Platz zwölf in der Handball-Landesliga

Die Hinrunde des Eschweger TSV: Alles andere als abgeschlagen

Julian TrillerTrainer Eschweger TSV

Halbzeit in der Handball-Landesliga, der höchsten Spielklasse im Werra-Meißner-Kreis. Wir blicken auf den Aufsteiger Eschweger TSV.

Eschwege – Zum Luftsprung setzt niemand an im Lager der Landesliga-Handballer des Eschweger TSV. Nach 13 Spielen in der höchsten Spielklasse der Region belegt der Aufsteiger den drittletzten Rang, Platz zwölf, der Klassenerhalt ist gefährdet. Und doch würden sich nur die Wenigsten wundern, wenn dann doch der ein oder andere Eschweger zufrieden über die Hinrunde sprechen würde. Denn zufrieden kann man letztlich auch sein.

Julian TrillerTrainer Eschweger TSV

Bei zahlreichen Fachleuten und Betrachtern der Handballszene herrschte vor dem ersten Anwurf der Saison 2019/20 die deutliche Meinung vor, dass der ETSV keinerlei Chancen auf den Klassenerhalt haben würde. Der Bezirksoberliga-Meister sei ohne Verstärkung eindeutig zu schwach besetzt. Nach dem Karriereende von Rückraumspieler Klaus Stephan, dem Aufstiegshelden der Vorsaison, und Kreisläufer Michael Spannknebel fehle zudem die Führung im Kader, wurde weiter angeführt. In der Tat startete ein sehr junges Team in die Saison. Und dass dies nicht gut gehen könne, wie so manche Kritiker äußerten, diese These schien mit vier hohen Pleiten zu Beginn gestützt. „Das Auftaktprogramm war aber auch hart und uns war klar, dass es erst mal dauern wird, bis wir uns in der Landesliga zurechtfinden“, sagt Trainer Julian Triller, der gemeinsam mit Christian Löbens die Geschicke leitet. Sie bewahrten in dieser Zeit die Ruhe, „und dann haben wir gezeigt, dass wir auf einem richtig guten Weg sind.“ Am fünften Spieltag wurde klar gegen Zierenberg klar gewonnen und Selbstvertrauen getankt. Es ging weiter bergauf, auch wenn von den folgenden acht Partien fünf verloren wurde. Doch eben diese drei Siege in den Heimspielen gegen Bettenhausen (34:32), Hünfeld (36:34) und gegen Twistetal (34:33) zeigten der Konkurrenz und vor allem auch den Kritikern, was mit Teamgeist und harter Arbeit zu erreichen ist. Statt völlig abgeschlagen am Tabellenende zu stehen, halten die Kreisstädter alle Trümpfe auf dem Weg zum Klassenerhalt selbst in der Hand. Insbesondere die drei Siege gegen Bettenhausen, Hünfeld und Twistetal – allesamt in der Tabelle besser platziert – und auch starke Auftritte gegen so manches Topteam zeigen, dass sich der ETSV in der Liga Respekt erarbeitet hat. Auch dank der Rückkehr von Klaus Stephan und dem Einsatz von Löbens auf der Platte. „Wir haben intensiven Handball geboten und uns unsere Punkte hart erkämpft“, so Triller, „die vergangenen Wochen machen uns Mut für die Rückrunde.“

Ziel sei es künftig, cleverer zu agieren, „vor allem wenn wir mit drei, vier Toren führen.“ Vor dem Rückrundenauftakt gegen Körle/Guxhagen (2.), Fuldatal/Wolfsanger (4.), und Baunatal (5.) habe Triller Respekt, aber keine Angst. „Wir sind wesentlich konstanter, trainieren hart und werden weiter alles geben, um die Klasse zu halten.“ Und sollte das gelingen, dann werden viele Luftsprünge folgen. Völlig zu Recht.

Foto: Nico Beck

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