Experten-Tipp vor dem Rückrundenstart

Matthias Meinl glaubt an Meisterschaft der ETSV-Handballer: „Da bin ich mir sicher.“

Überflieger: Fabian Otto vom Eschweger TSV. Mit seinem Team steht der agile Rechtshänder derzeit an der Spitze der Bezirksoberliga. Foto: Markus Claus/nh

Eschwege – Während bei der Handball-Weltmeisterschaft am Wochenende die Entscheidungsspiele um den Titel anstehen, starten die heimischen Mannschaften in ihren Spielklassen in die Rückrunde.

Als WR-Experte blickt Matthias Meinl, der zuletzt die Männer der SG Datterode/Röhrda trainierte und nun in Eisenach tätig ist, auf die mit Spannung erwartete zweite Saisonhälfte.

Matthias, auf welche Höhepunkte freust du dich in der zweiten Spielhälfte?

Ganz klar auf das Aufstiegsrennen in der Damen-Bezirksoberliga. Das ist richtig spannend, weil von den drei Teams, die Meister werden können, zwei aus dem Werra-Meißner-Kreis dabei sind. Natürlich sind die Derbys bei den Bezirksoberliga-Männern auch eine super Sache und ein absolutes Highlight für die Zuschauer.

Glaubst du, dass am Ende der Saison von einer erfolgreichen Saison gesprochen werden wird?

Das glaube ich eigentlich nicht. Jestädt/Grebendorf war bei den Männern letztes Jahr Sechster, jetzt stehen sie weit unten. Und Ligakonkurrent Datterode/Röhrda/Sontra war Dritter und wird sich am Ende sicher auch irgendwo zwischen sieben und zehn einpendeln. Die mögliche ETSV-Meisterschaft ist keine Überraschung – genau wie die Lage bei den Frauen. Da war es klar, dass beide weit oben mitspielen. Die Ringgauerinnen sind richtig gut aufgestellt, Reichensachsen spielt seit Jahren um den Titel. In der Landesliga haben die Männer des VfL Wanfried noch gute Chancen, sich zu verbessern, aber so eine richtige positive Überraschung sehe ich nicht.

In der Bezirksoberliga der Herren steht der ETSV ganz oben. Was rätst du der Mannschaft, wie sie es schafft, weiter an der Spitze zu bleiben?

Diesem Team muss ich nichts raten. Die Jungs sind erfahren und wissen, was zu tun ist. Sie können mit Druck umgehen, haben in den vergangenen Jahren sehr viel Gutes, aber auch Schlechtes erlebt. Mit dem Spaß, den sie an den Tag legen, ist alles möglich. Ich sage, der ETSV wird Meister. Da bin ich mir sicher.

Bei den Frauen wird es richtig spannend?

Genau, da stehen Datterode/Röhrda/Sontra und Reichensachsen punktgleich auf den Plätzen zwei und drei. Das wird echt eng und zur jetzigen Zeit kann kaum gesagt werden, wie sich die Situation entwickeln wird. Das wird sich ab Ende März zeigen. Da geht es in den direkten Duellen dann um alles.

Aber bei beiden wird es nur um den zweiten Platz gehen, oder?

Nein, das denke ich nicht. Die HSG hat sich unter anderem mit Janina Folmeg gut verstärkt, bei Reichensachsen kehrt mit Carolin Heckmann die wichtigste Spielerin nach ihrem Kreuzbandriss zurück. Ich bin sicher, dass der Aufstieg in den direkten Duellen entschieden wird. Und da sehe ich leichte Vorteile für Reichensachsen, weil Caro Heckmann zum Saisonende wieder richtig in Form sein wird.

Du sagtest, dass sich Landesligist Wanfried verbessern wird. Wie meinst du das?

Ich war in der Hinrunde bei drei Spielen dabei und habe sehr viel Gutes gesehen. Jedenfalls bis auf die Chancenverwertung, zu viele freie Würfe wurden vergeben. Wenn die sitzen, dann sieht es ganz anders aus.

Also?

Platz fünf ist in jedem Fall drin. Der VfL hat in Kürze unter anderem vier Heimspiele in Folge und der Kader ist qualitativ richtig stark, wenn auch klein. So lange sich keiner der Schlüsselspieler wie Torwart Harseim, Djuric oder Milosavljevic verletzt, sehe ich den VfL auf einem wirklich guten Weg.

ZUR PERSON

Matthias Meinl (45) trainiert seit einem halben Jahr die zweite Mannschaft des ThsV Eisenach in der Thüringenliga. Zuvor war er fünf Jahre bei Datterode/Röhrda, davor auch schon bei Wanfried und Eschwege als Trainer tätig. Er lebt in Wanfried, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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