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Gelingt der große Coup? So kann Weidenhausen diese Woche Meister werden

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Von: Maurice Morth

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Bild aus dem vergangenen Sommer: Im Halbfinale des Kreispokals setzte sich damals der SV Adler Weidenhausen mit 3:1 beim Lichtenauer FV durch. In dieser Szene entwischte LFV-Offensivspieler Dennis Salioski (Mitte) Adler-Linksverteidiger Jannis Beng (Vordergrund). Zwischen 500 und 800 Zuschauern werden heute erwartet.
Bild aus dem vergangenen Sommer: Im Halbfinale des Kreispokals setzte sich damals der SV Adler Weidenhausen mit 3:1 beim Lichtenauer FV durch. In dieser Szene entwischte LFV-Offensivspieler Dennis Salioski (Mitte) Adler-Linksverteidiger Jannis Beng (Vordergrund). Zwischen 500 und 800 Zuschauern werden heute erwartet. © Archivfoto: Moritz Ziegler

Bereits in dieser Woche könnte der SV Adler Weidenhausen als Meister der Fußball-Verbandsliga den Aufstieg in die Hessenliga perfekt machen. Wir erklären, was dazu passieren muss.

Weidenhausen – Der SV Adler Weidenhausen spielt in der Fußball-Verbandsliga die beste Saison der Vereinsgeschichte. Konstanz, Tempo und Kompromisslosigkeit zeichnen den Fußball, den das Team von Trainer Ronald Leonhardt spielt, aus. Bereits in dieser Woche könnte nun der sensationelle Aufstieg in die Hessenliga gelingen. Es wäre das erste Mal überhaupt, dass eine Fußballmannschaft aus dem Werra-Meißner-Kreis in Deutschlands fünfthöchster Spielklasse antreten würde.

Die Aufstiegsfeier in dieser Woche vermiesen wollen den Weidenhäusern noch der Lichtenauer FV im Kreisderby (heute Abend, 18.45 Uhr, Rasenplatz Hessisch Lichtenau) und der ärgste Verfolger CSC Kassel 03 (Sonntag, 16 Uhr; Chattenloh). Klar ist von der Tabellenkonstellation für die Weidenhäuser nur: Am Mittwochabend wird noch kein Meistertitel gefeiert werden können.

Die Szenarien

Frühestens am Donnerstag könnte der SVA aufsteigen. Dazu benötigt er einen Sieg beim LFV, gleichzeitig müsste die abstiegsgefährdete SG Ehrenberg an Himmelfahrt Schützenhilfe leisten und den CSC 03 Kassel schlagen. Selbst ein Unentschieden in diesem Spiel reicht für eine Meisterfeier am Donnerstag noch nicht aus, da der CSC bislang den direkten Vergleich gegen den SVA gewonnen hat (2:0 im Hinspiel).

Auch eine Niederlage oder ein Unentschieden in Lichtenau bei einem gleichzeitigen CSC-Sieg in Ehrenberg wäre für den SV Adler aber noch kein Beinbruch: Mit einem Sieg im Topspiel auf dem Chattenloh am Sonntag gegen die Kasseler wäre der Aufstieg in die Hessenliga zwei Spieltage vor Saisonende perfekt.

Das Kreisderby

Spricht man mit beiden Vereinen, dann wird vor dem Kreisderby eine Sache schnell deutlich: der gegenseitige Respekt. Erkan Kilci, Sportliche Leiter des LFV, sagt: „Sie verdienen den Meistertitel, denn sie haben es die ganze Saison konstant gut gemacht. Am Ende möchte ich sie ganz oben sehen. Viele Leute empfinden da Neid oder sonstwas, aber ich fände es toll, wenn eine Mannschaft unseren Landkreis in der Hessenliga vertreten würde.“

Stefan Stederoth, der Adler-Teammanager, lobt wiederum: „Sie haben gegen Vellmar gewonnen und ein Riesenspiel gegen Bad Soden gemacht. Auch beim 2:1-Hinspielsieg von uns, wo bei ihnen Spieler gefehlt haben, mussten wir am Ende zittern. Ihre Mannschaft ist eine der spielstärksten der ganzen Liga.“

Trotz der Sympathie wird man beim LFV aber unter gar keinen Umständen abschenken: „Wir wollen das Spiel gewinnen, es wird aber schwer. Mit unserem Sieg in Vellmar haben wir Weidenhausen Schützenhilfe geleistet, vielleicht leisten wir sie nun dem CSC“, so Erkan Kilci.

„Es wird ein besonderes Spiel vor einer besonderen Kulisse, auch wenn die Derbystimmung sicherlich nicht so groß ist wie gegen die SV 07 Eschwege oder den SV Reichensachsen“, sagt Stefan Stederoth. Möglichst schnell müsse der Adler in die Partie kommen, besonders wachsam auch im defensiven Umschaltspiel sein und in die eigenen Offensivaktionen wie zuletzt bei der 6:0-Machtdemonstration gegen den SSV Sand viel Tempo bekommen.

Und was ist, wenn es mit dem Titel am morgigen Donnerstag klappt? „Wir verschwenden keine Gedanken daran, dafür ist das Spiel heute auch zu wichtig“, meint Stederoth.

Die Personalsituation

Wie zuletzt ist die Lage beim LFV angespannt: Stammtorhüter Gheorghi Bantis fällt bis zum Saisonende aus, Innenverteidiger Arnoldt Breidt wird wie Verteidiger John Schneider und Offensivakteur Haris Ljatifi laut Erkan Kilci nicht spielen können. Fragezeichen stehen noch hinter Maxim Antoniuc, Dennis Salioski und Sinan Üstün. „Wir müssen wohl basteln, aber werden eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz haben“, ist sich Kilci sicher.

Beim Spitzenreiter Weidenhausen werden Tim Gonnermann (Aufbautraining) und Manuel Toro Moreno (Trainingsrückstand) definitiv fehlen. Linksverteidiger Jannis Beng kehrt nach überstandenen Oberschenkelproblemen zurück.

(Maurice Morth)

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