Platz acht in der Handball-Landesliga

Die Hinrunde des VfL Wanfried: Erst der Schock, dann viel Lob

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Johannes Ebel und der VfL Wanfried liegen auf Rang acht in der Tabelle.

Halbzeit in der Handball-Landesliga, der höchsten Spielklasse im Werra-Meißner-Kreis. Wir blicken auf den VfL Wanfried.

Wanfried – Auf das bestimmende Handball-Thema schlechthin in der Region hätte der VfL Wanfried gern verzichtet. Der Blitz-Wechsel von Rückraumspieler Vladimir Djuric unmittelbar vor dem fünften Landesliga-Spieltag schlug Mitte Oktober hohe Wellen und sorgt auch heute noch für Verwunderung. „Die Mannschaft und ich sind menschlich enttäuscht worden“, sagt Trainer Stefan Schröder, „das bleibt natürlich auch negativ aus dieser Hinrunde haften.“

In einer sprichwörtlichen Nacht-und-Nebel-Aktion verließ Wanfrieds bester Spieler und Liga-Torschützenkönig Djuric sein Team, schloss sich völlig überraschend sofort dem Oberligisten Vellmar an. Die scheinbar heile Handballwelt des VfL nach drei Siegen bei einer Niederlage zum Auftakt geriet nach diesem Schock ins Wanken, auf einen solchen Hammer war niemand vorbereitet.

Stefan SchröderTrainer VfL Wanfried

Hinzukommen mehrere Ausfälle

Aber dem noch nicht genug. Hinzu kamen in der Hinrunde die Ausfälle der Schlüsselspieler Paul Nemenco und Pascal Küstner sowie Finn Wunderlich, zudem verließ Kapitän Maximilian Lippold das Team bekanntlich im Sommer. Der VfL Wanfried erlebte die schwierigste und arbeitsintensivste Runde seit vielen Jahren. „Wenn das Umfeld im Wanfrieder Handball nicht so intakt wäre und bestens funktionieren würde, dann hätten wir diese Rückschläge sicherlich nicht so verkraftet. Es war spitze, wie jeder Einzelne seine Aufgaben angenommen hat und somit zum Überstehen dieser schwierigen Phase beigetragen hat“, lobt Schröder Team und Verantwortliche.

Dass nach 13 Partien Rang acht zu verbuchen ist, stimmt daher fürs Erste positiv, wenngleich Schröder nüchtern bilanziert: „Nach den letzten Jahren im oberen Tabellenbereich ist das dieses Jahr natürlich schon ein Rückschritt, auch wenn eben die erwähnten Umstände dazu geführt haben. Dennoch hätten wir das ein oder andere Spiel mehr gewinnen müssen“, sagt er und bezieht sich dabei unter anderem auf die Niederlagen gegen Dittershausen (13:14!) und Fuldatal/Wolfsanger (27:30).

Trotz allem gibt es lobende Worte für die Mannschaft 

Dennoch hat Schröder viele lobende Worte für sein Team übrig, das vor allem nach dem Djuric-Wechsel eine tolle Moral und Einstellung zeigte. Kein Wunder, dass der Übungsleiter eine ganz besondere Partie vor Augen hat, als er auf den Höhepunkt der Vorrunde angesprochen wird: „Highlight für mich war der Sieg gegen Hünfeld, da hier die Mannschaft nach der Nachricht von Vladimirs Abgang super reagiert hat und eines ihrer stärksten Spiele gezeigt hat.“ 

48 Stunden nach der Wechsel-Meldung siegten die Gastgeber 30:26 und landeten den vierten Sieg im fünften Spiel. Dass trotz der argen Personalsituation noch einige gute Spiele abgeliefert und gegen Twistetal und Bettenhausen gewonnen wurde, das sieht Schröder positiv und merkt an, „dass wir hier auch dankbar sein müssen, dass die Spieler aus der zweiten Mannschaft bei uns so gut ausgeholfen und uns bestens unterstützt haben“.

Mitte Januar geht es weiter 

In die Rückserie startet der VfL am 19. Januar bei Schlusslicht Zierenberg. Danach folgen drei Heimspiele. „Da müssen wir im Abschluss sicherer werden und auch einige Ansätze in der Abwehr verbessern, da sind wir zu schwankend. Dies war sonst unser Markenzeichen.“ So soll das Sportliche wieder in den Fokus rücken und ein Platz im Mittelfeld früh gesichert werden.

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