Das größte Handballturnier der Region 

Es wird ruhig an den Pfingsttagen

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Auf Sand ging es rund in Datterode. Unser Archivfoto zeigt Karl Montag vom ETSV.

Aus Handball-Sicht wird es zukünftig ruhig an Pfingsten. Das sind die Gründe für das Aus des Handball-Pfingstturniers in Datterode. 

"Es tut weh, es tut sehr, sehr weh, aber es ist die logische Konsequenz. Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht, aber uns durchgerungen, diese schwerwiegende Entscheidung zu treffen“, so die gemeinsame Aussage der beiden Turnierväter, Peter Lein und Thomas Lobgesang, die als Cheforganisatoren dieser Großveranstaltung ganz viel Manpower, Initiative, Herzblut und Engagement investiert und quasi von der ersten Stunde an Geschichte geschrieben haben.

„Natürlich hätten wir auch mit weniger Mannschaften leben können. Fakt ist, das Interesse an den Rasenturnieren ist merklich gesunken“, erklärt Peter Lein beim WR-Gespräch. Und Thomas Lobgesang ergänzt: „Schon letztes Jahr waren die Zahlen ein wenig gekünstelt. Im Jugendbereich haben wir selbst und die Mädchenteams vom SV Reichensachsen über 50 Prozent der Mannschaften ausgemacht. 

Das ließ uns zum Teil keine Möglichkeit, ein ordentliches Turnier auszurichten. Wenn zwei Teams von uns und eine Mannschaft vom SVR am Start waren, mussten diese jeweils zweimal gegeneinander antreten. Und diese Konstellation zog sich durch alle Nachwuchsturniere.“ Der Wettkampfgedanke sei dabei ein wenig auf der Strecke geblieben.

Das gefiel den Organisatoren ganz besonders: prall gefüllte Starterfelder der Jugendteams.

Mit Bothfeld bei Hannover hat die SG Datterode/Röhrda eine lange Freundschaft gepflegt. Mit bis zu 25 Mannschaften war der Verein über die Pfingsttage teilweise zu Gast und belebte bei gutem Wetter auch das Schwimmbad. „Aber mit dem Wechsel in der Jugendabteilung in 2017 wurde ein neuer Kurs gefahren, sprich, ein Turnier an der Nordsee besucht. Das konnten wir ein Jahr mit Zeppelinheim, der HSG Hannover oder auch Altwarmbüchen kompensieren, aber schon 2019 mussten wir uns die rückläufigen Teilnehmerzahlen vor Augen führen, die letztlich den Ausschlag für uns gaben“, erläutert Peter Lein einen weiteren Aspekt, der zum Aus des Handball-Spektakels im Ringgau führte.

Das Startgeld wurde knapp

„Viele Mannschaften beklagten, dass die Frauen- und Männerturniere bereits am Freitag gespielt wurden, was gerade bei der Anreise für Probleme sorgte. Also haben wir uns vor zwei Jahren neu sortiert, die Erwachsenenturniere auf Samstag verlegt und am Freitag die Dorfolympiade angeboten. 

Da konnten dann auch Teams teilnehmen, die noch nicht komplett waren“, sagt Thomas Lobgesang. Allerdings seien auch die Teilnehmerfelder am Samstag kleiner geworden. Dadurch fehlte auch Startgeld, das eine Basis für die hohen Preisgelder war, die die SG regelmäßig als Siegprämien ausschüttete.

„Mit 100 Teams sind wir an die organisatorischen Grenzen gestoßen, was dazu führte, dass wir für Frauen und Männer freitags das Mitternachtsturnier initiierten“, denkt Peter Lein an die anfänglich abenteuerliche Ausleuchtung der Spielfelder. 

„Wir haben vom Maler Zeuch aus Langenhain Strahler geliehen, die unsere Feuerwehr an Masten oder an den Bäumen installierte“, erinnert sich Lobgesang, dass erst mit dem Bau der Flutlichtanlage diese Probleme behoben waren.

„Beim Besuch eines Turniers im Odenwald sind wir auf eine Beachhandball-Veranstaltung gestoßen, die unsere Geister ein weiteres Mal weckte. Im Jahr 2004 haben wir das provisorisch dank der Firma Petrasch geschultert und schon 2005 war das Sandfeld mit Unterbau und Drainage auf dem Festplatz in Datterode für den dauerhaften Spielbetrieb angelegt“, konstatiert Thomas Lobgesang, dass fortan die Teilnehmerzahlen sich zwischen 120 und 140 Mannschaften bewegten, Rekord waren 144 Teams. Auch hier verdienen zwei Namen besondere Erwähnung: Am Kampfgericht Mario Blaschke und als Oberschiedsrichter Alexander Herbig.

Thomas Lein und Thomas Lobgesang waren 1991 als Trainer mit der damaligen A-Jugend beim Pfingstturnier in Kleenheim, wo am Abend in einem kleinen Festzelt mächtig gefeiert wurde: „Da ist bei uns die Idee geboren, auch so ein Pfingstturnier auszurichten, was wir schon 1992 umgesetzt haben. 

Da aber der TSV Datterode bis dato ein Männer-Kleinfeldturnier ausgerichtet hat, haben wir nur die Jugend und die Damen eingeladen. Aber vier Jahre später hat der TSV-Vorsitzende Jürgen Küch den Vorschlag unterbreitet, auch die Männer ins SG-Turnier einzubinden. Und die Zahl der ursprünglich 38 Teams von 1992 ist Jahr für Jahr angewachsen, bis 1998 erstmals die 100 geknackt wurde“, so Thomas Lobgesang.

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