Die Geschichte von Jakob und Emil Urban der JSG Datterode/Röhrda/Sontra

Handball-Zwillinge verwirren ihre Gegner

Mit ihren zwei Idolen: Jakob (rechts) und Emil Urban aus Datterode mit zwei anderen Handball-Zwillingen – nämlich Michael und Philipp Müller vom Bundesligisten MT Melsungen. Foto: Anka Urban/nh

Datterode. Wenn Jakob und Emil Urban aus Datterode abwechselnd das Handballtor ihrer Mannschaft hüten, kann das schon mal zu Verwirrungen führen – beim Gegner, dem Kampfgericht oder auch den eigenen Fans. 

Denn die Zwillinge sehen fast identisch aus. „Der Trainer von einer anderen Mannschaft hat mal zu unserem gesagt: Ihr habt aber einen guten Torwart. Dann hat er nur ganz komisch geguckt, als die Frage kam, welcher von beiden gemeint ist“, sagt der zehnjährige Jakob lachend.

Zusammen mit seinem Bruder Emil bildet er das Keeper-Gespann der besonderen Art in der E-Jugend der JSG Datterode/Röhrda/Sontra. Auch das Kampfgericht hat manchmal Probleme, alles richtig zuzuordnen – denn manchmal hilft der Zwilling, der gerade nicht zwischen den Pfosten steht, zusätzlich noch auf dem Feld aus. „Die Tore müssen ja dem Schützen gutgeschrieben werden, weil das im Jugendbereich wichtig für den Ausgang des Spiels ist“, erklärt Mutter Anka Urban und ergänzt: „Deswegen sollen die zwei jetzt feste Trikotnummern bekommen, die sie im Tor und draußen tragen.“

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass beide im Handballtor stehen? Über Kinderturnen und Ballschule fanden Jakob und Emil schon im Minibereich zur JSG D/R/S und der Sportart, was ja für Datteröder und Röhrdaer nichts Unübliches ist. „Uns macht es Spaß, Handball zu spielen. Gegen Gegner und im Training mit Freunden aus der Schule“, sagt Emil Urban mit einem verschmitzten Lächeln. Und weil Trainer Thomas Lobgesang sie im Tor gut fand, spielen sie nun auf der Position. „Das ist noch besser als auf dem Feld, die Bälle zu halten und so“, meint Bruder Jakob, während Mutter Anka scherzhaft mutmaßt, nicht so viel laufen zu müssen, sei auch ein Vorteil am Torwart-Job.

Und die beiden machen das recht erfolgreich – zusammen mit der ganzen Mannschaft natürlich. „Wir sind Zweiter in der Tabelle. Bis jetzt haben wir in der Saison jedes Spiel gewonnen, außer gegen Bad Hersfeld, die sind Erster“, berichtet Emil. Ganz klar: Er und Jakob haben natürlich auch den Vorteil, immer einen Trainingspartner dazuhaben. „Auf dem Hof haben wir ein Tor stehen, da wird geübt. Aber auch auf dem Trampolin, wo das Hinschmeißen nicht wehtut, oder im Zimmer mit dem Softball. Da musste ein neuer Teppich her, weil sich die beiden so oft auf den alten draufgeworfen haben“, so Anka Urban, die sieben Jahre Torhüterin bei Datterode/Röhrda war. Flotte Reaktionen liegen Jakob und Emil also in den Genen, wenngleich Vater Christoph kein Handballer ist.

Auch später noch wollen die zwei zusammen Handball spielen: bei Datterode/Röhrda/Sontra im Herrenbereich. „Oder in der Bundesliga“, sagt Jakob, der wie sein Bruder Fan von der MT Melsungen und insbesondere den Müller-Zwillingen Michael und Philipp ist. Ein Gewinn wären die beiden Datteröder sicher für jeden Verein, denn der Gegner hat nicht nur mit Verwirrung zu kämpfen, sondern auch zwei richtig gute Keeper vor sich – selbst wenn er glaubt, es sei nur einer. 

Botschaft von Michael Müller

 „Mein Bruder Philipp und ich können gut nachempfinden, wie sich die beiden Datteröder Handball-Zwillinge Jakob und Emil auf dem Feld fühlen müssen. Es ist immer etwas Schönes, wenn dein Zwillingsbruder der Mitspieler ist. Da herrscht eine besonders enge Verbindung. Da bedarf es nicht vieler Worte. Es reicht oft ein Augenkontakt, und schon weiß der andere genau, was zu tun ist. Allerdings gehen wir auch sehr offen miteinander um, wenn wir uns uneinig sind. Diese direkte Art kann andere schon mal schocken.“ (bjm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare