Interview mit dem 43-jährigen Wanfrieder Handballer, der schon verabschiedet wurde

Henning Wehr: "Es freut mich, wenn meine Leistung geschätzt wird"

Kein Vorbeikommen: Henning Wehr (rotes Trikot) ist trotz seiner 43 Jahre und deutlich weniger Trainings als zu Glanzzeiten nach wie vor eine feste Größe in der Abwehr des VfL Wanfried in der Landesliga. Und das, obwohl er eigentlich kürzertreten wollte. Foto: Lisa Susebach/nh

Wanfried. Eigentlich hatte sich Henning Wehr schon in den Handball-Ruhestand verabschiedet. Böse Zungen würden jetzt sagen: Mal wieder. Doch es spricht für die Klasse des knallharten Abwehrmannes, dass er auch in dieser Spielzeit von den Wanfrieder Verantwortlichen gebeten wurde, in einer schwierigen Situation auszuhelfen.

Und der 43-jährige Wehr liefert regelmäßig ab. Wir haben mit ihm vor dem Heimspiel zur ungewohnten Zeit am heutigen Freitag (20 Uhr) gegen den Tabellendritten gesprochen.

Herr Wehr, wie häufig mussten Sie sich Sprüche von Freunden und Bekannten anhören, nachdem Sie wieder in der Landesliga gespielt haben?

Henning Wehr: Das waren schon ein paar. Zum Abschied erhältst du bei uns unter anderem ein Handtuch. Eine Frage, die immer wieder kam, war, ob ich denn einen Handtuchhandel eröffnen wolle? Zweimal wurde ich ja bereits verabschiedet. Aber das sehe ich natürlich sportlich.

Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie wieder in den Kader zurückgeholt wurden?

Wehr:Der Hauptgrund waren natürlich unsere personellen Probleme. Damit meine ich nicht mal die Abgänge während der Saison (Anm.:u.a. Jochen Stradal), sondern wir haben ohnehin einen kleinen Kader. Da kommt es auf jeden Einzelnen an. Wenn einer mal nicht da ist oder verletzt, dann wird man eben schnell gefragt.

Wie meinen Sie das?

Wehr:Meine Priorität liegt nicht mehr voll auf dem Handball. Mit 43 dürfen auch mal andere Sachen in den Vordergrund rücken. In der Vorbereitung zur neuen Saison war ich zum Beispiel nicht oft dabei. Aber wenn ich gebraucht werde und wenn‘s zeitlich passt, bin ich da. Es ist eine Ehrensache dem Verein zu helfen – und es macht mit den Jungs richtig Spaß. Aber jeder weiß, dass das nicht die Regel sein wird und ich mich nicht verpflichtet fühlen will.

Also haben Sie noch nicht fest für die neue Saison zugesagt?

Wehr:Ich hoffe und bin mir sicher, dass wir uns auf diesen Positionen sicherlich irgendwann noch verstärken werden und ich auf Dauer nicht mehr regelmäßig im Einsatz bin.

Sie wurden zuletzt oft für ihre Leistungen gelobt.

Wehr:Es freut mich, wenn ich das Vertrauen zurückzahlen kann und meine Leistung wertgeschätzt wird.

Was wäre ein Grund für ein endgültiges Karriereende?

Wehr:Wenn es wegen Verletzungen mal nicht mehr geht. Bisher war ich glücklicherweise nie schlimmer verletzt.

Mit Fuldatal/Wolfsanger kommt die zweitbeste Offensive zu euch. Ein besonderer Leckerbissen für einen Defensivspieler?

Wehr: Auf jeden Fall. Es ist eine große Herausforderung, zu versuchen, die besten Spieler auszuschalten. Wir wissen, was uns in der Abwehr erwartet und sind richtig gut vorbereitet. Stefan Schröder und UIi Faber machen das großartig.

Worin könnte das Erfolgsrezept für ein erfolgreiches Heimspiel am Freitag liegen?

Wehr:Wie gesagt, auf die Verteidigung wird es vor allen Dingen ankommen. Wenn wir hinten gut stehen, dann haben wir vorn nicht so großen Druck. Deshalb werden wir voll konzentriert sein gegen diesen Gegner und im Angriff versuchen, sicher abzuschließen. Denn wenn der Gast zu Tempogegenstößen kommt, dann wird es schwer.

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