Harseim hält Siebenmeter nach der Schlusssirene: Wanfried schlägt den Primus 25:24

Emotionen pur: Torwart Stephan Harseim (gelbes Trikot) wurde von seinen Mitspielern nach Spielschluss frenetisch gefeiert. Er parierte einen Siebenmeter nach der Schlusssirene und sicherte so den 25:24-Heimsieg. Foto: Marvin Heinz

Handball-Landesligist Wanfried hat Tabellenführer Großenlüder/Hainzell 25:24 geschlagen. VfL-Torwart Stephan Harseim war der Held, er hielt einen Siebenmeter nach der Schlusssirene.

Dominik Malolepszy steht mit dem linken Fuß an der Siebenmetermarkierung. Das rechte Bein ist im Ausfallschritt nach hinten gerichtet. Er hebt den rechten Arm und setzt zum Wurf an. In der Wanfrieder Sporthalle halten 300 Zuschauer nach irren 60 Handball-Minuten die Luft an. Es steht 25:24 zwischen dem heimischen VfL und dem verlustpunktfreien Tabellenführer Großenlüder/Hainzell, der nach der Schlusssirene per Strafwurf ausgleichen kann. Wanfrieds Keeper Stephan Harseim hält den Siebenmeter mit dem rechten Schienbein. Alle rasten aus. Die Sensation ist da.

Die Fans jubeln lautstark, alle Mitspieler werfen sich auf den Held des Abends und feiern ihn. „Geil, einfach sensationell“, sagt der an diesem Abend nicht nur nach der Schlusssirene überragende Wanfrieder Torwart. „So eine Leistung nach den schwierigen letzten Wochen abzurufen, tut einfach gut. Unsere ganze Mannschaft, insbesondere die Abwehr, war vom Trainer perfekt auf den Gegner eingestellt und hat alles umgesetzt. Ich als Keeper freue mich, dass ich mit meinen Paraden helfen konnte. Aber am Ende war es eine Mannschaftsleistung“, gibt sich der Keeper bescheiden.

Dabei war es eindeutig der Abends des Stephan Harseim. Nicht nur, dass er mit dem gehaltenen Siebenmeter nach der Sirene den Sieg perfekt gemacht hat. Nein, er hat auch vorher sensationell gehalten und seiner Mannschaft immer wieder die nötigen Impulse gegeben, um das Team zu schlagen, das bis dato 14 von 14 seiner Spiele gewann. Beispiele gefällig? Beim Stand von 1:0 und 2:0 parierte er schon drei Bälle, einen davon im Eins-gegen-eins. Als die Anzeigetafel kurz vor der Pause 11:12 anzeigte, entschärfte Stephan Harseim den ersten von zwei Siebenmetern in der Begegnung. Beim 13:14 verhinderte er einmal vor und einmal nach der Pause einen Zwei-Tore-Rückstand, auch bei 15:14, 17:18, 18:18, 19:19, 20:18, 21:18, 21:19 und 23:23 bekam er die Hände oder Füße an den Handball.

„Was Harsi heute gezeigt hat, war schon unglaublich. Das war mitentscheidend für den Sieg“, fand auch Trainer Stefan Schröder nur lobende Worte. Die hatte er aber auch insgesamt für sein Team parat, speziell mit Blick auf die Defensive. „Unsere Abwehr war heute nah an der Perfektion“, meinte der Coach. Und das, obwohl mit Milos Milosavljevic (verletzt) und Henning Wehr (Schröder: „taktisches Opfer“) zwei Stammkräfte mit Gardemaß fehlten. Pascal Küstner agierte mal vorgezogen in der 5-1-Deckung, mal auf einer Linie mit Finn Wunderlich im 6-0-System – je nachdem, wie Großenlüder/Hainzell angriff. „Auch Miroljub Petkovic und alle anderen meiner Jungs haben das hinten super gespielt“, so Schröder. Er lobte weiterhin die Kampfbereitschaft und den Einsatz seines VfL. „Das war heute die Körpersprache, die ich gefordert habe. Das hat man bis auf die Ränge gespürt, jeder ist mitgegangen. Es hat richtig geknistert in der Halle.“

Lediglich im Angriff sah der Trainer kleine Schwächen. Denn nur deswegen blieb Großenlüder/Hainzell überhaupt dran und die Partie war hoch spannend (5:5/15. - 13:14/30. - 21:19/45. - 24:24/59.). „Daran werden wir arbeiten, aber das ist heute egal. Wir freuen uns riesig über den Sieg und haben was zu feiern“, so Schröder. Was oder wer am meisten gefeiert wurde, ist klar: Stephan Harseim, der Held des Abends.

Statistik

VfL Wanfried: Harseim, Degenhardt - Küstner 1, Wunderlich, Ebel 4, Setlik 2, Bley 6/5, Petkovic 6, Nemenco 6, Dietzel, Wehr, Friege. 

HSG Großenlüder/Hainzell: Stradtmann - Sippel 6, Wehner, L. Münker 2, B. Dimmerling 1, Koch 5, S. Münker, Decher, Malolepszy 5/2, L. Dimmerling 3, Blinzler, H. Dimmerling 1, Peppler 1. 

Spielfilm: 2:0 (6.), 2:2 (8.), 4:4 (13.), 8:6 (20.), 8:10 (24.), 12:12 (28.), 13:14 (30.), 15:15 (35.), 18:18 (39.), 21:18 (44.), 22:22 (53.), 22:23 (55.), 24:23 (58.), 24:24 (59.), 25:24 (60.).

Setlik neu beim VfL

Kreisläufer Martin Setlik verstärkt ab sofort den Landesligisten VfL Wanfried. Laut Trainer Stefan Schröder stand erst kurz vorher fest, dass er am Samstag bereits spielberechtigt war.

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