Handball-Derby in Wanfried: VfL empfängt den ETSV

Mit Leidenschaft, Emotionen und passender Einstellung zum Derbysieg

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Will mit Wanfried gewinnen: Johannes Ebel.

Das Spiel der Spiele des heimischen Handballs steht an. Am Samstag, 8. Februar, empfängt der VfL Wanfried den Eschweger TSV ab 18 Uhr zum Schlagerspiel in der Landesliga.

Wanfried – „Es knistert schon jetzt, die Vorfreude ist größer als vor jedem anderen Spiel“ – das sagt Wanfrieds Handballtrainer Stefan Schröder vor dem Landesliga-Derby gegen den Eschweger TSV. Warum das so ist und die meisten Handballer Schröders Meinung teilen, das beantworten wir mit unseren Fragen und Antworten zum größten Spiel der Region am Samstag, 18 Uhr in Wanfried.

Gibt alles für einen Auswärtssieg: Eschweges fabian Otto.

Warum wird dieses Kreisduell mit großer Spannung erwartet?

Selten lagen die Mannschaften tabellarisch enger beieinander. Nur drei Ränge trennen die beiden Kreisrivalen. Zudem waren die Vorzeichen vor dieser Begegnung selten so offen und ungeklärt. Warum das so ist, das ist schnell erzählt. Wanfried rangiert nicht in der Spitzengruppe der Liga, weil das Team eine schwierige Hinrunde erlebte, die im plötzlichen Abgang des besten Spielers Djuric ihren negativen Höhepunkt fand. Der Titel-Traum wurde jäh beendet. Aufsteiger Eschwege (11.) fand nach einer harten ersten Saisonphase dank großer Auftritte in eigener Halle erst spät in Tritt und steht derzeit hauchdünn mit zehn Zählern vor der Abstiegszone. Beide Teams begegnen sich vor allem in diesem Rückspiel in jeder Hinsicht nahezu auf Augenhöhe. Das macht diese Partie noch spannender.

Wie groß ist die sportliche Bedeutung dieses Duells?

Sehr groß, weil ein Sieg für beide einem Big Point gleichkäme. Wer gewinnt, der kann durchatmen. Wanfried würde mit dem dritten Erfolg aus den vier Rückrundenpartien das Abstiegsgespenst wohl endgültig vertreiben; der ETSV könnte mit einem Sieg in der Tabelle klettern, das Wichtigste aber wäre für die Kreisstädter, dass sie das Tor zum Klassenerhalt weiter aufstoßen könnten. Bei einer Niederlage würde sich für Eschwege nicht sonderlich viel verändern, für den VfL jedoch wäre eine Pleite ein großer Rückschlag, im schlimmsten Falle würden auch die weiteren Kellerkinder der Tabelle enger an die Wanfrieder heranrücken. Der Druck würde steigen. Somit heißt es für beide Mannschaften: Verlieren verboten.

Was macht dieses Spiel so besonders?

Dass einem Spieler mal die Luft ausgeht und sich kleinere Auszeiten zum Durchschnaufen genommen werden während einer Begegnung, das ist eigentlich in jedem Ligaspiel zu sehen. Nicht aber beim Derby. Am Samstag wird jeder Spieler über seine Leistungsgrenze hinausgehen. Warum, das liegt auf der Hand: Nie ist die Halle voller, nie sind mehr Emotionen im Spiel, nie wird mehr über ein Spiel gesprochen. „Für solche Partien trainieren wir“, so VfL-Coach Schröder.

Sind die Gedanken an das Hinspiel abgehakt?

Auf keinen Fall. Wanfried erinnert sich beim klaren 31:22-Sieg ohne so manche Leistungsträger gern an die mannschaftliche Geschlossenheit, während der ETSV alles daran setzen wird, sich für diese Klatsche zu revanchieren. Nach 47 Minuten hatte Eschwege trotz Heimspiels erst 13 Tore geworfen.

Wie geht’s aus?

Trotz aller Rivalität hoffentlich friedlich und fair. Auf und neben dem Spielfeld. Sportlich ist es kaum einzuschätzen, aber in jedem Fall wird so viel geboten, dass auch der Sport im Fokus stehen sollte. Und nichts anderes.

STIMMEN

Das sagen die beiden Trainer vor dem Handball-Derby am Samstag (18 Uhr) in Wanfried.

Stefan Schröder (VfL Wanfried): „Wir freuen uns sehr auf das Spiel, allein schon wegen der Atmosphäre. Die Stimmung mit zwei Fanlagern wird wie immer sehr besonders sein, es knistert schon jetzt, die Vorfreude ist größer als vor jedem anderen Spiel. Für solche Spiele trainiert man. Ich bin sicher, dass es kampfbetont wird, es aber natürlich immer fair bleiben soll. So war es in der Vergangenheit eigentlich auch immer. Trotz der tollen Atmosphäre ist das Entscheidende für uns auf dem Spielfeld und ich gehe davon aus, dass wir gewinnen, weil wir im Hinspiel gezeigt haben, dass wir selbst bei Ausfällen noch genug gute Spieler haben, die die Partie für uns entscheiden. Das haben wir damals eindrucksvoll bewiesen und jetzt vor unseren Zuschauern wollen wir das auch schaffen. Auch wenn ich einen emotional auftretenden ETSV erwarte, der sein Tempospiel aufziehen und die Punkte erkämpfen will. Aber wir sind bestens vorbereitet, haben aus unserer Niederlage der Vorwoche gelernt und wollen es besser machen.“

Christian Löbens (ETSV): „So ein Derby ist immer auch was Verrücktes. Als Trainer braucht man seinen Spielern nichts zur Einstellung zu sagen, jeder ist heiß und freut sich riesig auf dieses Spiel. Insgesamt sehe ich uns als Außenseiter, weil Wanfried eine starke Mannschaft hat und körperlich immer präsent ist. Unsere einzige Chance besteht darin, mit viel Tempo zu spielen, alles gestützt auf einer guten Abwehr- und vor allem Torwartleistung. Gerade nach der Wanfrieder Niederlage letzte Woche werden sie jetzt doppelt heiß sein, um den Abstand nach unten zu wahren. Wir wollen deutlich effizienter sein in unseren Aktionen und uns weniger technische Fehler und Fehlwürfe erlauben. Dann werden wir sehen, was rausspringt. Vielleicht ist eine Überraschung drin, aber dafür müsste schon alles passen.“ nic

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