Peter Fischer in Betracht gezogen. Für Mädchen- und Frauenfußballreferent Kai-Uwe Weber kam die Nachricht am Sonntagmorgen aus dem Nichts: „Damit habe ich nicht gerechnet. Wir hatten uns dieses Spiel auf die Fahnen geschrieben, um ein dickes Ausrufezeichen für den Frauen- und Mädchenfußball zu setzen. Schade, dass uns dies nicht gelingen konnte.“

Vier Gründe: Darum hat sich ein Besuch der Juniorinnenspiele gelohnt

Wir haben vier Gründe gesammelt, warum sich ein Besuch der Hessenpokal-Endspiele lohnte.

1. Starker Fußball: Schöne Treffer, schöne Dribblings, herrliche Direktabnahmen und tolle Kombinationen bekamen die Zuschauer zu sehen. In 21 Spielen fielen 54 Treffer. Nur ein Spiel endete mit einem torlosen Remis. „Das hier ist fußballerisch echt gutes Niveau“, sagte Waldkappels KOL-Trainer Uwe Stückrath, der viele talentierte Fußballerinnen registrierte. Mädchen- und Frauenfußballreferent Kai-Uwe Weber attestierte allen Spielerinnen eine gute Technik: „Vielleicht haben wir heute schon eine künftige Nationalspielerin gesehen.“

2. Begeisternde Eintracht: Rund 50 Anhänger eines Eintracht-Fanclubs feuerten ihre Farben ununterbrochen an – und wurden belohnt. Die U14 gewann ungeschlagen das Pokalturnier der D-Juniorinnen während auch die C-Juniorinnen trotz 0:0-Remis gegen den FSV Hessen Wetzlar die Trophäe für den Hessenpokal aus den Händen von Kreisfußballwart Holger Franke überreicht bekamen. Die Frankfurterinnen ließen es sich nicht nehmen, sich beim Ausrichter TSV Waldkappel für die Durchführung und Organisation des Turniers zu bedanken.

3. Ein Herzschlagfinale: Bei den B-Juniorinnen sahen die Zuschauer ein Spiel auf Augenhöhe. Mit einem Freistoß ins linke obere Eck ging Viktoria Großenenglis durch Luna Schömann (44.) in Front, ehe Cecilia Hähnlein (63.) per Abstauber den Ausgleich für den FSV Hessen Wetzlar markierte. Für die Entscheidung sorgte erneut Schömann in Minute 99. In der ersten Halbzeit der Verlängerung verwandelte die Mittelfeldspielerin einen Strafstoß und ließ die rund 50 mitgereisten Anhänger jubeln.

4. Viel Lob: „Dieser Einsatz der Ehrenamtlichen ist nicht selbstverständlich. Gerade deswegen habe ich gerne die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen“, sagte Landrätin Nicole Rathgeber und fügte hinzu: „Wir müssen und werden das Ehrenamt noch mehr unterstützen.“ Auch Kreisfußballwart Holger Franke lobte den Rahmen: „Hier wurde wieder ein tolles Turnier veranstaltet, das keine Wünsche offengelassen hat.“

(Von Marvin Heinz)

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