Wie vor Kurzem in der 2. Bundesliga bei Holstein Kiel

Ersatzspieler verursacht Elfmeter: Schiri Denis Krones beweist Adleraugen

Immer auf der Höhe des Geschehens: Schiedsrichter Denis Krones vom TSV Oetmannshausen. Beim Verbandsligaspiel Hünfeld gegen Vellmar war er als Linienrichter im Einsatz und bemerkte ein strafbares Vergehen eines Ersatzspielers, das zu einem Elfmeter führte. Archivfoto : Stefan Konklowsky/nh

Dieses Verbandsliga-Fußballspiel wird Schiedsrichter Denis Krones vom TSV Oetmannshausen nicht vergessen. Ein Ersatzspieler hatte einen Strafstoß verursacht.

Hünfeld/Eschwege – Große Aufregung herrschte vor anderthalb Wochen in Fußball-Deutschland wegen eines Elfmeterpfiffs. In der 2. Bundesliga entschied der Schiedsrichter im Spiel zwischen Holstein Kiel und dem VfL Bochum auf Strafstoß, weil ein Ersatzspieler während des Warmmachens den Ball berührte, obwohl dieser noch nicht mit vollem Umfang im Aus war. „Passiert das im Strafraum, dann hat das nach den neuen Regeln einen Elfmeter zur Folge“, sagt Schiedsrichter Denis Krones vom TSV Oetmannshausen. Der 31-Jährige weiß, wovon er spricht – und welche Aufregung ein solcher Pfiff nachsichzieht. Denn er erlebte nun die gleiche Situation.

Die meisten Fußballfans hatten erstmals beim erwähnten Zweitligaspiel von dieser Regel erfahren. Umso kurioser, dass nur wenige Tage später, nachdem der Pfiff in Kiel große Diskussionen ausgelöst hatte, es zur gleichen Situation kam. Mittendrin: Denis Krones. Ort des Geschehens: Hünfeld, wo das Verbandsligaspiel zwischen dem Gastgeber und Vellmar ausgetragen wurde, zwei Gegner Weidenhausens.

Krones erzählt: „Der Hünfelder Trainer hatte seine Spieler zum Warmmachen hinter das eigene Tor geschickt. Vellmar hat einige Zeit später einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie erhalten, der vors Tor geflankt wurde. Jeder hat früh gesehen, dass der Ball ins Toraus segelt.“ So weit so unspektakulär. „Ich bin dann intuitiv mit den Augen auf dem Ball geblieben. Und was ist dann passiert? Ein Hünfelder, der sich hinter der Torauslinie warmgemacht hat, berührt den Ball und passt den zu seinem Torhüter, damit der den Ball nicht holen muss. Und das aber vor der Linie, also der Ball war noch nicht im Aus. Damit war das regelwidrig. Weil es zudem im Strafraum war, gab es Gelb und Elfmeter.“

Krones informierte den leitenden Schiedsrichter Tobias Lecke (Bebra), gestand aber, dass es „schon eine richtig knappe Entscheidung war. Ich war mir aber ganz sicher. Deshalb haben wir den Elfmeter gegeben.“ Damit handelte das Gespann nach Seite 23 des DFB-Regelbuchs.

Die Hünfelder Spieler protestierten, konnten es nicht fassen. Der Fall war laut Krones aber klar. An die Situation in Kiel habe er dabei nicht gedacht. Der Strafstoß der Gäste wurde zwar vergeben und in Hünfeld blieb es beim 1:1, die Aufregung um diesen Pfiff hatte sich aber noch lange nicht gelegt. Krones sagt: „Das war das bestimmende Thema nach Spielschluss. Egal wo du hingehört hast, alle haben nur über die Elfmeter-Entscheidung gesprochen.“

Brisant: Das Spiel wurde von einigen Medien aufgezeichnet, live im Internet ausgestrahlt und später in einer TV-Übertragung zusammengefasst. „Wir saßen nach dem Spiel beim Essen im Vereinshaus, als die Zusammenfassung des Spiels im Hessischen Rundfunk gezeigt wurde. Wir Schiedsrichter an einem Tisch, alle Hünfelder Spieler um uns herum. Und dann wurde diese Szene gezeigt“, berichtet Krones, dass einem bei einer solchen Situation schnell der Puls mächtig in die Höhe schießen könnte. Seinem Gespann mit Lecke und Anna-Lena Schmidt (Netra) aber nicht. Ihnen wurde die strittige Szene von Freunden bereits zugespielt. „Da haben wir gesehen, dass es natürlich eng war, aber eine richtige Entscheidung. Also alles gut“, sagt er. Eine solche Entscheidung richtig gesehen und bewertet zu haben, das vergleicht er mit dem Torerfolg eines Feldspielers. Nur mit wesentlich mehr Aufregung im Anschluss.

ZUR PERSON

Denis Krones (31) ist Fußball-Schiedsrichter beim TSV Oetmannshausen. Er leitet Spiele in der Gruppenliga und ist als Linienrichter in der klassenhöheren Verbandsliga im Einsatz. Der Wahl-Waldkappeler pfeift seit 16 Jahren. In seiner aktiven Karriere als Fußballer schnürte er für den SV Reichensachsen (Jugend) und die SG Wehretal die Schuhe. Für letztgenannten Club ist er als Unparteiischer im Einsatz. Krones ist glühender Anhänger von Borussia Dortmund und Inhaber einer Dauerkarte.

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